Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 6 (19.1.1899)
- Date
- 1899-01-19
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XL. Jahrgang. Erste Beilage M J\ß 6 öes „Asrarlit". Leitender Artikel. Die Anttetms »er Nl»iiil»>i»»skllslhift am Mblnetftminnt su Kceslii« Von Wolf Dünner, Kaufmann in Köln. (~2p res’) '-2:2 'c; “t;e *-*e; x*?“ x'vb'b xP Im September- und Oktober-Hefte der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judenthums, Jahrgang 1898, hat Herr Dr. S. Horovitz, welcher am Rabbiner-Seminar zu Breslau Talmud dozirt, eine Arbeit veröffentlicht, die den Titel führt: „Die Dünner'schen Talmudgloffen." Die genannte Monatsschrift ist eine neue Folge der ehemaligen Frankel-Graetz'schen Zeitschrift. —- Auch Frankels Geist würde sich empören über die Talmudwerke, welche manche seiner Schüler zutage fördern, indem sie Schammai und Hillel vergewaltigen und mit der geheiligten Tradition der Weisen wie Schwarz-Künstler verfahreil und allerlei Mätzchen machen. Man wird von mir nicht erwarten, daß ich dem Ausfall dieses H. Horovitz gegen das bekannte Talmudwerk des Oberrabbiners von Amsterdam, eine Vertheidigung desselben entgegensetzen werde. Ich beschäftige mich hier prinzipiell mit diesem Werke nicht und will nur zur Charakteristik der, eines rrr würdigen und einem Talmuddozenten zu Breslau völlig geziemenden Weise des Herrn Dr. Horovitz einige nette Sätzchen herausheben, damit der Leser doch rechtzeitig erfahre, welcher „Talmudweise" zil uns spricht und welchen Respekt wir von dem Dozenten für Talmud am Seminar zu Breslau empfinden müssen; ich will nur die Kleinigkeit beweisen, daß Herrn Horovitz die elementarsten Bedingungen und einfachsten Begriffe zum Verständniß eines Talmudwerkes fehlen, will zeigen, daß Herr H. ebenso gut Talmud doziren muß, als er ihn lernt und interpretirt. — Ich beschäftige mich also bloß mit einigen wenigen Punkten in den oben erwähnten, von Talmudwissen überströmenden Artikeln der Monatsschrift, die uns Gelegenheit geben, zu entdecken, daß Herr H. dem einfachsten, sonnenklaren ee*e in der tne: ewige Feindschaft geschworen hat — oder vielleicht die rrn ihm? Es bedarf nämlich zum Nachweis der u n - glückseligsten Entgleisungen auf der geraden Bahn keiner großen Talmudkenntnisse, die ich für mich — aus Respekt vor Horovitz — nicht in Anspruch nehme, sondern lediglich des Verständnisses des tpe. Run zur Sache! H. sagt Seite 388 der gen. Mon. 1898: „Auf S. 31d hören wir, daß Sifra anderer Ansicht als die Mischna Jebamot sein soll. Im Sifra, citirt der Verfasser, heißt es: b px vx^ rmn '2 pw im nnte *rx'E pxsr ^XT" ex he: , xh pn xHt 721 -jtbb^ xSx "21 nerrn ,'L rtoE nrn:n je, worauf der Verfasser fortfährt: Herrn (*e r&eie Hx»2m te n xrrr22 x:m rn rwan x;r bv :bz *t x:r 2"xi -Peis pEirxn ^rp x^i nx-2"! -nr rbrt pcr^x pxn teh x~r irrirns 71D2-2 ba nx-H ab'. Pe*e "Z'B V;n rvitwn x;m dSbie Soviel Worte, soviel Fehler. In Wahrheit sagt Sifragar nichts anderes, als die Mischna. Fol. 67 heißt es in der Mischna: pSc*c pemct, will sagen: -22*?]C2, und pennp ebT hx'2 — pbciB ab nrBfim eexh P^cie ptrnp', will sagen: n:>x pe>rp x!?e» nx'2 r’bz't und wenn im Sifra von Herrn je nnSmc nx'2 die Rede ist, so ist eben s'^n-p cyb nx'2 gemeint." Bis hierher Horovitz. — Also, unter perrx ist nach H. nx'2- "cv ,->,22 verstanden; man höre und /taune, und wer es nicht schon weiß, der höre es jetzt; Horovitz behauptet, daß unter per^x verstanden sei hx*2ü Man traut seinen Ohren kaum. Welche Weisheit! Es ist doch jedem im Talmud etwas Eingeweihten bekannt, daß der Ausdruck per'x in ganz et* nie und nimmer nx'22 gemeint ist — und wer es anders erklärt, der-ich schweige lieber. — Rach Herrn H. also, der Docent für Talmud ist, muß die Stelle xrt xi nrnE 'eV.t u. a. m., welche lautet: rx' 2 22 "ex heißen: daß am re es erlaubt sei durch hx*e: -ier ,-ee — bhxe zu sein, während es doch in x r vb r::vr. ausdrücklich yeißt: hex wr 2x2 "22. — Doch wozu erst ’Etonr heranziehen, heißt es doch in : H2rx n:2*22 x"2 x'e nea* ^22, mwn :xe>;' riErxir iBixr* weil bei hetx kein rav wr< vorhanden ist. Vergl. auch 2*y et p daselbst, wo es heißt: ttetx irr; vt r:i?:r2 irr; *n! Weiter sagt Herr H. unmittelbar darauf Seite 388: „Man darf weder dem Sifra Zutrauen, daß er die Halacha p^eie per'» bestreitet, noch, daß er die Halacha aufstelle p^EiE nrEBm b:ixh. Wenn er aber gerade den Fall von nx*2 heraushebt, so thut er das zweifellos darum, weil der Schluß: irx'22* :jzb h;b^x nerrn ,*e nrtee irxw pn : x nrn2n fo nrteß sich nur gewinnen läßt, wenn von nx'2 der Ausgang genommen wird, da bekanntlich rbb- ,neir s-be, nicht bewirken." — Hätte Herr H. es der Mühe werth gefunden, sich die Stelle zu v: irer anzusehen, so