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Der Israelit · 1899-01-12 · Heft 4 (12.1.1899) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 4 (12.1.1899)
Date
1899-01-12
Page
– (sequence 7)
Language
German
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67 2,50 M. zu haben sind, während sie einzeln 10 Pfg. pro Karte kosten. In Deutschland sind dieselben zu kaufen bei der Jmportqesellsch aft Palästina in Berlin, Werderscher Markt 0, doch versendet Herr Wilhelm Groß in Jerusalem gegen Einsendung von 35 Pfg., eine solche Karte an beliebige Adresse mit dem Originalstempel und Marke. > Vermischtem. -4- Rybnik, 8. Jan. Vor einigen Tagen wurde hier eine der besten Frauen unserer Gemeinde zu Grabe getragen. Frau Johanna Altman war seit zwei Jahrzehnten Vorsitzende der Frauenabtheilung der Ehewra Kadischa und seit dem Bestehen des hiesigen Waisenhauses Ehrendame der Anstalt. Sie war eine streng-fromme, edle und wohlthätige Frau. Au der Beisetzung betheiligte sich Arm und Reich, Hoch und Niedrig. Herr Rabbiner Dr. Blum en thal aus Ratibor hielt die ergreifende Trauerrede. Berichtigung. Frankfurt a. M Tie von Ihnen in Nummer Ihres geschätzten Blattes verzeichnete Mittheilung aus Berlin, bezüglich des Ankaufs der Bibliothek des Herrn Dozenten Tr. A. Berliner durch die Stadt Frankfurt, be ruht, wie ich von unterrichteter Seite erfahre, auf einem Mißverständnis. Feuilleton. Späte Sühne. Von Robert Hänleirr. >>) ztz'achdruck verboten. Als ob Rabbi Jesaja diese Gedanken seines Partners aus deffen Augen abgelesen hätte, richtete er sein Bestreben daraus, zunächst diese Befürchtungen zu zerstreuen. Er brach das beängstigende beiderseitige Schweigen mit folgenden Worten, aus denen aber die seelische Erregung heransklang, trotz aller Mühe sie zu bemeiftern. „Wir stehen hier vor einem Räthsel, für das selbst Ew. Excellenz keine Lösung zu finden scheinen. Ich selbst habe nicht einmal im Augenblicke die Ruhe und Fassung, auch nur danach zu suchen. Wie sich aber dieser wunderbare Vorfall auch aufklären möge, so muß ich Euch, gnädiger Herr, um Verzeihung bitten, daß ich Euch umsonst hierher bemüht habe. Ich hätte, bevor ich Euch mit der ganzen Sache behelligt habe, die Pflicht gehabt, mich noch einmal von der Thatsache zu überzeugen. Wenn ich auch Hochdero gütige Bereitwilligkeit sich selber mit mir in diese Räumen zu begeben, devotest abgelehnt habe, so hätte ich es doch nachdrücklicher thun müssen, als es geschehen ist. Jetzt aber muß ich mit aller Innigkeit und Unterthänigkeit bitten, mir Hochdero Beistand weiter zu leihen, damit wir eine Lösung dieses Räthsels finden. Ihre bloße Anwesenheit hat genügt, um mir mein verlorenes Gut wieder zu schaffen, Hochdero Scharfsinn wird sicher auch den Weg finden, auf dem sich dieses Geschehniß vollzogen hat. Darf ich es wagen um Hochdero Beistand zu bitten?" So spricht kein allmächtiger Schwarzkünstler; das fühlte Herr von Dingeldein aus jedem Laut dieser vibrirenden Stimme heraus. Dazu that es seiner allmählich wieder erwachten Eitelkeit wohl, daß der Rabbi der bloßen Anwesenheit des Stadthauptmannes die plötzliche Auffindung des gestohlenen Gutes zuschrieb. Er ging hastigen Schrittes einige Minuten in dem großen Gemach auf und ab. Aber mit jedem Schritt legte sich die Erregung; die Tritte verloren nach und nach ihre ungestüme Hast und plötzlich hielt der Dauermarsch, der schon fast fünf peinliche Minuten gedauert hatte, gänzlich inne. Mit gerunzelter Stirne blieb Herr von Dingeldein vor dem Rabbiner stehen, blickte ihm scharf in die Augen und fragte: „Steht die ganze Geschichte nicht mit der Geheimwissenschaft der Kabbala in Verbindung, von der ich weiß, daß sie in Euch ihren größten Meister hat? Ist keine schwarze Kunst, kein Teufelsspuck hier im Spiel? Antwortet, der Wahrheit gemäß, wenn Euch Euer Leben lieb ist!" „Gnädiger Herr!" erwiederte mit seiner vollständig wiedergewonnenen Seelenruhe Rabbi Jesaja, „ich bin ein Mensch wie Ihr, wenn ich mich mit Hochdero vergleichen darf. Das Studium des Gotteswortes und der übrigen heiligen Schriften ist mein Lebensberuf. In diesen letzteren ist auch die Wissenschaft der Kabbala enthalten. Dieselbe hat mit dem nichts zu thun, was der große Troß bei ihr sucht. Stattete sie aber ihre Jünger wirklich mit der Kenntniß aus, die Geheimnisse zu erklären, deren Enthüllung doch in erster Reihe Sache der Polizei ist, hätte ich dann Ew. Excellenz heute bitten müssen, mir zur Auffindung des mir gestohlenen Gutes zu helfen? Als Bileam auszog, um Israel zu verfluchen, störte ihn sein Esel in diesem Vorhaben. Erzürnt über die Störrigkeit seines Thieres, rief er aus: „Hält ich ein Schwert zur Hand, ich würde Dich sofort getödtet haben." Als das die ihn begleitenden Abgesandten des moabitischen Königs hörten, wußten sie, was sie von dem Fluch dieses Zauberes zu eUvarten halten. Ein ganzes Volk, sagten sie sich, will er durch sein Wort vernichten, und um sein Thier zu meistern, richtet sein Wort so wenig aus, daß er sich ein Schwert wünscht, um ihm den Garaus zu machen. Ist dasselbe nicht auch bei mir der Fall? Ich soll der große Kabbalist sein, dem die Geheimnisse des Himmels und der Erde unterthan sind, und wenn ich einen Diebstahl entdeckt wünsche, muß ich

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