Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 2 (5.1.1899)
- Date
- 1899-01-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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26 der beiden Herren Dr. Rosenthal hervorheben, von denen Dr. Rosenthal—Breslau als ältester Schüler Dr. HildeSheimer's das Leben auf der Jeschiba in Eisenstadt schilderte, während D r. R o s e n t h a l—Köln dem tiefen und unauslöschlichen Eindruck, den die Festlichkeit auf ihn gemacht habe, Worte verlieh. Ein ernstes Festspiel, in dem die Versöhnung des neuen und des alten Geistes, der Wissenschaft mit der GlaubenStreue geschildert wurde, und ein humoristisches Stück, welches das Treiben der Seminaristen mit Geist und Witz illustrirte, gelangten zur Aufführung und fanden allgemeinen Beifall. In der Fidelitas sprach noch einmal Provinzialrabbiner D r. Ca h n—Fulda und gewann sich die Herzen aller Hörer durch seine warme hinreißende Beredsamkeit. Keine fremden Behörden, weder von der Stadt, noch vom Staate, noch aus anderen jüdischen Gemeinden waren eingeladen, und so trug das Fest vollkommen den Charakter einer Familienfestlichkeit, zu der die alma mater das Rabbinerseminar ihre lieben Söhne, die jetzt weithin verstreut sind, versammelt hat. Als ein solches Familienfest aber wird die Feier all ihren Theilnehmern unvergessen bleiben. Hamburg, 4. Jan. Während man gestern in den Synagogen aus dem Wochenabschnitt, wie aus der Haftorah das Hinscheidcn von rnax apr, p-nrr spr, -m vorgetragen, verbreitete sich draußen die Trauerkunde vorl dem plötzlichen Hinscheiden eines s.--2 *cns, des als can msPr in Rußland sowohl wie in Deutschland bekannten KlausrabbinerS rrcrcy^nxv rrysr tt-i. Obwohl bereits achtzig Lebensjahre überschritten, hatte er dennoch im Sommer eine schwere Krankheit glücklich überstanden, so daß man hoffen durfte, er werde seiner Familie und seinem Wirkungskreise noch recht lange erhalten bleiben. Allein gestern *c* :aipr p tr rraP früh gegen 9 Uhr saß er beim Gebet im Tallis gehüllt, als er eine Unbehaglichkeit empfand und nach Trank verlangte, doch ehe seine treue Gattin es ihm reichen konnte, war sein letzter Athemzug gethan und er hatte den Todeskuß empfangen npnwa ne. Freunde und Nachbarn, die herbeigeeilt kamen, konnten nur noch die jamme nde Wittwe, die sage 62 Jahre mit ihm glücklich vereint gewesen, sowie die bestürzte Familie, soweit es ging, beruhigen. Heute Nachmittag 12 72 Uhr fand die m-ap* nmu statt, zu welcher sich eine große Anzahl x-am :a als c*pcj?ra eingefunden hatten. Außer dem Oberrabbiner sprach Herr Jakobsen im Trauerhausc tiefempfundene wehmuthsvolle Worte. Der Herr Oberrabbiner rühmte den von uns geschiedenen rraeyjprwr rw mma, dessen hervorragendes Wissen in cpcra dt, wie insbesondere sein eminentes Wissen der ~'mv ppsr yanx, verglich seinen Tod mit dem vom Talmud erzählten Hinscheiden Königs David rn -2r-r *xp - ■-m-m, die Trauer um ihn mit der großen und schweren Trauer für noxri p:« wax apr an dem Grenzfluffe des irdischen Daseins naya; die Scheune bedeute das segensreiche Wirken des Mannes, in dem Gottesfurcht und Wissen aufgespeichert gewesen, mit welchen er viele erfreut und gesättigt habe; die Dornenhecke sei der Kampf ums irdische Dasein, von welchem unser Freund ebensowenig wie i"ax apr verschont geblieben war. In der Betrachtung der Midraschftelle auf den uns vorliegenden Trauerfall, schloß der verehrte Redner seinen "iee-i: ♦npan rrz p-m n'PPp rrs cp-ix nn-a nPipr Imposant war die Betheiligung resp. Theilnahme, welche sich bei der Beerdigung kundgab. Auf dem y"6yE;r:xP cmrt rra angelangt, hielt dasselbst der Klausrabbiner m: p:*c p:xn rrnz einen ergreifenden -isan, anlehnend an wie. Der Redner bekundete als nächster College des Verstorbenen, dessen Bedeutung als paS, wie er nPP er gelernt und gelehrt habe. Eine schöne Erklärung gab der verehrte Redner noch über den Zusammenhang des Verses: c'^a ncP cz':y pa nmp :rtrri xP: rrarin xP capPx '-iP cnx Seinem Schmerze gab der Enkel, Herr Dr. Wohlg e m u t h, Dozent am Berliner Rabbinerseminar, beredten 'zu Thränen rührenden Ausdruck. Die bedeutendsten Talmudgclehrten Rußlands, wo seine Wiege gestanden P"^ t:xPxd ‘»xrtr '“i, PanpnPx pnr h p rrasySpye apr anerkannten die Größe dieses bescheidenen Mannes. Gegen 40 Jahre war er myp p"!s nra in Memel und circa 18 Jahre war er ‘mix aer im Beth-Hamidrasch der Lewin Salomonschen Klaus hier in Hamburg. Man wußte rrysp’ auch hier zu würdigen. Zu verschiedenen Malen war er Rabbinatsverweser und zwar hatte sich der p*7 am seiner Unterstützung bei schwierigen Angelegenheiten bedient und sie von ihm getreulich erhalten, wie denn auch am ihm collegialisch zugethan war. Wer wird und kann ihn ersetzen mar *2 nrcH p-,i -er, pt; H. B. vermischtes. AuS Bayern. Auch in diesem Jahre sind gelegentlich der Neujahrs-Auszeichnungen unsere Glaubensgenossen reichlich bedacht worden. Eine der höchsten Ordensdekorationen, die überhaupt verliehen worden ist, der Michaelsorden 2. Klasse, erhielt der bekannte Geucralinusikdirektor a. D. Hermann Levi (Sohn des Gießener Rabbiners) in München. Außerdem wurden eine Reihe jüdischer Rechtsanwälte in München, Nürnberg und Augsburg zu Justizräthen und einige Grotzkaufleure und Großindustrielle 311 Kommerzienrätheu ernannt, und zwar die Herren Wilhelm Gerngros und Magistratsrath Kohn in Nürnberg sowie Fabrikbesitzer Köwensolin in Fürth. 'Wenn man berücksichtigt, daß der Kommerzienrathtitel überhaupt nur 17 mal verliehen worden ist, so läßt die Zahl der Verleihungen an Juden nicht *) Ein ausführlicherer Nachruf über diesen bedeutenden Mann folgt in einer späteren'Nummer. Red.d. Jsr