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Der Israelit · 1899-02-09 · Heft 12-13 (9.2.1899) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 12-13 (9.2.1899)
Date
1899-02-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
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222 Angenommen es wären noch viel weniger gute Haare an mir, als man mir hier läßt, aber wenn man wirklich glaubt, durch meine Discreditirung sei eine verlorene Sache zu retten, so hätte man das ja viel bequemer, kürzer und derber machen können. Man brauchte ja nur zu sagen: Der Skribent behauptet, die Jubiläumsredner haben den Treueid geschworen, dem Vorbild Dr. Hildesheimers zu folgen — das ist eine feige Verleumdung. Der Skribent behauptet, Dr. Hildesheimer habe am 12. Jjar 5644 erklärt, zwischen ihm und den Entrepreneuren des Rabbinerverbands läßt sich keine Brücke schlagen — das ist eine feige Verleumdung. Der Skribent behauptet, die Jubiläumsredner gehören' zu dem von ihrem Vorbild geafferten Rabbinerverband — das ist eine feige Verleumdung. Das hätte gesessen. Dazu wird aber nicht einmal ein Anlauf gemacht. Das, worauf es einzig und allein ankommt, wird übergangen und durch einen Dunst von Phrasen und Entrüstung zu verhüllen versucht, denn für das, worum es allein sich handelt, giebt's keine Antwort und kein Dementi. Deßhalb müssen diese Erbärmlichkeiten herhalten. Ich bin ein anonymer Scribent. Wer macht mir diesen Vorwurfs Ich weiß es nicht; es ist ein anonymer Scribent. Wein, es ist keiner; ich will dem Scribenten nicht mit dieser Münze heimzahlen. Seine Zeitung trägt die Verantwortung für das, was der Correspondent schreibt, wie die Zeitung, die meinen Brief enthielt, auch dafür die Verantwortung übernimmt. Das sollte ein Berliner Journalist wiffen, wenn er die sechste Großmacht nicht für ein Sammelsurium anonymer Scribenten hält. Mich hat die gähnende Kluft geschmerzt, die ich zwischen den Worten und Thaten mancher Jubiläumsredner gewahrte und dieser Schmerz allein hat mir die Feder geführt. Ich habe den Namen Hildesheimer gegen seine Trübung und Verdunkelung schützen wollen. Den Vorwurf, daß ich feige oder nruthige Verleumdungen verbreite, gebe ich so lange zurück, als mir nicht namenlich aufgezählt wird, wann, wo, wie ich Jemanden verleumdet. Diese Nachhilfe darf ich bei meinem schwachen Gedächtniß erwarten, von dem ich aber glaube, daß es manchen noch immer nicht schwach genug ist, weil es doch noch bis zum Jjar 5644 zurückreicht. Dagegen gestehe ich gern zu, daß ich von den anonymen Skribenten, die Dr. Hildesheimers Wirken bei Gründung des Rabbinerseminars rc. begleiteten, in der Thal nichts weiß. Es liegt mir fern ihre Existenz in Abrede zu stellen, aber ich habe keine Kenntniß davon und noch weniger einen Theil daran. Wohl weiß ich, daß es hervorragende Männer gab und gibt, die unbeschadet ihrer rückhaltlosen Verehrung für Rabbiner Dr. Israel Hildesheimer, betr. Einrichtung und Organisation seines Rabbinerseminars in mehr oder weniger wichtigen Punkten eine von des Meisters verschiedene Auffasiung hatten, daß sie auch betr. des Lemaan- Zijon-Vereins und der Erklärung über den Talmud eine mit der HildeSheimer'schen nicht ganz conforme Anschauung vertraten, aber mit allem dem hatte und habe ich nichts zu thun. Rabbiner Dr. Hildesheimer ist mein zu dem ich allezeit mit der Verehrung des Schülers zu seinem Meister emporblicke, gegen den die Feder zu führen, mir die Hand den Dienst versagen würde; dessen Verehrung keine plötzlich erwachte ist, wie mir hierunterstellt wird, sondern, die sich an Alter und Intensität wohl mit derjenigen mesien kann, die noch viel geräuschvoller sich in den Pathos der jüngsten Jubiläumslage geltend machte, als die meinige in meinen jüngsten Briefen anonym zum Ausdruck gelangte. Diejenigen, gegen welche ich mich auch nach alledem noch gegen den Vorwurf vertheidigen muß, als juchte ich die Anhänger des HildeSheimer'schen Wirkens zu täuschen, habe ich keine Hoffnung eines besseren zu belehren. Wenn ich sie täuschen wollte, dann müßte ich mick selber täuschen, denn ich bin Fleisch von ihrem Fleisch und Geist von ihrem Geist. Diese Selbsttäuschung freilich mache ich nicht mit. Sie ist es, von der ich meine Genossen befangen glaube. Aber ich bin sicher, daß diese Befangenheit nicht von Dauer sein wird, zzxb pnne cnat? ‘lixan. Die uns gemeinsame Verehrung vor unserem 'ai wird sie von der widernatürlichen Verbindung losreißen, zu der sie sicher niemals die Hand geboten hätten, wenn man sie nicht systematisch über die abweichende Gesinnung und die unbeugsame Prinzipientreue getäuscht hätte, mit der sich unser väterlicher Freund und Lehrer von der Verquickung mit allen diesen Elementen stets frei zu halten wußte. Wenn es kein Verbot gäbe mv rrrft, wenn unsere uns nicht die Mahnung hinterlaffen hätten yenS nsnjm Ps und nzzb py:u psi, wenn alle diese Bedenken wegfallen könnten, wenn ich mich sogar bereden könnte, ich beginge eine verdienstliche Handlung durch meinen Anschluß an diese Elemente: das Andenken an meinen theuren Lehrer Dr. Israel Hildesheimer und an sein m'tc in dem Kampfe, den er sein ganzes Leben mit diesen a^raa a'n'-M siegreich kämpfte, diese eine Erwägung wäre stark genug, um mich von dieser Verbindung zurückzuhalten. Tnawo bv' an1? ry ^ano m xb: cbi-P c*;a ny -y nayx. Dresden, 5. Febr. Ein dieser Tage verstorbenes Mitglied der hies. israel. Gemeinde hat dieser 260,600 M. hinterlaffen. Der jetzt Verstorbene hatte bereits vor Jahren diesen Betrag der Dresdner Stadt-

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