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Der Israelit · 1899-01-12 · Heft 4 (12.1.1899) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 4 (12.1.1899)
Date
1899-01-12
Page
– (sequence 26)
Language
German
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Palästinensischer Hilfsverein Zehnter Bericht. Wenn wir heute zum zehnten Male vor unsere Mitglieder und Freunde treten, um Bericht über unsere Thätigkeit abzustatten, so glauben wir dies in dem Bewusstsein thun zu können, dass auch im verflossenen Jahre unsere Leistungen im Verhältnisse zu den uns zur Verfügung stehenden Mitteln nicht unbedeutend zu nennen sind. Die Zahl der durch unseren Arzt in der Sprechstunde behandelten Kranken hat sich auf der ungefähren Höhe des Vorjahres gehalten. Dagegen gingen die Besuche, die derselbe für den Verein machte, auf 1355 zurück. Die Zahl der für Rechnung des Vereins in der Privatpraxis behandelten Patienten verminderte sich gleichfalls, und demgemäss betrugen die hieraus erwachsenen Einnahmen bedeutend weniger: nämlich 630 Frcs. gegen 1268 Frcs. im Vorjahre. (Die Nettoausgaben für Arzt und Apotheke beliefen sich im Jahre 1897 auf ca. 5000 Mark.) Da wir hieraus den Eindruck empfingen, als ob die feste Honorirung unseres Arztes nicht die allgemein erhoffte Wirkung für die leidende arme Bevölkerung Jerusalems mit sich brächte, und das dortige Lokal-Comite unserer Auffassung beitrat, so haben wir am 1. April 1898 unser Verhältnis« zu Herrn Dr. Krischewsky gelöst, und statt dessen folgende Abmachungen getroffen: Der Vereinsarzt, als welcher Dr. Krischewsky provisorisch weiter fungirt, hat täglich während der Stunden von 71/2 bis 9J/2 Uhr Vormittags im Vereinslokale zur unentgeltlichen Konsultation anwesend zu sein, und ist verpflichtet, Krankenbesuche bei Tage zu 3 P.. bei Nacht zu 6 P. für Rechnung des Vereins zu machen; übrigens steht es dem Kranken frei, jeden beliebigen anderen Arzt rufen zu lassen, dem jedoch der Verein höchstens 3 P. für Tagesbesuche und 6 P. für Nachtbesuche zahlt. Diese Einrichtungen haben sich bis jetzt sehr gut bewährt. Die Apotheke und die Klinik mussten infolge Kündigung des Hausherrn ihre Räume verlassen, und haben am 1. Mai d. J. die neuen Lokalitäten bezogen. Die erstere wird von uns fortlaufend ohne Rücksicht auf die Kosten mit den besten Medikamenten versehen, und leistet allen Kranken Jerusalems unschätzbare Dienste. Für ärztliches Honorar in Hebron bewilligten wir 100 Mk. Dem Hospital in Jaffa übersandten wir die uns von Sr. Hoch wohlgeb. Herrn Baron Wilhelm v. Rothschild durch Herrn Rabb. Dr. Horovitz übergebenen 500 Mk., und die Spende des Comites für die russischen Juden mit 500 Frcs. An der Ausdehnung und Einrichtung des Hospitals in Safed, einer Gründung des sei. Herrn Tulczinsky, betheiligten wir uns, indem wir unserem Agenten, Herrn M. Adelmann in Jerusalem, einen längeren Urlaub zur Arrangirung alles Nöthigen gaben und selbst 250 Frcs. beisteuerten. Wie uns bekannt geworden, übt das Hospital eine ausserordentlich segensreiche Thätigkeit zum Woble der dortigen Kranken aus. An 22 Personen wnrden Darlehen im Betrage von 1387 Frcs. gewährt; die Rückzahlungen beliefen sich auf 516 Frcs. An Lehrgeldern für 26 Lehrlinge wurden 1245 Frcs. ausgegeben, für Torah-Unterricht der Lehrlinge in Hebron 286 Frs., für Unterstützungen 1128 Frs., für arabischen Unterricht in den Talmud-Torah-Schulen der Sefardim und Moghrabim in Jerusalem und der Gemeinden Hebron und Safed 1348 Frcs. Neuerdings ist von uns der Versuch gemacht worden, den Unterricht im Arabischen zu konzentriren; hoffentlich ist derselbe von gutem Erfolge und trägt dazu bei, die Kenntnis« der Landessprache in immer weitere Kreise zu tragen. Die Kosten des Schochet und Melamed in Sichern und Rami eh mussten weiter von uns getragen werden, da diese Gemeinden noch nicht leistungsfähig sind. Aus diesem Grunde fielen uns auch wieder die Ausgaben für die Unterhaltung des Bades und der Synagoge in Ram- 1 eh zur Last. Einem jungen Manne aus .Jerusalem, der in Konstantinopel studirt, gewährten wir wiederum eine Beihilfe. Diesen Ausgaben standen entsprechende Einnahmen zwar nicht gegenüeer; indessen haben unsere Gesuche um ausserordentliche Beiträge bei verschiedenen Menschenfreunden gute Erfolge gehabt und uns vor einem abermaligen Defizit bewahrt. So spendete u. A. Herr Charles L. Hallgarten 500 Mk., Herr Ed. Cohen 400 Mk., die Herren J. & S. Goldschmidt 150 Mk., die Herren Gebr. Sulzbach, Henry Seligman und Moritz B. Goldschmidt je 100 Mk. Wir geben uns der Hoffnung hin, dass auch andere Freunde unserer Bestrebungen uns durch grössere Gaben in den Stand setzen werden, unsere Thätigkeit ungeschmälert fortzusetzen. Unserem Oomite-Mitgliede Herrn Bezirks- Rabbiner Dr. Salvendi in Dürkheim a. d. Haardt sind wir für seine Sendungen im Gesammtbetrage von 2700 Mk., wovon 600 Mk.

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