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Der Israelit · 1899-01-19 · Heft 6 (19.1.1899) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 6 (19.1.1899)
Date
1899-01-19
Page
– (sequence 18)
Language
German
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WWWWWWW 114 eines Sämeprocesses zu Stande gebracht. Alle mit demLabmagen, also dem fleischigen Organ hergestellten Käsearten sind religionsgesetzlich unzulässig, weil die Milch mit fleischigen Bestandteilen vermischt wird. Das Lab aber, das in dem Magen sich befindet, der Labsaft, kann in dem Fall, wenn das Thier rituell geschächtet ist, religionsgesetzlich zur Käsebereitung verwandt werden; nur soll das Lab aus dem Magen bald, bevor derselbe erkaltet, herausgenommen werden, und jedenfalls darf das Lab im Magen nicht 24 Stunden bleiben. Denn wenn es so lange darin geblieben, darf es religionsgesetzlichnicht mehr gebraucht werden. Fast alle Käsearten, die gewöhnlich im Handel Vorkommen, zu welchen unter Anderem Ohester, Eidamer, Emmentaler, Limburger, Fromage de Brie, Roquefort gehören, sind nun auf eine dieser zwei Arten, sind mit dem Labmagen oder mit dem Labsaft und zwar unrituell geschlachteter Thiere hergestellt. Dieselben sind somit selbstverständlich durch das Religionsgesetz verboten. Doch auch für jene Käsearten, die zu der dritten Art gehören, für jene, die unter Einwirkung eines in der Milch hervorgerufenen Säureprocesses gewonnen werden, gilt die religionsgesetzliche Bestimmung, dass sie aus einer als rituell zuverlässigen Quelle stammen müssen, sollen sie zum Genüsse erlaubt sein. Eine Beachtung dieses Gebotes liegt insofern im Interesse der Hygiene, als auch der Käse gleich der Butter gar oft minderwerthigen Verfälschungen — es kommen Zusätze von Mehl, Margarine u. s. w. vor — preisgegeben ist. Sämmtliche durch das Religionsgesetz gebotenen Einschränkungen des Genusses von Käse machen sich gerade bei Magenkranken um so weniger fühlbar, als ja auch die Hygiene sich in dieser Beziehung mit dem Religionsgesetze eins weiss. An und für sich lässt schon ein jeder Käse, wiewohl sein Nährwerth Dank des Gehaltes an Fett und Eiweiss ein ziemlich hoher ist, an Verdaulichkeit viel zu wünschen übrig; bei Magenkranken zumal ruft sein Genuss gar oft Magendrücken sowie Aufstossen hervor und verlegt den Appetit. Im Allgemeinen gilt der Grundsatz, dass, je fetter und härter der Käse ist, er desto mehr an Verdaulichkeit eingebüsst hat. Es müssen darum die bereits erwähnten Käsearten, welche durch die Einwirkung von Labmagen oder Labsaft gewonnen werden, aus dem Regime Magenkranker gestrichen werden, weil sie entweder zu fett oder zu hart sind. Aber auch der Genuss der anderen Käsearten, mag ihnen auch religionsgesetzlich nichts im Wege stehen, ist bei einer ['Schwäche der Verdauungsorgane so viel wie möglich einzuschränken; am besten, man bannt den Käse vollständig aus dem Speisezettel Magenkranker. Magenkranke werden darum auch den Genuss des Käses direkt nach Fleischmahlzeiten, gleichsam als würde er die Verdauung des Fleisches fördern, vom hygienischen Standpunkte nicht rechtfertigen können. Es lässt sich ja noch darüber discutieren, ob in der That der Käse die Eigenschaft besitzt, den Verdauungsprocess des Fleisches abzukürzen. Selbst dies zugegeben, ist doch der Käse für einen geschwächten Magen ein so schwerverdauliches Nahrungsmittel, dass die Nachtheile, die aus seinem Genüsse erwachsen, den etwaigen Vortheil illusorisch machen. Gesunde gar, die einen guten Magen haben, bedürfen dieses an und für sich zweifelhaften Verdauungsmittels überhaupt nicht. Hygiene und Religion decken sich also auch in diesem Punkte. (Fortsetzung folgt.) Literarisches. Hebräische Conversations-Gram rnatik. Von I. Rosenberg. 58. Theil der „Bibliothek der Sprachenkunde." Wien, A. Hartleben's Verlag. 184 Seiten. Das handliche und billige Buch hat einen reichen Inhalt, der mit großer Geschicklichkeit übersichtlich und ansprechend zusammengestellt ist. Sein Zweck ist, die hebräische Sprache sprechen und schreiben zu lehren. Die ersten 30 Seiten enthalten das Wichtigste aus der hebräischen, der biblisch- und der talmudisch-aramäischen Grammatik. Daran schließen ausführliche Paradigmentafeln des Pronomens, Nomens und Verbs. Dann folgt der „Praktische Theil", der eine große Anzahl von alltäglichen Gesprächen in deutschem Text und danebenstehender unpunktirter hebräischer Uebersetzung enthält, die sich dann noch einmal, mit Punktirnng versehen, wiederholt. Den vierten Theil bilden Faesimiles verschiedener Briefe in Currentschrift und endlich den fünften eine Chrestomatie nebst Voeabular. Die ganze Anlage des Buches ist eminent praktisch gedacht und durchgeführt. Sogar eine Anleitung zu hebräischer Stenographie wird darin gegeben und durch ein Muster veranschaulicht. Zweifellos wird der Benutzer, zumal, wenn er schon einige Kenntnisse des Hebräischen mitbringt, in kurzer Zeit im Stande sein, bei einer leichten Unterhaltung und einem einfachen Brief die hebräische Sprache anzuwenden. Darum können wir das lebensvolle und originelle Buch allen Interessenten nur bestens empfehlen. Verschweigen dürfen wir aber nicht, daß die hebräi-

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