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Der Israelit · 1899-01-05 · Heft 2 (5.1.1899) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 2 (5.1.1899)
Date
1899-01-05
Page
– (sequence 11)
Language
German
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31 klagen, die auch hertte noch der jüdische Jüngling, dessen Charakter nicht gefestigt, dem Barer, dem Erzieher oder dem treuen Freunde gegenüber allsspricht: Das Loos des Jndenrhums wäre von jeher Elend und Sklaverei gewesen, durch seine Lehre jede Bereinigung mit den Mitmenschen ausgeschlossen, die jüdische Wissenschaft (speziell der Talmud) nichts als Grübeleien: die Pflichten nichts als unmöglich zu haltende Beschränkungen aus Reisen, im geschäftlichen Berkehr und was der Anklagen mehr sind. (Fortsetzung folgt.) ^Zcitungsnachrrchten und Correspon-eitzerr D e u t s ch l a n d. Nogasen. Eine BerwaltungSstreitsache zwischen der diesigen Polizeiverwaltung und denr Borstande der Synagogengemeinde daselbst ist irr der letzter! Sitzung des Bezirks-Ausschusses Posen zrr Ungunsten der jüdischen Gemeinde ausgefallen. Die Polizeiverwaltung hat nämlich derl Borstand der Synagogengemeinde ausgcsordert, der: zu rituellen Zwecken zwischen den Häusern des Schaukwirths st und des Kürschners S. quer über die Czarnikauerstraste in Höhe von mehreren Metern gezogenen Draht, sowie die zur Befestigung des Drahtes allgebrachten Stangen bei Bermeidung von Zwangsmastregeln zrr beseitigen. Denr seitens der Synagogengemeinde bei denr Kreisausschust des Kreises Obornick gestellten Anträge, die Bersügrrng der Polizeiverwaltung insoweit auszuheben, als sie die Beseitigung des Drahtes verlange, wurde keine Folge gegeben. Die beim Bezirksausschust eingelegte Berufung wurde verworfen. Feuilleton. Verkauft. CS i ti c E r z ä h l u ti g a u s Ungar n. .'>7) Bon Samuel B. Rosner. illachdruck verboten. Und sie stand vor ihm, eilte völlig neue, für ihn gehässige Erscheinung. Er sah nicht sie, so roie er sie zu sehen gewohnt rvar, sondern nur das, was von ihr seit gestern so tief kränkend, so namenloses Weh erweckend war und sein Blick, mit dem er ne ansah, war so unfreundlich, daß sie verwirrt an der Thiire stehen blieb. „Schon wieder —," brummte er unverständlich, inderrt er ihre Absicht erriet. „Ich störe wohl," hauchte sie fast ihrer Stimme nicht mächtig, während die Blässe ihres Angesichts von pitrpurner Nöthe abgelöst wurde. „Stören r Oh — Oh —", sagt er gedehnt, „bitte —" Plötzlich aber vollzog sich in ihr eine wunderbare Umwandlung. Wie ein Windstoß den Nebel spurlos wegsegt, so sprengte irgend eine geheime Macht die Fesseln der Verwirrung, von denen sie sich schwer bedrückt fühlte. Derselbe Geist der Zuversicht und Entschlossenheit, der sie im Traume beseelt, kam über sie — ja sie suhlte sich in diesen Traum selbst versetzt. Sie erkarntte genau die Situation wieder: genau so ist sie ihm im Traume gegenüber gestanden! . . . Sie drückte energisch die Thüre zu und trat an den Tisch. „Setzen Sie sich," sprach sie fast gebieterisch und wies mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf einen Sessel. Der Ton, den sie anschlug, amüsirte ihn. Er setzte sich, wobei er den Blick nicht von ihrem zierlichen kleinen Zeigefinger wegrichten konnte. „Sie wissen schwerlich, aus welchem Grunde ich Ihnen das Vergnügen mache" — sprach sie, indem sie zu lächeln versuchte. „Oh — da täuschen Sie sich. Ich weiß es vielmehr so genau, als ob Sie mir es bereits gesagt hätten —" „Gleichviel — ich werde es Ihnen dennoch sagen. Ich — ich will Ihnen eröffnen — will — Ihnen sagen —'* Sie stockte und schaute einen Augenblick zur Zimmerdecke empor. Er machte eine abwehrende Bewegung mit der Hand. „Bitte, ich sagte ja, daß ich es ganz genau wisse. Wenn Sie mir einen Gefallen erweisen wollen, so lassen mir das" — setzte er nnmuthig hinzu. Sie schien seine Worte nicht gehört zu haben. „Ich will Ihnen sagen, daß Sie im Begriffe sind, eine große, große Thorheit zu begehen," sprach sie hastig, wie in einem Athem. Er verneigte sich ironisch vor ihr. „Zugegeben und dann?" „Darum möchte ich Sie sehr, sehr bitten, diese Thorheit nicht zu begehen." Er hatte ja im ersten Augenblick gewußt, was sie bei ihm wolle. Rur darüber war er im Zweifel, ob sie aus eigenem Antriebe kam, oder aber hierzu von den Eltern veranlaßt worden sei. Run da er es aber aus ihrem Munde hörte, empfand er bei ihren Worten dennoch einen schmerzlichen Stich ins Herz. Er hielt sich nun fest überzeugt, daß sie von selbst gekommen, und daß sie die Sorge um :L •S ,l! ii‘ l!

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