Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 6 (19.1.1899)
- Date
- 1899-01-19
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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m 107 folgender Art behandelt: „Die Erklärung Raschis, wonach die letzten Worte bedeuten würden, vielleicht sei eine theilweise Auslösung nur gültig, wenn sie zu Gunsten des Knechtes stattfinde, nicht aber wenn eine solche zu seinen Ungunsten ausschlage, wird an die Hand gegeben durch die Bemerkung Abaji's Trix x-fc'rb) üb'pb rrape px3r6 to. Es ist jedoch fraglich, ob dies als die richtige Erklärung für die Worte Hunas, der die Frage schlechthin ^x:: vy pxsrrt» to ::\s* rr pxirr6 zu betrachten sei. Die Worte ab xict6 p^ex üb'pb tx könne doch in keinem Falle einen Commentar bilden für den Ausdruck ^x:: irx pxjtr£, welcher die theilweise Auslösung gänzlich ausschließt. Was nach der Erklärung Raschis hier :x pxatr6 ^x:: bedeuten würde, wird später von Abaji geradezu pxsr6 bx;: genannt. Mit einem Worte, die Frage müßte eigentlich lauten: pxxr£ ^x:; x"i? x-c'r*? p-cx xTp^ ~"x x-L'n^? pi xTp^ pr. Hier yat H. einmal nicht in der x->2:, sondern zur schöneren Abwechselung in "en falsch gelernt. Jeder, auch kein großer Lamdin, weiß, daß •ntn das tx wie folgt erklärt: Oder wird etwa die Wortanalogie von rfax; nicht berücksichtigt, und in diesem Falle müsse man sagen üb xie'rb piex üb'.pb. Jedoch Herr H. verlangt überall, wohl auch hier actenmäßige Belege. Ich war wohl in der Lage, unserem Krittter actenmäßig, d. h. aus der vno: selbst, seine bisher besprochenen kleinen Rippenstöße, die er dem üipb versetzt, zu repliziren, wie ich dies auch weiter zu thun gedenke. Hingegen erschien hier der actenmäßige Beweis für einen falschen öpb einer simplen '"vr- Stelle nicht leicht zu erbringen, denn die Acten über den r-vw sind ja unter Talmudkennern geschloffen. Ich kann aber Herrn H. trotzdem dienen u. z. mit keinem Geringeren, als mit X 2tn. Dieser sagt nämlich zu v" pxsn rTxn *wb :tx m zy y ptprrp p'n bbz x^ ern "B .n,z: ^pn^ nr rrr: xjem ‘rpxn fnrsj’x: Txrr pxxn^ Tx::” xirree \zv> •z:b xTp*? xp:-n “bx: ::x rx rrr xtx üstc 'ünz~ p*r: *r|*crm 77BL'N2 “XEB» SpBÖl fJTBX X^ XICT^ fi^CX ITTH Hier, der „actenmäßige" Beweis, der ja eigentlich nicht nöthig ist, daß der Herr Dozent für Talmud in Breslau den einfachen Wortsinn Raschis in seiner uns schon recht vertrauten Weise ein wenig verkrümmt hat. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M., 17. Jan. (Röntgen- Strahlen und Schechita.) Von zuständiger Seite erhalten wir folgende Zuschrift: Die Meldung aus Bern Seite 85 Ihres geschätzten Blattes entspricht, soweit solche hiesige Stadt betrifft, nicht der Wahrheit. Ein jüdischer, bewährter Arzt versichert, daß die Anwendung von Röntgen-Strahlen beim Vieh zu theuer käme, und daß irnc überhaupt mit dieser Untersuchung nicht zu erkennen sind. Oppeln, 26. Dez. 1898. (En tsch eid ung der König!. Regierung zu Oppeln.) Die Königliche Negierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulwesen, hat an den Dirigenten des jüdischen Waisenhauses, Herrn Katz, zu Nybnik folgendes Schreiben gerichtet: Ihr an das Ministerium für Landwirtschaft in Berlin gerichtetes Gesuch vom 31. August d. Js. betreffend die Ausbildung von jüdischen Lehrern in der Obst- und Gartenbaukunde, ist von dem Herrn Kultusminister an uns zur Bescheidung abgegeben worden. Zur Förderung des Obst- und Gartenbaues, sowie der Bienenzucht in den Schulen des hiesigen Bezirks stehen uns Fonds zur Verfügung. Auch werden an dem pomologischen Institut -u Proskau alljährlich zwei Mal für Volksschullehrer Kurse in der Obst- und Gartenbaukunde abgebalten. Wenn jüdische Schulen und Volksschullehrer unseres Bezirks bisher hierbei nicht berücksichtigt sind, so liegt dies an dem Mangel an Anträgen seitens der Betheiligten. Wir stellen Ihnen anheim, die Behelligten zur Stellung geeigneter Anträge zu veranlassen. Wir werden alsdann nach Lage unserer Fonds auch die jüdischen Schulen und Volksschullehrer berücksichtigen. Mellrichstadt (Unterfranken.) Am Sonntag, den 8. d. M., wurden hier die Kaiser-Wilhelm-Erinnerungsmedaillen an die Kreisveteranen des ganzen Bezirksamtes durch den Kgl. BezirkSamtmann, Herrn Gößmann, zur Verkeilung gebracht. Eine stattliche Anzahl wackerer Männer war es, die der Ehrung theilhaftig wurden, auch unsere Glaubensgenossen waren in achtunggebietender Zahl unter den Dekorirten, einzelne sogar die Auszeichnungen für zwei Feldzüge auf treuer Männerbrust. Die Stadt hatte Festschmuck angelegt. In einem Lokale hatten sich die ehemaligen Kämpfer versammelt, ohne Unterschied des Glaubens und der Lebensstellung, als Brüder sich fühlend durch die umschließenden Banden eines geliebten Regenten, eines theueren Vaterlandes, gemeinsam bestandener Gefahren und Kämpfe. Gottesdienste in den Gotteshäusern der drei Konfessionen eröffneten die Feierlichkeiten und hierbei, sowie im ganzen Verlauf des Festes, zeigte sich der schönste Geist religiöser Toleranz, bürgerlicher Einigkeit und Friedensliebe, die unserem Bayernlande und besonders unserer rauhen Rhön als schönste Zierde eigen sind, und die von unserem erhabenen Herrscherhause wie von den Beamten des Staates gehegt, gepflegt und als Prinzip hochgehalten werden. Um 9 Uhr Vormittags begannen in der Synagoge, wie in der katholischen und protestantischen Kirche die Gottesdienste. Die Veteranen jeder Konfession wurden mit Musik zu ihren resp. Gotteshäusern geleitet unv jedem Gottesdienste wohnten offizielle Vertreter der Behör-