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Der Israelit · 1899-02-15 · Heft 14 (15.2.1899) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 14 (15.2.1899)
Date
1899-02-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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247 nun wurde seine sterbliche Hülle zur letzten Ruhe bestattet. Die ganze israelitische Gemeinde, sowie auch unser Bürgermeister und Adjunkt betheiliglen sich am Begräbniß. In der Synagoge hielt Öberrabbiner Weil!—Colmar eine erareifende und zu Herzen gehende Trauerrede. Der Verstorbene hinterläßt eine junge Wittwe, mit welcher er seit drei Monaten verheirathet war. d. w. O e st e r r.- U n g a r. Monarchie. Wie«, 5. Febr. Die Israel. Allianz hat soeben über die im Vorjahre durchgeführte Hilfsaktion in Galizien einen vorläufigen Bericht erstattet. Diese bewilligte im Juni 1898 nach den an Juden begangenen Gewaltthaten, Plünderungen und Brandstiftungen au» ihren bescheidenen Mitteln 8000 fl. zur Linderung der Roth unter den Heimgesuchten und eröffaete damit eine Spendensammlung. Weiter veranlaßte sie durch die Fllialen in Krakau und Lemberg die Bildung eine» selbstständigen galizischen CentralhilfSkomitees, dem neben Hilfszelderjammlung im Lande selbst die Aufgabe zufiel, LokalkomiteeS in Neu-Sandec und Jaslo zur Feststellung der Schadenziffern und zweckmäßiger, gerechter Auftheilung der Aushilfe ein-. zusetzen. Von der Veröffentlichung eines Aufrufes in den Zeitungen sah sie ab und beschränkte sich auf die Versendung eine» Rundschreiben« an eine Reihe von Kultusgemeinden der Monarchie sowie an einige im Auslande, ferner an einen größeren Kreis solcher Personen, die sie seit Jahren als Freunde und Förderer ihrer Ziele und Zwecke kennen gelernt. Die Spendensammlung ergab den vollen Betrag von 80,000 fl. ö. W. einschließlich einer von der Alliance Jrraelite Universelle zu Pari« zugekommenen Widmung von 20,000 Francs. Nach Erledigung der dringendsten Vorarbeiten und unmittelbar nach Einlangen der ersten zuverlässigen Verzeichniffe der Schäden begab sich eines der Vorstandsmitglieder nach Westgalizien. Aüf Grund reiflicher Erwägungen setzte man fest, daß der allerbedürftigsten Kategorie der Ausgeraubten, die Schäden bis zu i50 fl. erlitten, mit dem ganzen Betrage, Jenen aber, deren Verluste namhaftere Summen darstellen, durchschnittlich mit 30 Prozent aufzuhelfen sei. Die zugestandenen Unterstützungsbeträge stuften sich von fünf auf zehn Gulden — dem Betriebskapital von Dorfgehern und Marktfrauen — bis zu drei- und viertausend Gulden ab, welche Höchstbeträge in zwei vereinzelten Fällen bewilligt worden sind. Die erste größere Vertheilung fand unter Mitwirkung zweier Delegirten de« Vereins Mitte August an Ort und Stelle statt. Damals gelangten 4700 Gulden zur Auftheilung. Diese Hilfe hat der großen Mehrzahl der bedachten 445 Familien die Neubegründung einer Existenz ermöglicht. Die später suecessive eingegangenen Spendenbeiträge in der Gesammtsumme von 13,000 Gulden kamen im Dezember 1998 unter etwas mehr als 200 Familien zur Vertheilung. Parallel mit dieser Aktion lief die des galizischen Landeskomitees, da« die Vertheilung seiner Spendensammlung unter jeweiliger Bekanntgabe der Unterstützungslisten an uns selbstständig vornahm. Auch bei diesem Anlaffe hat es sich deutlich manifestirt, wie unentbehrlich gegenüber den Verfolgungen, denen unsere Glaubensgenossen allenthalben ausgesetzt sind, das Vorhandensein einer bleibenden Centralstelle ist. England. London, 10. Febr. Die Elder« (Aeltesten) der Spanisch-Portugiesischen Gemeiude haben in ihrer letzten Sitzung nachstehende Resolution mit Dreivienel- Majorität angenommen: „Die öffentliche Thätigkeit de« Chacham Dr. Ga st er in Bezug auf den politischen Zionismus direkt der Auffassung und den Ansichten der Aeltesten widerspricht, so werden die Herren von Mahamad (Vorstand) gebeten und bevollmächsigt, sich mit Dr. Gaster hierüber in Verbinvung zu setzen und ihn mit der nöthigen Ehrerbietung zu ersuchen, daß er sich den Wünschen de« „Elder«" anbequemen und in Zukunft nicht weiter öffentlich an der zionistischen Agitation sich betheiliaen, oder doch wenigstens in ledern Falle, wenn er öffentlich austritt, konstatiren möge, daß er nur seine persönlichen Ansichten ausspreche und nicht die der Spanisch-Portugiesischen Gemeinde, deren geistliches Oberhaupt er ist." Man darf gespannt sein, in welcher Weise sich Dr. Gaster mit dieser Resolution abfinden wird, ob er auf seine führende Stellung in der zionistischen Bewegung Englands verzichten oder dieselbe trotz dieses Beschlüsse« beibehalten wird.? London. Walter v. Rothschild ist ohne Widerspruch in AyleSburg, Buckinghamshire, gewählt worden und wird nun im Parlament seine Wirksamkeit aufnehmen. Er ist liberaler Nnionist, aber besonders in wissenschaftlichen Dingen von Autorität, wie ihm denn auch die Universität Gießen jetzt den Rang eines Ehrendoktors der Philosophie verliehen hat. Er hat auch ein großartiges naturhistorisches Museum angelegt, das nur dem Staatsinstitut in South Kensington nachsteht, welch letzteres übrigen« auch viele Geschenke von ihm empfangen hat. Der verstorbene Baron Ferdinand de Rothschild hat dem Britischen Museum bekanntlich seine ganze Kunstsammlung vermacht, deren Werth man aus 6 Millionen geschätzt. Rußland.? Petersburg. Im Ministerium für Volkserziehung wird ein neues Pensionsgesetz für Lehrer ausgearbeitet. Dasselbe verleiht denselben gewisse

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