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Der Israelit · 1899-02-06 · Heft 11 (6.2.1899) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 11 (6.2.1899)
Date
1899-02-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
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204 Wissenschaft erst eine dunkle Ahnung von dem erlangt, was unsere Voreltern am Sinai bereits erfahren haben, daß nämlich das Hörbare sichtbar sich darstellt. Denn rb'pr nt rx7 cjn „das ganze Volk sah die Stimmen," sagt die Thora, und unsere Weisen haben es begriffen und auch auf dieses Wunder uns aufmerksam gemacht. So that die Gottheit in der geheimnißvollsten Weise und doch zugleich sichtbar sich kund, und wir verstehen das Wort unserer Weisen, wenn sie uns sagen rrr -;;r er *-r* r-rn 'exSe xcrrr ^x-r* xe- Sechzig Myriaden dienender Engel kamen dort herab, entsprechend den sechzig Myriaden Jisroel's. Denn an anderer Stelle sagen sie, in der Thora seien 60 Myriaden Schriftzeichen (Buchstaben) enthalten, entsprechend der Seelenzahl Jisroel's und sie haben hierfür in dem Namen Jisroel selbst eine Andeutung gefunden, denn er bildet die Anfangsbuchstaben zu den Worten rr-r^ jvr;j$ x-e-] rrj£* r\ (ES befinden sich 6OO,OOO Buchstabenzeichkn m der Thora). Jedes Zeichen der Thora ist eben ein Gesandter Gottes, em Diener des Höchsten, denn so sagt Jeschajah (im 5b. Kop'tcl.) CX '7 cp"! -bx er' x7 'Le xr "rx "IC"!!7'7!' sc •vn7r -rx rpyr* rxer “rx rx rrry: „So sei mein Wort, das herausgeht aus meinem Munde, nicht soll es leer zurückkehren, sondern es soll vollsühren, was ich verlangt und ausrichtcn, wozu ich cs gesandt habe." Jedes Zeichen der Thora ist göttlich und erfüllt den Zweck des Höchsten, wie ein Engel, der ihm dient. So ist denn Jisroel mit seinem Gott aus das Engste verbunden und das Gesetz, seine heilige Thora, bildet das Bindemittel zwischen dem Höchsten und uns. Herrliche Symbole finden unsere Gelehrten hierfür. So weist beispielsweise das heilige Sohar- Buch auf die Stelle hin 02. B. Moscheh, Eap. 3, V. 1 5) ““ “-6 *“ct nr C777 er -t („Dies ist mein Name in Ewigkeit und dies mein Denkwort in den fernsten Geschlechtern") und führt aus: „Der Zahlenwerth des Wortes 'er, verbunden mit demjenigen der beiden ersten Buchstaben des heiligen Namens " ergiebt die Zahl 365, die Anzahl der Verbote, und der Zahlenwerth des Wortes '“er in Verbindung mit dem der letzten beiden Buchstaben des göttlichen Namens, ergiebt 348, die Anzahl der Gebote." Mit anderen Worten soll hierdurch symbolisch angedeutet werden, daß das Prinzip der ewigen Wahrheit mit den 613 Geboten, die am Sinai offenbart wurden, in engster Verbindung steht, d. h., durch diese Gebote thut sich die Wahrheit kund. Und wie der große Gottesmann Moscheh mit seinem körperlichen und geistigen Dasein für Gott und sein Gesetz in die Schranken trat und solches durch sein Leben ilnd Wirken, welches ja in Heiligkeit aufging, gleichsam verkörperte, so sagen unsere Weisen auch: rer: 72 Vre ky nrc rer: “ccc ,“7'> rrc : 7x-r* 77 7'pr “re 'L''e'2 7x~r‘;"t „Die Seele unseres Lehrers Moscheh seligen Andenkens ist der Inbegriff aller Seelen Jisroels, wie es auch heißt: Moscheh wiegt ganz Jisroel auf. Der Zahlenwerth der Worte nre ist 613 gleich der Anzahl sämmtlicher Gebote." Moscheh war ja der geistige Führer des Volkes, er hatte für dieses sein Leben hingegeben, in den Tod gehen wollen. Und als sich das Volk schwer versündigt durch das goldene Kalb, da war es nur das Gebet jenes göttlichen Mannes, welcher Jisroel rettete. Andererseits war aber auch Moscheh derjenige, welcher dem Volke den hohen geistigen Schatz vermittelt hatte, durch den Jrsroel unverwüstliche, alles überdauernde Kraft zu ei gen wurde; daher wiegt Moscheh ganz Jisroel auf, und wenn unsere Weisen auf den Zahlenwerth des Namens Hinweisen, so soll dadurch gesagt sein, daß dieser große Mensch das göttliche Gesetz durch die Unterweisung, die er dem Volke gab, verkörperte. — Die Innigkeit des Bündniffes zwischen Gott und seinem Volke aber darzuthun, sagen unsere Lehrer: „In den 70 Aeltesten, Moscheh und Ahron, stellt sich durch die Zahl (72) der allerheiligste Namen Gottes, der die Liebe ist, dar, und verbindet man diese Zahl, mit dem Zahlenwerthe des Wortes 7x-r-, so erhält man den Werth 613, die Anzahl der Gebote und ebenso wird dieses Gesetz in jeder Generation durch die 70 Aelresten, den Nasi und den p re ex (den obersten Richter), welche insgesammt die Leiter des Volkes bilden, im Verein mit Jisroel selbst repräsentirt. Diese erhabene Allegorie will uns sagen,'daß der Ewige nur aus inniger Liebe zu seinem Volke, um es zu erhalten und groß zu machen, ihm das Gesetz verliehen und sich so durch Ueberlieserung der großen Wahrheit mit dem Volke Jisroel vereint und in diesem Volke und durch dasselbe der Welt die Wahrheit in liebevollster Weise kund gethan werden soll. Diejenigen aber, die an der Spitze stehen (jene oben erwähnte Behörde, war die ehemals in Babylon residirende) d. h., die diese Lehre bewahren und vor Entstellung behüten, sie verkörpern wiederum in ihrer Einigkeit mit Gott und seinem Worte, das Prinzip des Ewigen, Unveränderlrchrn und bilden das vermittelnde. Glied zwischen Jisroel und seinem Gotte und verleihen dem Volke Ansehen und Würde. Möge aber das Volk Jisroel, mögen unsere Glaubensgenossen an allen Enden der Erde sich jener grenzenlosen Liebe des Schöpfers durch Treue und Gehorsam Werth zeigen. Mögen sie die wunderbare Kraft des göttlichen Wortes mit ihrem ganzen Vermögen und Können hochschätzen und erkennen, daß Gott und sein Gesetz der Hort und die Zuflucht unseres Volkes sind, daß nur in der Verbindung j mit der ewigen Wahrheit unserem Volke die Existenz i gesichert wird, und daß wir nimmer zu zagen brauchen,

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