Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 6 (19.1.1899)
- Date
- 1899-01-19
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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r*?rrif;*j*gig*Kr*y? [mm* ■ M WMWWWWWWWWNWWW 108 den bei, dem katholischen der Kgl. Bezirksamtmann selbst, dem jüdischen in der Synagoge der Kgl. Bezirksamtmann-Afiefior, Herr Schreyer und dem Protest, die Reserve-Offiziere des Amtsbezirkes, Beamte und Offiziere sämmtlich in großer Uniform Den Gottesdienst in der Synagoge, bestehend aus Solo-, Chorgesang und Rezitation von Psalmen, Predigt, Ausheben der hl. Thora und Einheben zum Königsgebet und ‘nr zelebrirte Herr Lehrer Gottlieb, Kantor und Prediger zu Mellrichstadt und fand die geschmackvolle Dekoration des “D:2n r*r, sowie die feierliche Art eines orthodoxen, jüdischen Gottesdienstes und nicht zum wenigsten die hervorragende Leistungsfähigkeit des Herrn Gottlieb allseitige Anerkennung, speziell des Vertreters der hohen Behörde. Besonders die ergreifende Rezitation der e^nr machte tiefen Eindruck. Unter Zugrundelegung des Haftorahwortes: „Nicht Neumond heute, nicht Schabbos, und sie sprach Friede", ging der Redner auf die Bedeutung des Gottesdienstes zu ungewohnter Stunde und der ganzen Feier näher ein, deren Bedeutung speziell für den Israeliten, der als treuer Sohn seines Glaubens gar nichts anderes sein kann, als ein treuer Sohn seines Vaterlandes, als ein treuer Unterthan seines Fürsten. Zündende Worte waren es, die ihren Eindruck und ihre Wirkung nicht verfehlten. Nach den Gottesdiensten wurden die Medaillen vertheilt. Manch schönes, von wahrer Kameradschaft und Eiligkeit zeugende Wort wurde noch gesprochen, die Festesfeier wird unverlöschliche Erinnerungen hinterlassen. Möge der Geist der Toleranz und Liebe wie er hier sich zeigte, auch allerorten wachsen und gedeihen. -A- Rumänien. Bukarest. Dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus geht folgender Bericht aus Galatz zu: In der kleinen Gemeinde Chilia ju de tul Roman lebte eine jüdische Familie seit längerer Zeit im besten Einvernehmen mit den übrigen Dorfinsafien. Eines Tages machte der Prefeet die Entdeckung, daß die Judenfamilie keine Erlaubniß hatte, in dem Dorfe zu wohnen, und ließ sie durch Gensdarmen vertreiben. Die Frau wurde in Abwesenheit ihres Gatten sammt ihren unmündigen Kindern an einem kalten WiMertage auf die Straße gesetzt und in einer so unmenschlichen Weise mißhandelt, daß man heute an ihrem Aufkommen zweifelt. Für Rumänien, die classifche Stätte der Judenverfolgungen, ist das wohl nichts Außergewöhnliches; merkwürdig aber ist, daß sich diesmal die Dorfinsafien, über die Rohheit und Ungerechtigkeit empört, zusammenrotteten und einen erbitterten Kampf mit den Gensdarmen ausnahmen, die sich schließlich genöthigt sahen, den Rückzug anzutreten. M a r o c c o. Maroeeo. Der junge Sultan, Muley El Aziz, scheint zeigen zu wollen, daß er den Antisemitismus nicht kennt. Letzthin gewährte er Herrn Moses Corcos und der Gattin desselben, die sich als Leiterin der englisch-jüdischen Schule in Mogador einen Namen gemacht hat, eine Audienz. Da der Sultau sehr liebenswürdig war, benutzte die Dame die günstige Gelegenheit, um ihn zu bitten, daß er etwas für die arme jüdische Bevölkerung von Mogador thun möge. Der Sultan ließ sofort einen Architekten kommen und ließ sich von ihm Baupläne vorlegen. Bald wird auf Kosten des Staatsschatzes auf dem „Tagarth" genannten Platz in der Nähe der neuen Kabah ein neues Stadtviertel sich erheben, in welchem die armen Juden wohnen werden; es werden nicht weniger als 150 Häuser gebaut. Unter den Juden des „Mellah" von Mogador herrscht natürlich großer Jubel. Mitl-eliWk« aus de« lüd. Ame«serei«e» und für dirsrtdeu. (Sämmtliche jüd. Wauberbettelvereine und «affen für Durchreisende find gebeten, und Mittheitungen über Erfahrungen, die fie auf dem Gebiete ihrer Thütigkeit machen, zukommen zu taffen ) Dieburg, 16. Jan. Finde Veranlassung, Ihnen Folgendes mitzutheilen: Gestern Abend kam ein junger Mensch etwa 13—14 Jahre alt und bat um Logis und Unterstützung, bes. um eine Fahrkarte nach Mainz oder Frankfurt, gab an, er sei von Odessa, die Ellern seien tot und seine Verwandten in Amsterdam hätten 50 Alk. gesendet, damit er zu denselben nach Amsterdam reisen solle. Man war dazu bereit, es ergab sich aber heute früh, daß derselbe Geld genug besaß, um die angebliche Reise zu machen, obgleich er behauptete er hätte nichts. Es scheint, daß dieser diese Lüge benutzt, um Geld zu machen, und ganz besonders bemerke, daß derselbe in der Bahnhofs-Restauration Wurst gekauft und gegessen hat. Derselbe nennt sich David Ehrlich. Oermischtes. Aus Oberschlesteu. (Stiftungen.) Freiherr Rathanael von Rothschild und Ritter von Guttmann haben zum Ban zweier Waisenhäuser für die Kinder ihrer katholischen Arbeiter je 100,000 Gulden gespendet. Die Waisenhäuser sollen in Wittkowitz und Mähr.-Ostrau ihren Platz finden. - Frau Rosalie Zander in Ratibor hat zu Ehren des Andenkenihres Gatten der Ratiborer Synagogengemeinde 10—12000 Mark zum Bau einer Friedhofshalle zur Verfügung gestellt. Zweibrücker», 13. Jan- Dr. Eugen Mayer in Alzey wurde vom vereinigten Vorstand der hiesigen i-raelitischen