Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 8 (26.1.1899)
- Date
- 1899-01-26
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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142 Herrn Rechtsanwalt Ofner, dem II. Eulkus-Vorstande Herrn Eommerzienrath Banlier Kirchdörsser, dem Mitgliede der Schulcommission Herrn Antiquitätenhändler Adolf Stern, sowie den weiteren Verwaltungs-Mitgliedern Herrn Privatier- Michel Nußbaum und Herrn Privatier Albert Landauer. Herr Rabbiner Dr. Werner hob in schwungvoller, tief durch: dachter Rede hervor, wie die Lehrlhätigkeit von jeher eine der fundamentalsten Plätzen und einer der wichtigsten Grundpfeiler in Israel gewesen sei und wie derjenige, der gleich dem Jubilar in Ausübung seines der Unterweisung und Heranbildung der Jugend gewidmeten Berufes stets aus der Höhe seiner Ausgabe steht, sich um die Gesammthest unschätzbare Verdienste erwirbt. Hieraus ergriff der I. Vorstand der Cultus-Gemeinde, Herr Rechtsanwalt Ofner das Wort, um in warm empfundener Rede zu bekunden, wie der Jubilar sowohl seines Amtes als Lehrer, sowie desjenigen als Cantor jederzeit mit einer Pünktlichkeit, Pflichttreue und Berufs: sreudigkcit gewaltet, so daß sein Beispiel der Jugend, deren Anleitung seinen Händen anvertraut ist, voranleuchten und als Pfadweiser dienen kann. Der gesammte Eultus-Ausschuß widmete Herrn Lehrer Frei ein höchst ehrenvolles Schreiben, in dem es u. A. heißt! „25 Jahre sind es heute, seit Sie in den Dienst der Eultus-Gemeinde getreten uud als Religionslehrer und Edordirigent thätig sind. Seit nahezu 24 Jahren bekleiden Sie auch das Amt eines Eantors. Mit Stolz und inne er Befriedigung können Sie auf diese lauge Zeit Ihres -Wirkens dahier zurückblickeu. Es würde zu weit führen, Ihre hervorragenden Leistungen aus den einzelnen Gebieten Ihrer vielseitigen Thätigkeit besonderhervorzllheben. Mit ausge zeichnetem pädagogischen Geschick und seltener Berufsfreudigkcit haben Sie cs stets verstanden, sich die Liebe und Achtung Ihrer Schüler weit über die Schule hinaus zu erwerben und zu erhalten. — So nimmt heute neben der Schuljugend eine erhebliche Anzahl unserer Gemeindeinitglie:er a s dankbare Freunde und aufrichtige Verehrer ihres ehemaligen Lehrers innigen Antheil an dessen Iubeliage. Auch wir begehen mit besonderer Genugthuuug de»! heutigen Tag als eine,: Festtag, der uns freudigen Anlaß gibt, Ihnen unsere herzlichsten Glückwünsche, sowie den aufrichtigsten Dank für Ihre hinge ende uud erfolgreiche ThätigkAt auszusprechen uno als äußere Bethätiguug unserer guten Wünsche, sowie der Anerkennung Ihrer besonderen Verdienste beifolgende Ehrengabe zu überreichen." Mit vorzüglicher Hochachtung :r. Die Ehrengabe bestand aus einem Kasten mit prachtvollen Silberbestecken von sehr groß m Werth Ter Beklcidungsverein gratulirte dein Jubilar durch eine Deputation, bestehend aus den Damen: F,au Rnbb. Wwe. Dr. Perles, Frau Rabbiner Dr. Werner und Frau Johanna Kohu, welche gleichzeitig als Ehrengabe einen schweren silbernen Pokal überreichten. Das Lehrer-Eolle gium, welches in überaus herzlicher Weise seinen Glückwünschen Ausdruck verlieh, spendete dem Jubilar als Zeichen der Aufmerksamkeit einen ebenso praktischen, als eleganten Ruhestuhl. Die B'ne Beris-Loge gratulirte durch ihren Präsidenten, Herrn Rentier Louis Dannhauser und durch Herrn Rentier Heinrich Thannhauser. Der Director der Frauen-Arbeitschule, Herr Dr. Kriegbamner, beglückwünschte den Jubilar schriftlich uns hob hervor, wie sehr es ihn freue, einem so ausgezei uneten Pädagogen an dessen Ehrentage feine Antheilnahme zu bezeugen. — Ein warmer Freund des Jubilars, der hochbctagte Generalarzt Herr Dr. Moriz Neuhofer, widmete demselben als Beglückwünschung schwungvolle, tiefes herzliches Empfinden athmende Verse, welche dessen vielseitigen Verdienst feiern. Herr Frei erhielt außerdem eir»e ungemein große Anzahl von schriftlichen und tele graphischen Glückwünschen von hier und auswärts zum Theil auch aus weiter Ferne; au dem auf den Jubeltag folgendert Sabbat strömte eine große Menge von gratulirenden Besuchern zu dem Jubilar. Die Räume desselben vermochten karim die Fülle von duftigen Spenden zu fassen und glichen einem reichen, farbenprächtigen Blumenhain. Außerdem wurde Herr rehrer Frei von einer sehr großen Anzahl von Verehrern durch Geschenls in Silber und anderer mannigfacher Art, sowie durch Spenden in köstlichen Früchten, Weinen und Süßigkeiten ausgezeichnet. Möge es v esem vortrefflichen Beamten, dessen Berusöeiser und Pflichttreue ebenso mustergiltig sind, als sein lauterer Eharacter und sein liebenswürdiges Wesen ihm allgemeine Beliebtheit envorbeii haben noch eine lange Reihe von Jahren vergönnt lein, seine eminente Kraft gleich lvie bisher in den Dienst der Allgemeinheit lind des Gesammtwohles stellen zu können! Vermischtes. München, 22. Jan. Laut Bericht des Standesamtes München I wurden bei demselben im Jahre 1898 8712 Ehen geschlossen gegen 8424 in 1897. Hierunter: Der Mann ieraclitisch, die Braut israelitisch in 8!» Fällen, ii u ii ii ii katholisch „ 4 „ „ „ ,i ,i „ Protestant. „ 4 „ „ katholisch, „ „ israelitisch „ 2 „ Im Vorjahre war das Verhältniß wie folgt: Der Rlanu israelitisch, die Braut israelitisch in 80 Fällen, », „ » „ katholisch „ « „ „ „ „ „ Protestant. „ 4 „ „ katholisch, „ „ israelitisch „ 2 „ „ „ vrotestant. „ „ „ „ 2 Die Gesammtzahl der Mischehen ist beim obigen Stan desamt von 888 iir 1807 im Jahre 1808 auf 020 gestiegen: die Zahl der auf Juden treffenden Mischehen ist von 14 in 1897 im Jahre 1898 auf io gesunken. Die rein iSraeliti scheu Eheschließungen haben sich von 80 in 1897 im Jahre 1898 auf 89 gehoben. Höchst a M, 20. Jan. Dienstag, den io. d. Mtshielt der i s r a e l. W o h l t h ä t i g k e i t s - B e r e i n seine diesjährige Generalversamnrlung rinter dem Vorsitze des Biühlenbesitzers, Herrn M a r Ettinghausen, hier ab. Rachdem derselbe in seiner Begrüßungsrede den Anwesenden für ihr zahlreiches Erscheinet: gedankt, erstattete er Bericht über die Ereignisse des abgelaufeue.r Vereinsjahres. Dabei gedachte er des schweren Verlustes, den der Verein in die sein Jahre durch das Hinscheiden dreier seiner bewährtesten Mitglieder erlitten: des sel. Solomon Strauß, der sein warmes Interesse wie für alle religiösen Einrichtungen unserer^ Gemeinde auch speziell unserem Vereine zollte, des Seniors Herrn B. Baum, der auch stets von unsrer guten Sache erfüllt war und schließlich des verdienten Lehrers, Herrn Jakob Schwanthaler. Die Anwesenden ehrteir da^ Andenken derselben durch Erheben von den Plätzen Das vom ^chrifliührer verlesene vorjährige Protokoll wurde ohne Einwand genehmigt. Dem Geschäftsberichte entnehmen wir, daß unser Verein trotz starker Inanspruchnahme über ein Verruögen von 2000 Mark verfügt; gewiß ein erfreuliches Resultat. -Rachdem die Rechnung geprüft uud für richtig befunden, wurde dem Vorstände Decharge ertheilt. Hieraus erfolgte die Vorstaudswahl, in der unser bewährter Vorsitzender Herr Ettinghausen wiederuud für den ausschei denven Schrififührer Herr Joses Baum unser neuer Lehrer und Eantor. Herr Ledermann neugewählt wurde. Nachdem noch einige Anträge erledigt wurden, schloß der Vorsitzende die Versammlung mit der warmeir Bitte und Ermahnung, doch den Satzungen des Vereines getreu, für die Folge auch regeren Antheil bei den werkthätigen Ausführungen dev Pereinszwecke — speziell NQ1 mapi m?n — zw nehmen.