Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1899-02-09 · Heft 12-13 (9.2.1899) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 12-13 (9.2.1899)
Date
1899-02-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2446951-2448953-2448966--47694-2498058
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Da entschloß sich der im Jahre 1896 aus Baden ’ nach Frankfurt gezogene, inzwischen leider verstorbene Herr Adolph Moos H welcher, obgleich Mitglied der Religionsgesellschaft, von der Gemeinde zur Steuer herangezogen werden sollte, den Rechtsweg zu beschreiten. Wie sich infolgedessen die Verhältniffe gestalteten, das werden wir mit G. H. in einem folgenden Artikel zu schildern versuchen. Zeitungsnachrichten und Eorrespondeuze«. Deutschland. 8. Krankfurt a.M. Das Deutsch-Israelitische Kinderheim entfaltet immer segensreicher seine Thätigkeit. Im ver stoffenen Jahre konnte die Anzahl der Zöglinge auf 48 gebracht werden, und wer es weiß, welchen traurigen Verhältnissen arme Waisen und Verlasiene durch das Bestehen des Kinderheims entrissen wurden, wie eine sorgfältige Pstege und Erziehung dieser Armen eine menschenwürdige Zukunft vorbereitet, wie auch bereits entlassene Zöglinge ein lebendiges Zeugniß dafür sind, wie segensreich diese Anstalt bereits gewirkt hat: Der wird gewiß sich einer Bitte, auch sein Schärflein für den Bestand dieser Anstalt beizutcagen, nicht verschließen. Das Purimfest naht wieder heran, und wiederum ergeht die Brtte an die Glaubensgenossen um eine kleine Spende für das Kinderheim. Gerade die Purimspende, die von jedem Einzelnen um eine kleine Gabe erbittet, bildet den L.bensquell für die Anstalt, sie ermöglicht es der Verwaltung, den Unterhalt so vieler Zöglinge zu bestreiten, und jedem bietet sich hier die Gelegenheit durch weniges mitzuwirken an dem großen LiebeSwerk, das so viele beglückt, so vielen zu einem menschenwürdigen Dasein verhilft. Der bewährte Wohlthätigkeitssinn unserer Glaubensgenossen ist oie sicherste Gewähr dafür, daß die Bitte nicht ungehöct verhallt. Treysa, 6. Febr. Vor einigen Tagen feierte das Simon Goldschmidt'sche Ehepaar dahier das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Mit Rücksicht auf den Umstand, daß die 77jährige Ehefrau schon seit Jahren bettlägerig ist und nur auf ganz kurze Zeit das Bett verlassen kann, mußte von einer größeren Feier Abstand genommen werden. Herr Bürgermeister Ludwig überreichte unter einer herzlichen Ansprache das Kaisergeschenk; Herr Provinzialrabbiner Dr. Munk aus Marburg sprach ergreifende Worte im Anschlüsse an die dieswöchentliche n-no und übergab dem Jubelpaar ein größeres Geldgeschenk. Freunde, Verwandte und Nachbarn, letztere zumeist Nichtjuden, erwiesen ebenfalls dem Jubelpaare sinnige Aufmerksamkeiten. Möge dem allbeliebten greisen Ehepaare ein heiterer Lebensabend beschieden sein. Posen, 5. Febr. Die zweite ordentliche Generalversammlung des Verbandes der Synagogen-Bemeinden des Regierungs-Bezirks Posen hat am 29. v. Mts. im Sitzungssaals der hiesigen Synagogen-Gemeinde stattgefunden. Aus dem vom Verbands-Vorsteher Herrn Schoenlank vorgetragenen Jahresbericht für 1898 ging hervor, daß der Verband rege bemüht war, die ihm ftatutgemäß gestellten Ausgaben zu erfülle», insbesondere das Religionsschulwesen sowie die Ausbildung von Religionslehrern und sonstigen Kultusbeamten zu fördern. Nach erfolgter Wahl besteht nunmehr der Verbands-Ausschuß aus den Herren: S. Schoenlank—Posen, Verbandsvorst-her, Rechtsanwalt Salz—Posen, stellvertretender Verbandsvorsteher, S. Silberberg—Posen, Kassenführer, Kommerzieu- und Stadtrath Herz—Posen, Jsr. Friedländer— Posen, M. Werner—Posen, Rechtsanwalt Breslauer—Rawitsch, Rabbiner Bloch—Jarotschin, I. Jastrow—Rogasen, A. Herzfeld—Grätz, Rittergutsbesitzer Js. Rohr—Langguhle—Bojanowo, Emil Cohn— Krotoschin. Die Fachkommission besteht aus den Herren: Gemeinderabbiner Dr. W. Feilchenfeld— Posen, Rabbiner Dr. Bloch—Posen, S. Silberberg— Posen, Louis Oppler—Pleschen, Kreisphysikus Dr. Rubensohn—Grätz. Ferner wurde beschlossen, daß der Verbands-Vorsteher berechtigt sein soll, die statutgemäßen Jahresbeiträge erforderlichenfalls zu ermäßigen, um auch den kleineren Gemeinden den Beitritt zum Verbände zu erleichtern. Die Errichtung von Rabbinats-Bezirken im Bereiche des Regierungs- Bezirks Posen erklärte die General-Versammlung für wünschenswerth und beschloß zugleich, den Deutsch- Israelitischen Gemeinde-Bund zu Berlin zu ersuchen, hierfür bei eintretender Abänderung des Gesetzes über die bürgerlichen Verhältnisse der Juden vom 23. Juli 1847 zu wirken. Der Etat des Verbandes für 1899 wurde in Einnahme und Ausgabe auf 1314,77 Mark festgestellt. Insterburg, 6. Februar. (Thierschutzverern.) Die „Ostdeutsche Volkszeitung" schreibt: Die Generalversammlung des Vereins, welche gestern Nachmittag im Königlichen Hof" tagte, war sehr zahlreich besucht. Herr Rabbiner Dr. Beermann hielt einen Vortrag über „Thierschutz in Bibel und Talmud mit besonderer Berücksichtigung der Schächtfrage." Es sei bemerkt, daß Redner seine Ausführungen mit der Mittheilung schloß, daß der Direktor des physiologischen Instituts in Berlin, Professor Dr. Th. W. Engelmann, ihn noch gestern schriftlich benachrichtigt habe, daß er immer noch der Ansicht vom Jahre 1v93 sei, daß nämlich das Schächten allgemein als humanste Schlachtmethode an die Stelle aller anderen zu treten habe. Nachdem Herr Landrath Brasch als Vorsitzender des Vereins zugleich auch im Namen der Versammlung dem Redner gedankt hatte, wurde nach

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.