Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 7 (23.1.1899)
- Date
- 1899-01-23
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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WWMM^WAMMMWWMWWWWWWW 126 von ihren Ladnerinnen verlangen und darauf halten, daß sie sich gut aufführen. Oe ft er r.-Ungar. Monarchie. Deutfch-Kreutz, 18. Januar. Vorvergangene Woche wurde hier im Hause unseres über die Grenzen des Landes hinausbekannten Rabbiners die Hochzeit seiner Tochter Regina mit Herrn Bernhard Snyders gefeiert. Der Bräutigam, einer der hervorragendsten Jünger der Preßburger Jeschiwah, ist ein würdiger Sohn des orthodoxen Rabbiners von Raab, welcher durch nvvn und nxv ebenso durch ungewöhnliche weltliche Bildung wie durch talmudisches Wiffen hervorragt. Zur Trauung und zur reichbesetzten Tafel hatte sich fast die ganze Gemeinde eingefunden. Außerdem hatte Herr Rabbiner Friedmann n die Freude, eine glänzende Reihe bedeutender Männer als Gäste von auswärts zu begrüßen, darunter den bekannten Gaon aus Beled. Etwa 200 Telegramme brachten Grüße und Glückwünsche aus allen Gegenden und aus den verschiedensten Gesellschaftsschichten. Daß glänzende und gediegene Reden gehalten wurden ist selbstverständlich, da so viele bewährte Redner anwesend waren. Den Reigen dieser Vorträge eröffnete mit einer prächtigen oratorischen Leistung der Bräutigam, welcher gleich dem älteren Schwiegersöhne unseres verehrten Rabbiners ’; juojyotMO ’rra n mo ein tüchtiger ovn Tcbn ist, und zu den glänzendsten Hoffnungen berechtigt. X. Mitzlitz Wir erhalten folgende Zuschrift: In einer Nummer Ihres geschätzten Blattes erschien vor einigen Tagen eine anonyme Notiz „Aus Mähren", die die hiesigen religiösen Verhältnisse besprechend, es mir, als Wiener Seminaristen, zum Vorwurf macht, daß ich seit geraumer Zeit im Amte bin und augenscheinlich nichts gethan habe, um das Singen eines deutschen Liedes bei jüdischen Leichenbegängnissen abzuschaffen. Demgegenüber erlaube ich mir zu bemerken, daß ich erst diesen ri'w 'b rct? installirt wurde, es daher ganz unrichtig ist, daß ich seit geraumer Zeit im Amte bin. Ich habe also diesen Brauch weder eingeführt, noch konnte ich aus eben diesem Grunde bis heute in irgend einer Weise dagegen auftreten. Dr. Moritz Bauer, Rabbiner. Personalien. Langenselbold, im Jan. Am vorletzten Donnerstag Qpttf Enn twn wurde dahier Herr M. Goldschmidt?*'* zu Grabe geleitet, ein wahrhaft frommer Jehudi und allgemein beliebter Ehrenmann, der in der Ausübung der 'i rmfD feinen höchsten Lebensgenuß fand. Im Alter von nahezu 76 Jahren, aber noch in voller Gesundheit und Rüstigkeit, war er am letzten rottf noch min1? n^iy in der Synagoge, wo er immer als einer der ersten zu erscheinen pflegte. Kein schlechtes Wetter, kein vorübergehendes Unwohlsein konnte ihn vom Besuche des Gotteshauses abhalten und gar oft sagte er: Ins y'u.-n muß man mit schnellen Schritten eilen. Wie gerne suchte er seine Mitmenschen über alle zu unterweisen, wie reichlich spendete er seinen armen Mitmenschen und pünktlich erfüllte er das Gebot des "wyD. Noch sprach er von dem nächsten svv> "iied Di’, da eilte seine HDtw tu das Reich der Ruhe und Versöhnung, deren friedlicher frommer Träger und Stifter er durch sein irdisches Leben hindurch gewesen tvar. Nicht nur hier, wo der Verstorbene seit mehreren Jahren ansässig, sondern auch in der ganzen Umgegend seines (Geburtsortes Obersotzbach, wo Golvschmidt bis in sein Aller durch umfangreiche Landwirthschaft und durch Vkehandel den Wohlstand seiner Fantilie in schasfensfrohem Streben und in strengster Rechtlichkeit aufgebaut hatte, erfreut sich dessen Name der höchsten Achtung bei Juden und 'Nichtjuden. Wie sehr bedauerte es der anwesende ihm verwandte Rabbiner, diesem wahrhaften '~n,T ty’N den wohlverdienten i£Dn wegen des n"“i nicht halten zu können. Eine betagte Wittwe itnb vier treue Söhne trauern um den vielgeliebten Dahingeschiedenen, □my p» iro. n"3Sjn. vermischtes. Tauberbischofsheim. S. K. H. der Großherzog haben den Synagogcnvorsteher und Weinhändler Moritz Strauß Eheleuten hier aus Anlaß der Feier ihrer goldenen Hochheit die silberne Medaille „zum Andenken" durch den Großh. Amtsvorstand überreichen lassen. Simonhi, H. Jan. Gestern hatten wir Gelegenheit, zu Ehren unseres allverehrten und hochgeachteten Präses Herrn Aron Kraus, eine Feier abzuhalten. Anlaß zu derselben bot der Umstand, daß Herr Kraus, der sich schon durch mehrere ivichtige und uothwendige Einrichtungen u»n unsere Gemeinde verdient gemacht hat, seinen Verdiensten dadurch die Krone aufsetzte, daß er es, die großen Mühen und Opfer nicht scheuend, durchzusetzen gewußt hatte, unserer konfessionellen schule eine staatliche Srrbvention zu erwirken, wodurch der Bestand derselben auf ewig gesichert ist. Gestern um halb 11 Uhr Vormittag-, versammelten sich sämmtliche Mitglieder unserer Gemcinbe, um Herrn Kraus ihren Dank auSzusprechen und ihm zu seinem Erfolge zu beglückwünschen. 'Nachdem der Präses von einer zehngliedrigen Deputation eingeholt wurde, würdigte Sr. Ehrw. der Herr Rabbiner in einer schwungvollen Ansprache dessen Verdienste um die Gemeinde und brachte den Dank der Gemeinde, verbunden mit dem selnigen zum Ausdruck. 4tun wurde einstimmig beschlossen, das in Oel zu malende Porträt des gefeierten Präses im Sitzungssaale der Gemeinde anzubringen und das Dankgesühl der Gemeinde protokollarisch zu verewigen. Nachdem Herr Kraus noch allseitig beglückwünscht und von sämmtlichen Mitgliedern nach Hause geleitet wurde, endete die Feier. X-n. London (Ehrung eines Rabbiners.) Tie Universität Glasgow hat dem Oberrabbiner von Großbritanien, Dr. Adler, „als ein Zeichen der Hochachtung für ihn und die Judenschaft" das Ehrendoktorat der Rechte verliehen. Die feierliche Promotion findet dentnächst in Glasgow statt.