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Der Israelit · 1899-01-23 · Heft 7 (23.1.1899) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 7 (23.1.1899)
Date
1899-01-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
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WWWU WWWWWWWWMSWWWWS^LM>':W»'.!r 123 bemerkenswerth ist der Rückgang der ganzen Ziffer, der besonders hervortritt, wenn man folgende Reihe betrachtet: 1891 5933, 1892 5920, 1693 5900, 1894 5989, 1895 5896, 1896 5836. Der Rückgang gegenüber der steigenden Seelenzahl der Berliner Juden ist um so bemerkenswerther, als daraus hervorgeht, daß diese ihre Töchter früher aus der Schule nehmen, als dies sonst der Fall war. Es ist dies ein Zeichen sinkender Wohlhabenheit der mittleren Schichten der jüdischen Bevölkerung. Damit stimmt die Wahrnehmung, daß der Rückgang fast ganz die höheren Mädchenschulen trifft. Deren Besuch stellte sich: 1891 1771, 1892 1781, 1893 1805, 1894 1865, 1895 1755, 1896 1689. Diese Schulstatistik ist ein Zeichen dafür, daß sich auch auf dem Gebiet des Wohlstandes eine Assimilation vollzieht, und neben der Zahl der wohlhabenden Juden die Zahl der wenig bemittelten stänoig wächst, die nicht in der Lage sind, ihre Kinder in höhere Schulen zu schicken, und die gezwungen sind, ihre Töchter zeitig aus der Schule zu nehmen, um dieselben mit verdienen zu lassen. Das statistische Jahrbuch hat aber auch noch andere interessante Ziffern. In die Irrenanstalt Dalldorf wurden in diesem Jahre (1896) aufgenommmen: 756 männliche, 404 weibliche Kranke, darunter 21 Juden und 20 Jüdinnen. In die Irrenanstalt Herzberge kamen in derselben Zeit 632 männliche, 322 weibliche Kranke, darunter 31 Juden und 8 Jüdinnen. In die Jdiotenanstalt zu Dalldorf wurden ausgenommen 344 Kinder, darunter 9 jüdische. Bemerkenswerth ist, daß von den zur Zwangserziehung verurtheilten 77 Kindern nicht eines der jüdischen Konfession angehört, dagegen wurde in das städtische Erziehungshaus für verwahrloste Knaben 1 jüdisches Kind ausgenommen. Von den jüdischen Waisenhäusern hatten das Auerbach'sche 51 Knaben, 25 Mädchen, die im Durchschnitt pro Kopf 964 Mark kosten; das Reichenheim'sche Waisenhaus 46 Knaben, 30 Mädchen, bei denen jedes Kind 718 Mark kostet; das zweite jüdische Waisenhaus in Pankow 56 Knaben, 10 Mädchen mit 500 Mark auf den Kopf. Außerdem hat die Mendelssohn'sche Waisen-Erziehungsanstalt 21 Knaben und 25 Mädchen in Pflege, für die je 315 Mark aufgcwendet wird und die Dinah-Zaduh-Nauen-Cohn'sche Stiftung 16 Knaben, sowie ein jüdisches Mädchenstift 16 Mädchen. In der Berliner Arbeiterkolonie befand sich in diesem Jahre 1 Jude unter 818 Kolonisten, eine sehr seltene Erscheinung. Das jüdische Krankenhaus entließ im Jahre 1895 624 Geheilte, 536 Gebesserte, während 178 Kranke in der Anstalt gestorben sind, und am 1. Januar 1897 noch 121 Kranke in derselben verblieben. Innerhalb der jüd. -Gemeinde Berlins wurden am 2. Dezember 1895 gezählt.36 männliche, 18 weibliche Blinde, 75 männliche und 39 weibliche Taubstumme und 41 männliche und 29 weibliche Geisteskranke. Die letzte Ziffer ist offenbar zu niedrig. Die Zahl der Uebertritte vom Judenthum zum Christenthum ist erfreulicherweise trotz der Kindertaufen nicht gestiegen. Sie betrug in den letzten fünf Jahren 1892 103, 1893 170, 1894 140, 1895 105, 1896 105, während zum Judenthum in diesen Jahreil 7, 2, 4, 19, 8 Personen übergingen. Die Gesellschaft zur Beförderimg des Christenthums unter den Juden vermochte nur 62 Juden im Jahre 1896 zur Taufe zu bringen. Merkwürdig ist, daß von 539 jüdischen Ehepaaren nur 436 durch die Rabbiner der Hauptgemeinde getraut wurden. Die Reformgemeinde hat 53 Trauungen verzeichnet, darunter 8 Mischehen, die Gemeinde Adaß Jisroel io, die Gemeinde Beth Zion 9 Trauungen. Frankfurt a. M, 18. Jan. Gestern Abend hielt der hiesige „Mekor-Ehai im -Verein" feine 24. ordentliche Generalversammlung ab. Der Vorsitzende Herr I o sep h Wohlfarth erstattete den üblichen Jahresbericht und hob im Besonderen hervor, wie sich zwar der Stand der Mitglieder kaum verändert habe, — der Verein zählte am 31. Dezember 1898 164 Mitglieder — wie sich jedoch der Besuch der nnw und Vorträge von Jahr zu Jahr in erfreulicher Weise steigere und dankte sowohl den verehrt. Docenten des Vereins den HH. Gerson Posen, Julius Hirsch und Dr. Bondi, als auch denjenigen Mitgliedern, die sich durch Abhalten der allsabbatlichen toh xipc für den Verein verdient gemacht haben. Der Vorsitzende betonte ferner, daß auch die neuerdings eingeführten jüdisch-wissenschaftlichen Vorträge sich einer besonderen Anziehungskraft zu erfreuen hätten, und versprach auch diesem Gebiete die Sorgfalt des Vorstandes für die Zukunft. Nach Verlesung des KaffenberichtS durch den Eassier Herrn Nathan Hamburger, aus welchem wir besonders einige außerordentliche Beiträge seitens mehrerer Gönner des Vereins hervorheben, schritt die Versammlung zur Aenderung einiger Bestimmungen der Statuten, von welchen folgende auch für weitere Kreise von Jntereffe sein dürfte. Bis jetzt konnten junge Leute unter 17 Jahren nicht als Mitglieder ausgenommen werden. Nach der Aenderung kann jeder junge Mann, in der Zeit vom 14. bis zum 17. Lebensjahre außerordentliches Mitglied sein und zwar zu dem bedeutend ermäßigten Beitrag von M. 2 pro Jahr. Diese Mitglieder genießen alle Rechte eines ordentlichen Mitgliedes bis auf das Stimmrecht. Möge diese neue Bestimmung recht viele junge Leute, gleich nach Beendigung der Schulzeit, veranlaffen, sich durch Besuch unserer. Vereins stunden weiterzubilden guf dem Gebiete der wahren Thauro-Wissenschaft. — Bei den ftattfindenden Reu-

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