Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 11 (6.2.1899)
- Date
- 1899-02-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Xli. Jahrgang. M Ml Der Israelit. Ein Kentrat-Hrgan für das orthodore Iudenthum. Begründet von Dr. ITefjmanu in Main}. %Jtonta$, de« 6. Februar 5659 (1899). Leitender Artikel. Die Gesetzgebung. (Zu rrr ratns.) Von Simon Frankfurter, Wesel. (Schluß.) Betrachten wir nun noch die großen Wunderthaten, die der Allmächtige damals bei der Gesetzgebung ausübte, um dem Volke, das verstockten Herzens und rauhen, ungläubigen Smnes war, Ehrfurcht einzuflößen und es über die unendliche, unermeßliche Größe des Weltenschöpfers zu belehren. Der Berg Sinai, jener mächtige Felsen, er erzitterte in seinen Grundfesten und Rauchsäulen entstiegen ihm, gleich dem Rauche eines flammenden Ofens ixb piro iebti Tr, „der Schall des Schofar's, er nahm zu und ward sehr stark", sagt die Thora (2. B. Moscheh, Cap. 19, V. 19) Hier machen uns unsere Werfen schon auf das Wunderbare dieses Schofartones aufmerksam, der entgegen der Natur, an Stärke zunahm, je länger er angehalten wurde. Dann heißt es ^ps 7;;r cp^rr *i:t tob Moscheh redete und Gott antwortete ihm mit einer Stimme. Hierzu bemerkte unser Lehrer Bechey: „Es war ein großes Wunder, daß ganz Israel, das drei Meilen (jrxns) weit umherstand, die Stimme Moscheh's vernahm, trotzdem der gewaltige Schall des Schofar's unter natürlichen Verhältnissen jenes hätte verhindern müssen. So theilt uns aber die Schrift das auffallend große Wunder mit, daß Moscheh redet und Gott ihm die Kraft verlieh und seiner Stimme dazu verhalf, daß er siederartig erheben konnte, daß ganz Jisroel sie vernahm und ihn verstand. Das Wort UM' wird, anolog einer Stelle in Hoschea (Kap. 2, V. 23), mit unterstützen, helfen, zu erklären sein. (Mithin: Moscheh redete und Gott unterstützte ihn mit seiner Stimme.) Die Stimme des Allmächtigen aber, die sie in ihrer Furchtbarkeit und Allgewalt vernahmen, blieb ihnen ein Wunder. Nicht etwa möge man denken, daß es die physische Kraft jener Stimme gewesen ist, die sie dermaßen erschreckte, daß sie Moscheh baten, er möge mit ihnen reden, und mcht Gort, da sie sonst sterben müßten. Nein, es muß doch etwas Anderes gewesen sein, um diese GotttSstrmme, von der wir Menschen uns keinen Beanff machen können. prv> Ti) c'ijycB» min:n 'bb *]b rrrr xbi jc'-im jnsw tobi ann ^p paro ‘nrw bmtrb ntws „Die beiden ersten Worte, (oaS Gebot „ich bin der Ewige dein Gott", und „Du sollst keine andere Götter haben"), haben sie aus dem Munde der Allmacht vernommen, und dies ist der Unterschied zwischen Moscheh und Jisroel. Jisroel hörte den Schall der Worte, Moscheh aber vernahm die Worte." So ist die Ansicht vieler unserer Weisen, und als Hinweis 721 für diese Ansicht, daß Jisroel nur die ersten zwei Gebote von Gott selbst gehört habe, wird im Midrasch Schir haschirim rabboh der Vers (5. B. Moscheh 33, 4) angeführt und dahingedeutet rriTi i'äb tob ub rrat mn. Die Thora hat uns Moscheh geboten d. h. nach dem Zahlenwerthe des Wortes ni.i hat uns Moscheh 611 Gebote aufgetragen, während wir die fehlenden zwei — es sind ja Öi3 — vom Ewigen vernommen haben. Diese beiden Gebote wurden in wunderbarer, dem Menschen nicht erklärlicher Weise, in einem einzigen mächtigen Schalle von der Gottheit den Menschen zugerufen. Und jene gewaltigen Stimmen, welche die Erde schon am frühen Morgen hatten erbeben gemacht, auch sie waren einzig in ihrer Art. Heute hat die