Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 4 (12.1.1899)
- Date
- 1899-01-12
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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lande, die ihn veranlaßte, die lockendsten Anträge nnd die ihm in Aussicht gestellte ehrende Dekorirung im Falle der Uebersiedelung nach Frankreich auszuschlagen, nur um sein ihnr teueres Geburtsland nicht zu verlassen. Ferner schilderte Herr Weill, wie der Verewigte, 1873 nach Mülhausen versetzt, hier die gleiche Regsamkeit entfaltete, die Gründung der israelitischen Gewerbeschule und die Errichtung der israelitischen Frauenbäder in der Gutenbergstraße herbeiführte. Die vorerwähnte Vermächtniß-Urkunde enthält ferner eine Anzahl freigebiger Legate, welche Herr Moock den Gemeinden Psastatt, Thann, Sentheim, Fröschweiler u. s. w. zuwandtc. Trotz des ungünstigen Wetters kam der Leichenzug fast vollzählig im Friedhofe an. Dort hielt Herr Rabbiner Levv aus Altkirch noch eine warnt empfundene Ansprache. Magdeburg, 7. Jan. Wir erhalten folgende Zuschrift: In dem Referat des Herrn 8.-Eorrespondenteu über die Verhandlungen des I. Verbandstages der jüd. Lehrervereine im Deutschen Reiche ist leider die einleitende Rede des Herrn Verbandsvorsitzcnden, Rektor Dr. Adler—Berlin, in einer Weise wiedergegeben, die gerade das Gegentheil des Sinnes derselben zum Ansd uck bringt. Der Herr Redner führte nämlich aus, daß nicht der Wunsch nach behaglicher Lebensführung, nicht der sogenannte materielle Zug der Zeit das Streben innerhalb der jüd. Lehrerschaft nach Verbesserung der sozialen und materiellen Verhältnisse entfacht habe, sondern einzig und allein die innerste Ueberzeugung, daß ein ersprießliches W i r k e n n u r möglich sei, wenn die Sorge um eine einigermaßen standesgeutäße Eristenz, mit den Lebensabertd, um die Zukunft der Familie von dem Lehrer genommen werde. Hochachtungsvoll der Vorstand des Verbands der jüd. Lehrervereine im Deutschen Reiche: S t e i n h a r d t—Magdeburg, Schriftführer. Fulda, im Jan. Am Sonntag, den 11. Dez. wEE rvs Evb *v», feierte der von Sr. Ehrwürden Herrn Dr. Cahn gegründete trmcn rri-Verein (min c tr) seinen ersten eve. Man versammelte sich im tmcn rei, wo »cp xn rcec zu Ende gelernt wurde, und begab sich alsdann zur Festtafel. Hier ergriff zuerst Herr Dr. Cahn r': das Wort, gab in kurzen Zügen eine Geschlchte der Entstehung des tmnan nc an der Stelle, wo einst E-mc Tag und Nacht min gelernt und seine unübertrefsttchen Scharfsinn offenbarenden nrnn 'cn'n versaßt hat. Schon seit vielen Jahren habe ihn der Gedanke an die Wiedererrichtung von E"ma Schiff'S ennen n’i beseeir, und nun sei endlich diese Hoffnung verwirklicht worden. Der Redner wies zum höchsten Erstaunen der Festversantmlung darauf hin, daß, wie es niemand von den Mitgliedern des Vereins bei der Wahl der feit einiger Zeit begonnenen nuini rasa, geahnt, wunderbarerweise sptr ernte vor genau 268 Jahren und 1 Monat ebenfalls »cp »cs beendigt und mra rasa begonnen habe. Zum Schluß verknüpfte der Redner, nachdem er noch einige herrliche Erklärungen von e«no zum Ende von »iE uip vorgetragen, in geistreicher Weise den Schluß dieser nisi mit dem Anfang von riera. Ihm folgte in der Reibe der Redner der Vorsitzende des Vereins, Herr Dr. Stern, der dem Gründer und allen Förderern des Vereins im Namen der min seinen herzlichsten Dank aussprach und dem Wunsche Ausdruck verlieh, daß unser ernen ms blühen und gedeihen möge, als eine Pflegestätte von ernstem nun nivb und echter een n»*i\ rnirnWorte und fröhliche Unterhaltung würzten das Festmahl, und erst in später Stunde ging man auseinander mit dem Bewußtsein, an einer echten mxo be nnee theilgenommen zu haben. (Möchten sich doch andere Städte und deren geistliche Führer ein Beispiel an dem Eifer nehmen, mit dem in Fulda min nrä betrieben wird. Red. d. Jsr.) O e st e r r.- U n g a r. Monarchie. Wien, 4. Jan. In einer Vorstandssitzung der Israel. Culiusgemeinde gab der Präsident die erfolgte Consüluirung des „Allgemeinen Oefterreichischen israelitischen Bundes" bekannt. Derselbe weist ferner darauf hin, daß der Geineinderath der Stadt Wien beschloffen hat, mit Rücksicht auf den in der Emgabe der Wiener CultuSgemeinve vom 24. October 1898 geltend gemachten Standpunkt von der Durchführung des projectirten Straßevzuges durch den Währinger israelitischen Friedbos abzusehen. In eingehender Weise wurde sodann die in einer jüngsten Plenarsitzung begonnene Berathung über die Schaffung eines geeigneten Lehrbuches der jüdischen Geschichte für die hiesigen Mittelschulen fortgesetzt. An der Debatte betheiligten sich sämmtliche anwesende Vorsteher. Schließlich gelangte der vom Herrn Viceprnsidenten Dr. Gustav Kohn gestellte Antrag, es sei Professor Braun in Breslau zu ersuchen, das von ihm verfaßte Lehrbuch der jüdischen Geschichte zum Gebrauche an den österreichischen Mittelschulen entsprechend umzuarbeiten, mit großer Majorität zur Annahme. England.? London. Sir Samuel Montague, der bekanntlich Vertreter des Londoner Bezirkes Whitechapel im englischen Unterhause ist, hat die Absicht, sobald sein Mandat abläuft, sich in das Privatleben