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Der Israelit · 1899-02-02 · Heft 10 (2.2.1899) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 10 (2.2.1899)
Date
1899-02-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
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m aus der Bomberg'schen Offizin zu Venedig hervorgegangen; ein Gebetbuch nach deutschem Ritus, Prag 1527; die haggadische Auslegung zum Pentateuch und den fünf Megillot, Midrasch Rabba, Konstantinpel 1642, u. A. Weiter sind hier die werthvollen Drucke der spanischen Juden, die diese nach ihrer Verbannung aus ihrer Heimath als kostbarsten Besitz nach Italien brachten, hier die ersten Erzeugniffe des hebräischen Buchdrucks in den Städten des Kirchenstaats, die herrlich ausgestatteten Druckwerke der Soncinatenfamilie, und viele andere Inkunabeln vertreten. Das Ritualwerk Abudrahim, in Liffabon gedruckt, die Philosophie des Moses ben Maimon, More Rebuchim, die von einigen Forschern für das erste hebräische Druckwerk gehalten wird; die herrlich ausgestaltete Soncinatenbibel vom Jahre 1485 sind wahre Prachtstücke der Sammlung. Die Bibelausgabe Soncino 1486 ist im Privatbesitz wohl überhaupt nicht mehr zu finden, und es ist nur zu bedauern, daß das Werk hier nur fragmentarisch erhalten ist; doch auch so hat es einen hohen Werth. Jndeß liegt die Bedeutung der Berliner'schen Bibliothek nicht nur in solchen speziellen Cimelien; ihren Hauptwerth machen die Gebetstammlungen aus, die in einer Zahl und in einer Mannigfaltigkeit vorhanden sind, ,wie sie wohl wenig andere Bibliotheken aufzuweisen hab.n. Gebetbücher aller Zeiten, aller Länder und Städte mit ihren abweichenden Riten sind hier vereinigt. Welchen Werth derartige Schriften haben, die ja stets im Gebrauch waren, abgenutzt oder vernichtet wurden und von denen oft nur ein einziges Exemplar wie durch Zufall auf die Nachwelt gekommen ist, kann man unschwer ermeffen. Eine weitere Besonderheit der Sammlung bilden die in ihr vereinigten, nahezu vollständig gesammelten wissenschaftlichen Kataloge aller Bibliotheken, die hebräische Handschriften oder eine bedeutende Zahl einschlägiger Druckschriften besitzen. Sind es auch nur skizzenhafte Umrisse, die ich im Vorstehenden geben konnte, so mögen sie doch wenigstens geeignet sein, von der Bedeutung unserer hebräisch-jüdischen Abtheilung im Allgemeinen, wie von derjenigen der jüngsten ihr zugewendeten Sckenkung, der Sammlung Berliner, im Besonderen einen Begriff zu erwecken. In seinem Vorwort zu dem vonmir vor drei Jahren aus Anlaß der Vollendung des Bibliothek-Erweiterungsbaues herausgegebenen Buche über unsere Stadtbibliothek hat der Magistratsdeputirte, Herr Bürgermeister Dr. Heuffenstamm, mit Recht hervorgehoben, daß unsere Anstalt ihre Entwickelung zu ihrer heutigen Bedeutung „in erster Linie dem bewährten Altfrankfurter Bürgersinn verdankt, der sich zu allen Zeiten in werthvollen Legaten und Schenkungen geäußert hat," und hat mit dem Wunsch geschloffen, es „möge die opferfreudige Bethätigung dieses Bürgersinnes auch in der Folgezeit unserer Stadtbibliothek niemals fehlen." Ueber Erwarten reich ist dieser Wunsch schon in der kurzen, seither verfloffenen Zeit in Erfüllung gegangen. Die Zuwendung der erforderlichen Mittel für den Ankauf der wichtigsten Goethe-Briefe aus dem Nachlaß Brentano, die Schenkung der herrlichen Gustav Freitag- Bibliothek durch Herrn Leopold Sonnemann und die neueste Schenkung der Sammlung Berliner sind fürwahr glänzende Beweise dafür, daß der patriotische opferfreudige Sinn unserer Milbürger nicht ausgestorben ist, sondern thatkräftig fortlebt und fortwirkt. (Stadtbibliothekar Professor Dr. Ebrard, Frankfurt, in der Franks. Zeitung.) Fürth, 30. Jan. Der Ausspruch unserer Weisen C”prr6 hbid in» «w to» kann auf die schönen und guten Bestrebungen Anwendung finden, die von den Mitgliedern des Vereins „Ohawe Thora" seit über einem Jahre mitlobenSwerthem Eifer uno Geschick ins Werk gesetzt werden. Die von demselben eingerichteten Lehrgänge für Mischna und Talmud, in welchen methodisch und planvoll W.ffen und Lernen gepflegt werden, gedeihen fortgesetzt und erfreuen sich wachsenden Zuspruchs, wie auch die von demselben Verein begründeten Raschivorträge, bei welchen im Anschluß an den Raschicommentar die tiefen Gedankenschätze der altjüdischen Schrifterklärer zu dem jedesmaligen Wochenabschnitte besprochen werden, eine große werbende Kraft ausüben und sozusagen ein stets „ausverkauftes Haus" vor finden. Die wachsende Beliebtheit und Würdigung, deren sich die Bestrebungen des Vereins erfreuen, konnte man so recht deutlich vor einigen Tagen sehen, da letzterer die Einweihung seines neubezogenen Lokals feierte. Die schönen und hellen Räume waren von Mitgliedern und Freunden überfüllt, und fanden die Ansprachen verehrter und würdiger Lehrer den dankbaren Beifall der frohgestimmten Menge. Alle Anwesende belebte das Gefühl, daß der Verein berufen sei, bisher Mangelndes zu ergänzen und Schein durch Wahrheit zu ersitzen. Möge ihm dieses in immer vollkommenerem Maße gelingen; der Beifall aller wirklichen und wahrhaften Thorafreunde ist ihm sicher. Forbach (Lothringen), 30. Jan. In Nr. 6 auf Seite 101 Ihres geschätzten Blattes vom 19. 1. 99 beschäftigt sich der Einsender mit den Frauen hiesiger israelitischer Gemeinde und legt ihnen ihre heilige Pflicht, bezüglich der Benutzung des Mickwe, an's Herz. Hierfür gebührt dem Einsender Dank, obwohl hierorts jeder Frau ihre Pflicht bekannt ist. Wie kommt es aber, wird jeder Leser fragen, daß Einsender gerade die Frauen unserer Gemeinde an ihre Pflicht erinnert und nicht diejenigen, die dazu berufen sind, die religiösen Einrichtungen in brauchbarem Zustande zu erhalten, und über die Ausfüh-

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