Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 4 (12.1.1899)
- Date
- 1899-01-12
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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47 *• *x\v!N*7$T^f^^*3Pt!EEr/i ^TH8 für den Torah-Unterricht der Lehrlinge (IV2 Jahre) bestimmt sind, zu grossem Danke verpflichtet. Von der Frankfurt-Loge empfingen wir für den Armenarzt wieder 200 Mk. Von den anderweitigen Spenden seien noch zwei Vermächtnisse zur Erlangung immerwährender Mitgliedschaft erwähnt. Das eine stammt von dem seligen Herrn Moritz Rohr und betrug 500 Mk., die uns, abzüglich 8°/0 Erbschaftssteuer, mit 460 Mk. von der Gemeinde Posen ausbezahlt wurden. Das andere in Höhe von 300 Mk. ging uns für Herrn Marcus Fuchs s. A. in Breslau durch unser eifriges Gönnte - Mitglied Herrn Th. Oschinsky zu. Für alle Spenden sagen wir herzlichsten Dank, und bitten unsere seitherigen Gönner um die Fortdauer ihres Wohlwollens. Einen tief schmerzlichen Verlust hat unser Verein erlitten durch den Hintritt unseres Mitgründers und zweiten Vorsitzenden, Herrn Dr. Heinrich Heinemann. Mit ganzer Seele widmete sich dieser für das Wohl des heiligen Landes begeisterte Mann den Bestrebungen Lemaau Zion’s; insbesondere lag es ihm am Herzen, das Erwerbsleben in Palästina zu heben, die Bewohner zu selbstthätigem Erwerb heranzubilden, und Gewerbetreibende zu unterstützen. Das Ideal, das ihm vorschwebte, war: im heiligen Lande grössere Unternehmungen in's Leben zu rufen, welche vielen unserer - Glaubensgenossen Brod geben könnten, und er bedauerte tief, dass die Mittel unseres Vereins hierzu nicht ausreichten. Niemals fehlte Dr. Heinemann in einer Sitzung des geschäftsführenden Ausschusses, bis in den letzten Monaten seines so früh vollendeten Lebens Krankheit ihn davon abhielt. Sein scharfer Verstand, sein durchdringender Blick trafen stets das Richtige, denn sie waren geleitet von Mitgefühl für die Leidenden und Bedürftigen, von Gerechtigkeitssinn ohne Unterschied der Person. Noch haben wir seinen Platz im Ausschüsse leer gelassen; diesen auszufüllen, wird so leicht Niemand im Stande sein. So lange der Verein besteht, wird Dr. Heinemann und sein Wirken nicht vergessen werden. Wir aber, die seine Kollegen waren, gedenken seiner allezeit in Liebe und Verehrung. Einige Monate nach dem Ableben dieses seltenen Mannes hatten wir den Verlust eines weiteren Verwaltungsmitglieds, Herrn Gustav Hirsch auf Messingwerk zu beklagen. Auch ihm werden wir ein treues Andenken bewahren. Indem wir diesen Bericht schliessen, wiederholen wir die dringende Bitte an unsere Glaubensgenossen, uns doch durch jährliche Beiträge zu unterstützen, und auch bei Gelegenheiten besonderer Art sich unser zu erinnern; denn es ist noch viel zu thun, bis in Jerusalem Gewerbe und Industrie zu gedeihlicher Entwickelung gelangt sein werden. Bericht des Vereins zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina für das Jahr 1897. (III. Fortsetzung.*) Bei meinem heutigen Besuche des unter Leitung von Herrn Dr. Grünhut hier bestehenden deutsch - jüdischen Waisenhauses war ich besonders von dem frischen und blühenden Aussehen der Zöglinge auf das Angenehmste überrascht. Die ausgezeichnete freie Lage des Hauses, die in demselben herrschende Sauberkeit und Ordnung geben die Gewissheit, dass die Anstalt weiter gedeihen wird, und dass die in derselben erzogenen Knaben dereinst tüchtige und fleissige Männer werden. Jerusalem, 2. April 1898. Simon Weil aus Frankfurt a M. It was my good fortune to have visited the Jewisli Orphauage during my visit in Jerusalem, and it gives me great pleasure to bear testimony to the great need for such an Institution and the *) 8. Nr, 684. excellent manner in which it is conducted. The orphans unmistakeably iodicate in their appearance that they have a happy hörne, and their education is directed both to make them good Jews and to fit them for de struggles of life. The institution should be enlarged, and no better opportunity is offered tho those who are able and willing to do good in the Holy City. Jerusalem, May 28t,h. 1898. Dr. A. Friedenwald, Baltimore. (Ich hatte das Glück, während meines Aufenthaltes in Jerusalem die jüdische Waisenanstalt zu besuchen, und es macht mir grosses Vergnügen, Zeugniss abzulegen von der grossen Nolhwendigke.it einer solchen Anstalt und der ausgezeichneten Art, wie sie geleitet wird. Die Waisenknaben zeigen unzweideutig in ihrer Erscheinung, dass sie ein glückliches