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Der Israelit · 1899-01-26 · Heft 8 (26.1.1899) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 8 (26.1.1899)
Date
1899-01-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
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141 anstimmen wird, irn rrp b3 um tn dann frohlockt auch auch die ganze Erde, jubeln und jauchzen alle Bäume. E. Zierenberg (R.-Bez. Cassel). Ein sehr schönes Fest feierte am vergangenen Mittwoch unsere Gemeinde. Es galt die Einweihung der neuen Synagoge. Schon am nnt? zuvor fand in dem seitherigen Gotteshaus die Abschiedsfeier durch unseren Lehrer Herrn Rosenbaum statt, welcher zu seinem halbstündigen Vortrage den Text nnve -jnxs w 'n "ur gewählt hatte. Die ganze Gemeinde war angesichts des Scheidens von der Stätte, in der sie seit Jahrhunderten ihre Andacht verrichtet, sichtlich tief ergriffen. Am Tage der Einweihung versammelte sich d e Gemeinde nochmals im alten Gotteshause, tvo auch Sr. Ehrwürden Herr Landrabbiner Dr. Prager aus Caffel Abschied von den altehrwürdigen Räumen nahm, wurden unter Gesang die mir *d hinausgetragen und in einem sehr großen imposanten Zuge, woran auch die Spitzen der städtischen Behörden theilnahmen, ging es nach der neuen Synagoge, daselbst wurde von einem Mustkchor zunächst das Bethoven'sche Lied: Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre, in feierlicher Weise vorgetragen. Alsdann überreichte eine hiesige junge Dame unter einer poetischen Ansprache dem Herrn Landrabbiner die Schlüssel, welcher unter ergreifenden Worten die Pforte zum Gotteshause öffnete. Rach dem Gesang des i2L nv durch die Schulkinder unter Mitwirkung der ersten Seminarktaffe des Casseler Lehrer-Seminars unter Leitung ihres Lehrers Herrn Gutkind wurden die Thorarollen in den tnpn gebracht und nach einem Choratgesang. hielt Herr Dr. Prager die alle Anwesenden begeisternde Einweihungsrede, die ihren Höhepunkt in dem äußerst gefühlvollen Gebete erreichte. Nach dem Anzünden des -ran *: und einem Schlußgesang war die officielle Feier beendet, worauf um 1 Uhr das rnn-Gebet verrichtet wurde. Ein gemeinschaftliches Festmahl, bei welchem Herr Dr. Prager den Kaisertoaft ausbrachte, schloß die überaus würdige und erhebende Feier. Am folgenden Tage wurde in ebenfalls feierlicher Weise das Lokal für die isr. Volksschule seiner Bestimmung übergeben und waren hierzu neben dem Königlichen Schulvorstand, auch der Vorstand der Gemeinde wie verschiedene Mitglieder derselben erschienen. Die Festrede hielt Herr Lehrer Rosenbaum, worauf der Vertreter des Königlichen Schulvorstandes, der Kreis- und Lokalschulinspektor Herr Metropolitan Peter dahier herzliche Worte an den Gemeindevorstand, an den Lehrer, wie auch an die Kinder richtete. Nach entsprechender Declamation der Kinder und nach dem Liede: »Groß ist der Herr" hatte auch diese Feier ein würdiges Ende erreicht. Rumänien. Bukarest, 24. Jan. Zwischen Rumänien und Bulgarien ist ein in mehrfacher Beziehung recht intercffanter diplomatischer Konstikt ausgebrochen. Um sich einer gewiffen Richtung der Civilisation tiu de si&cle würdig zu erweisen, hat Bulgarien den Juden aus Rumänien seine Landesgrenze verschloffen. Rumänien ergriff mit Freuden die Gelegenheit, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, und hat seinerseits den mit bulgarischen Päffen versehenen Israeliten das Betreten seines Gebietes verwehrt. Merkwürdigerweise fühlte sich dadurch Bulgarien gekränkt und ließ einen diplomatischen Protest gegen das Vorgehen der rilmänischen Grenzbehörden vom Stapel. Die rumänische Negierung antwortete mit einer Berufung auf das Recht der Gegenseitigkeit. Bulgarien will aber dieses Recht nicht gelten laffen, indem es darauf verweist, daß die rumänischen Israeliten in Rumänien blos geduldet seien, dort keine bürgerlichen Rechte besitzen und daher auch nicht in die Kategorie jener Bewohner des Landes gehörenwelchen Rumänien einen diplomatischen Schutz an, gedeihen zu laffen berechtigt ist. Wie nun verlautet, soll die hiesige Regierung darauf geantwortet haben, daß auch die nicht naturalisirtcn einheimischen Israeliten Rumäniens trotz des Umstandes, daß sie keine politischen Rechte besitzen, als Unterthanen des rumänischen Staates zu gelten haben, als solche auch Kriegsdienste im rumänischen Heere leisten und rumänische Päffe ausgestellt erhalten. — Würde sich diese Nachricht bewahrheiten, so wäre damit wenigstens ein Schritt zur Lösung der rumänischen Judenfrage insofern geschehen sein, als dann an der bisher noch immer nicht anerkannten Heimathsbercchtigung der nicht naturalisirteu Juden nicht mehr gezweifelt werden könnte. Bis jetzt war es nämlich Sitte gewesen, deren rumänische Staatsangehörigkeit bloß soweit anzuerkenneu, als sich daraus Pflichten dem Staate gegenüber ergaben. Dagegen sind unter nationalliberalem Regime die Fälle nicht selten gewesen, daß zur Militärpflicht herangezogene rumänische Israeliten auf administrativem Wege aus Rumänien ausgewiesen worden sind. > Äersonatien. -*■ München Ein hochverdienter und in allen Kreisen sehr beliebter Beamter der hiesigen Eultns tvemeinde. Herr Lebrer und Eantor Heinrich Frei feierte am 20. dS. das 25jährige Jubiläum seiner Lehrthätigkeit. Ans diesem Anlässe wurde der Jubilar zunächst am Morgen dieses Tages in den Schulen, wo er Unterricht ertheilte, von den Eollegen und Eolleginnen, sowie von der Schuljugend aufs wärmste beglückwünscht. Unr die Mittagsstunde fand sich in der Wohnung des Herrn Lehrer Frei eine Deputation ein, bestehend ans: Herrn Rabbiner Dr. Werner, dem I. Enltus-Borstande

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