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Der Israelit · 1899-01-16 · Heft 5 (16.1.1899) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 5 (16.1.1899)
Date
1899-01-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Candidalen für den Nationalrath. Die Wahl fiel auf Generalstabsarzt Elias Pascha, Staatsrath Bohor, Efendi Askenazy, Contre-Admiral Dr. Jsak Pascha Molko und Kammer-Juwelier Aronatschi Efendi. („Freie Post.") Amerika.? New-Nork. Mit der Wahl des Herrn Joseph Simon aus Portland, Oregon, in den Senat der Vereinigten Staaten ist der vierte Jude in diese hohe Körperschaft gelangt. Der erste jüdische Senator war David Lewy I. Julee, welchen der Staat Florida 1845—1851 und nochmals 1855—1861 in den Senat schickte. Der zweite war der berühmte Juda P. Benjamin, der als Vertreter für Louisiana, als Advokat und Staatsmann gleich einflußreich war. Er vertrat seinen Staat von März 1853 bis Februar 1861 und trat aus, weil er sich auf die Seite der Südstaaten in dem damals beginnenden Bürgerkrieg stellte. Nach Beendigung dieses Krieges ging er nach England und später nach Frankreich, wo ihm seine juristische Gelehrsamkeit zu einer großen Stellung in der Gesellschaft verhalf. Sein Nachfolger als Senator von Louisiana wurde wieder ein Jude Benjamin, Franklin Jonas, auch ein bedeutender Rechtsgelehrter. Einige Zeit war dann kein Jude im amerikanischen Senat, bis neuerdings in Oregon der oben erwähnte Joseph Simon gewählt wurde. Afrika. 8 Tunis. 71-vaa *:v\s ^77. Im Alter von 84 Jahren ist unser verehrter Ehacham-Baschin bxr'z irr^x rr.nz ^rrxer* r~zv b'-:rt rszn z~n aus dem Leben geschieden und ließ seine Gemeinde, welche die erste Nordafrikas, aber durch innere Zwistigkeiten sehr zerklüftet und gespalten ist, wahrhaft verwaist zurück, da sich für den Heimgegangenen nur schwer ein Ersatz finden wird. Derselbe war im wahren Sinne des Wortes ein x7a da er nicht nur im 'eterrc 'hzz er, sondern auch in den z"rz zu Hause war, und er war im cefc fB*r ebenso bewandert, wie im njn rrv, da er als Oberrabbiner der ganzen Provinz Tunesien auch Oberrichter (Ka'iä) der jüd. Gemeinde daselbst, aber nur für nichtkriminelle Angelegenheiten, war. Gehörte der Tag zum größten Theile seinem heiligen Amte, so gehörte die Nacht seinem heiligen Studium und er war ein wahrhafter a'a'a c-sra. Sein Leichenbegängniß gestaltete sich zu einer imposanten Trauermanifestation, da sich Tausende von Personen daran betheiligten. Auch unser Landesvater, der Bay, und die französische Regierung, welche die Verwaltung Tunesiens in den Händen hat, waren dabei durch hohe Funktionäre vertreten. Man schätzte sich förmlich glücklich, wenn man an der nea (Tragbahre) Hand anlegen konnte. Während des Leichenbegängnisses ruhten Handel und Wandel gänzlich im hiesigen Judenviertel, na^t» nraa tp'w irzi nrrea \"rr r.pb -rnxv p~xz ceB7 ir-yb rrn fax; r:r a 77-' z'z’rn -’tx Sa rz'b -7778 nar\ > DermischteL. *4- Berlin Wie die „Frkf. Ztg." erfährt, hat Kaiser Wilhelm dem Baron Alfred Rothschild in London den preußischen Kronenorden erster Klasse verliehen. Diese ungewöhnlich hohe Auszeichnung wird in gur unterrichteten Kreisen auf die humanitären Bestrebungen des Barons sowie aut dessen Verdienste um die Herbeiführung eines besseren Einvernehmens zwischen den Mächten zurückgeführt. Baron Alfred Rothschild ist ein Bruder Lord Rothschilds, österreichischungarischer Generalkonsul in London und Tirector der Bank von England. Königsberg i. Pr. Eine vom ^ccretär der Synagogengemeinde, Herrn Si lein ausgestellte tabellarische Ueber sicht, über die Wirksamkeit der hiesigen Wohlthätigkeitsvereine und Institute der Shnagogen-Gemeinde im Jahre 1897 ergiebt die Summe von M. 82,230. Haigerloch Auf Veranlassung deS Herrn Sigmund H o h e n e in f e r wurde mit Hilfe wohlthätiger Mitglieder am Channko in hiesiger Synagoge das Tön ")J, das vor 16 Jahren gestohlen wurde, wieder angebracht. Jnowrazlaw. Bei der kürzlich dahier stattgehabten Wahleines Rabbiners am ForschungöhauS (Beth-Hamidrasch) wurde Herr Simon Bamberger, Sohn des Distriks rabbiners Bamberger in Würzburg, einstimmig gewählt. Herr Bamberger hielt vor einigen Wochen am Sabbat einen Probevorrrag, der sich des allgemeinen Beifalls zu erfreuen hatte. Florenz. Hier wird demnächst ein jüdisches Waisenhaus entstehen, das erste in Italien. Die dazu nöthigen Fonds werden aus einem Legat bestritten, welches die verstorbene Signora Regina Attia der jüdischen Gemeinde in der Höhe von 3«»0,000 FrcS. hinterlassen hat. Lausanne (Schweiz». Am Sonntag vor Chanuka wurde die hiesige neuerbaute Synagoge unter den üblichen Festlichkeiten in würdiger Weise und in Anwesenheit einergroßen Versammlung von hier und auswärts eingeweiht. Die Weiherede hielt Herr Oberrabbiner W e r t h c i m e r ans Genf, die allgemeinen Beifall fand; ebensolchen Beifalls erfreuten sich die Gesänge des Eantors Lehmann und des gut geschulten (5hores. Der Abend versammelte die Festgenossen zu einem Fest im Easino. _ _ Feuilleton. Späte Sühne. Von Robert Häuleiu. hs-k-hs- 7) Nachdruck verboten. „Du magst Recht haben," erwiederte sinnend der Gatte. „Als Mordechai die seltene königliche Auszeichnung widerfahren war, von seinem gefürchteten Feinde mit königlichen Ehren durch Schuschan geführt zu werden, war der gefeierte Edle nichts weniger als erfreut, ob der ihm erwiesenen Ehre.

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