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Der Israelit · 1899-02-06 · Heft 11 (6.2.1899) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 11 (6.2.1899)
Date
1899-02-06
Page
– (sequence 6)
Language
German
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206 32U> Jahren zogen also unsere Ahnen ans dem Pharaonenlande und vor präcije loo Jahren ließen sich unsere Väter definitiv im „Gottesländchen" nieder!! Von diesem merkwürdigen historischen Zusammentreffen mögen unsere Brüder und Schwestern sowohl am weihevollen Vorabende (Seder-Abend), wie am ersten Festtage Act nehmen, und dann dürfte es ihnen nicht schwer fallen, eine entsprechende Form für die zu veranstaltende Jubelfeier zu finden/' Türkei. § Konstatttirropel, 22. Jan. (ZurIudeneinwand erung in Palästina.) Da« türkische Amtsblatt veröffentlicht folgendes Communiqus: Von mehreren Seiten wurde an den Großvezier die Anfrage gerichtet, ob sich das Verbot der Judeneinwanderung nach Palästina auch auf solche Individuen beziehe, die sich dort mit ihren Familien dauernd niederlaffen wollen. Seine Hoheit hat nun entschieden, daß sich das genannte Einwanderungsverbot auf alle Juden ohne Unterschied, ob sich dieselben nur zeitweilig oder dauernd in diesem Lande niederlaffen wollen, beziehe.? Konstatttinopel. Der amerikanische Gesandte Oscar S. Straus hat das Patronat für ein großes Wohlthätigkeitsfest zu Gunsten des jüdischen Krankenhauses übernommen. Ein gewisser Isaak Fernandez hat bei dem Großvezier ein Gesuch eingereicht, um die Erlaubniß einen jüdischen Kolonisationsverein zu gründen. Da sein Projekt nichts Zionistisches enthält, so ist ihm diese Erlaubniß in Aussicht gestellt worden. Griechenland.? Larista. Noch immer sieht die Situation hier für die Juden sehr schlimm aus, denn nicht nur der rohe Pöbel folgt seinem Judenhaß sondern selbst richterliche Beamte und Staatsanwälte, oppelliren an die blinden Leidenschaften des Pöbels. Es sind deßhalb die Herren Moses Abraham, der Präsident der hiesigen Gemeinde und Raphalaki Cohen, ein hochangesehenes Mitglied derselben, nach Achen gereist, um dort gemeinsam mit Charles Rothschild, Präsidenten der Athener Gemeinde, eine Audienz bei König Georg nachzusuchen nnd demselben die traurige Lage der theffalischen Juden zu schildern. Amerika. New Uork, 27. Jan. In den Senat der Vereinigten Staaten von Amerika ist jetzt wiederum ein Mitglied jüdischer Religion eingetreten, nachdem längere Zeit ein Jude Mitglied dieser hohen Körperschaft nicht gewesen war. Es ist dies Joseph Simon aus Portland in Oregon, welcher überhaupt der vierte Jude im Senat der Vereinigten Staaten ist. Der erste war David Lewy Jules, welcher zuerst von 1845—51 und dann noch einmal von 1855—56 den Staat Florida im Senat vertreten hat. Der zweite war der berühmte Nechtsgelehrte Juda Benjamin, der dem Senat von 1853—61 angehört hat nnd beim Beginn des Bürgerkrieges aus demselben ausschied. Er war Vertreter des Staates Louisiana und als solcher folgte ihm auch Franklin Jonas der sich ebenfalls als bedeutender Jurist einen hervorragenden Namen gemacht hat. Nachdem dann lange Zeit kein Jude dem Senat angehört hatte, ist nunmehr Joseph Simon in diese Körperschaft eingetreten.? New-Uork. Der hiesige jüdische Jünglingsverein, der überhaupt einen mächtigen Aufschwung nimmt, hat von Jacob Schiff ein Haus für seine Zwecke zum Geschenk erhalten, das einen Werth von 63 000 Mark hat, ein selbst für amerikanische Verhältniffe fürstliches Geschenk. — Leider sind wieder zwei Fehlschläge von jüdischen Ackerbaukolonien zu berichten. Der eine ist der Zusammenbruch der Ansiedelung in Smith Valley in Nevada, durch den 40 Seelen der jüdischen Gemeinde in San Francisco zur Last fallen. Der andere Fall liegt tragischer. In Barron County, Staat Wisconsin, sind 75 jüdische Familien in Folge Waldbrandes ruinirt und haben ihre Hauser, Hausrath und Ackergeräth ganz, ihr Vieh zum großen Theil verloren. Man bemüht sich in Chicago die Mittel aufzubringen, um die ohne ihre Schuld Ruinirten in den Stand zu setzen, ihre Arbeiten zu beginnen. > Personalien. Heilbrourr Unserem verehrten Lehrer und Kantor Dreifus war es vergönnt, vorige Woche auf eine 25jährige Thätigkeit in hiesig>r Gemeinde zurückzublicken. Wenn auch besonderer Umstände halber von einer öffentlichen und all gemeinen Feier abgesehen wurde, so ließen es sich die Vertreter der Gemeinde, die Geineindemitglieder selbst, der israelitische Lehrerverein und seine ehemaligen uud jetzigen Schüler nicht nehmen, dem verdienten Lehrer und tüchtigen Kantor ihre Dankbarkeit zu zeigen. Herr Rabbiner Kahn an der Spitze des Kirchenvorsteher-Amtes beglückwünschte den Jubilar und dankte ihm für seine ersprießlichen Dienste in der Schule und in der Synagoge. Er überreichte als Ehrengabe ein namhaftes Geldgeschenk; ebenso überbrachte eine Abordnung der Gemeindemitglieder wie auch die ehemaligen Schüler prachtvolle Gaben. Auch die Schüler der Religionsschulen wollten nicht Zurückbleiben. In einer kleinen Schulfeier wies Herr Rabb. Kahn in sinnigen und trefflichen Worten auf die Bedeutung des Tages hin, und ein Schüler der oberen und eine Schülerin der unteren Klassen brachten hierauf ihre Angebinde dar. Der Jubilar dankte allen gerührt für die vielen Beweise der Liebe mit dem Gelöbnis, auch fernerhin treu zu wirken im Dienste Gottes. Lehrer E i ch b e r g.

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