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Der Israelit · 1899-01-02 · Heft 1 (2.1.1899) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 1 (2.1.1899)
Date
1899-01-02
Page
– (sequence 11)
Language
German
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11 den werden sicherlich mit 90 pCt. ein ablehnendes Votum geben und auf die provinziellen Hilfskaffen verweisen. Er begrüße die Idee im Interesse aller derer, die nicht einer Provinzialkaffe beigetreten seien. Die große Menge von Lehrern, die an kleinen Orten wohnen, werden von den Centralkaffen keinen Stutzen haben. Auf Antrag Amram wird für die ferneren Debatten die Redezeit auf fünf Minuten beschränkt. Der Referent gibt noch einmal die Erklärung ab, daß die Provinzialkaffen in keiner Weise geschädigt werden sollen; die Centralkaffe unterscheide sich ganz scharf von den anderen Kaffen. Sie sei nicht auf das Ouotensystem begründet und habe ganz bestimmte Lasten und Leistunaen; es sei eine combinirte Lebens-, Pensions- und Relikten-VersicherungSkaffe. Der Gemeindebund werde in Anspruch genommen werden müssen, die Provinzialverbände zu veranlaffen, für die kleinen leistungsunfähigen Gemeinden einzuspringen. In der weiteren Diskussion treten, theilweise in begeisterter Weise, für die Gründung der Kaffe ein die Herren B e rn b a rd—Tarnowitz, M ar x—Alsheim , Amram—Borken, S t einhardt—Magdeburg; Prof. Bad t—Breslau theilt die Bedenken des ostpreußischen Lehrerverbandes und möchte nur die Gründung einer Kaffe für solche Bezirke beschließen, wo noch keine anderweitigen Kaffen bestehen. Einzelne Anfragen werden im Laufe der Debatte durch den Referenten erledigt, so diejenige, daß auch ungeprüfte Lehrer in die Kaffe ausgenommen werden können. Der Antrag Steinhardt auf en bloc Annahme wird vom Referenten durch die Bestimmung erweitert, die innerhalb des nächsten Jahres zu stellenden Anträge dem zu bildenden Curatorium zu überweisen, welches die Verpflichtung übernehmen soll, die Anträge eingehend zu prüfen und event. eine Aenderung in die Wege zu leiten. In namentlicher Abstimmung wird dieser Antrag darauf mit allen gegen zwei Stimmen Sturmann—Osterode, Badt—Breslau angenommen; Dr. Goldschmidt enthält stch der Abstimmung. Rach einer halbstündigen Unterbrechung wird nach einer Danksagung an den Borstand für die große Mühe der Ausarbeitung der Satzungen für die Kaffe die Berathung der Tagesordnung fortgesetzt. Zu Punkt 5 Aenderung der Zusammensetzung des Verbandsvorstandes und der Satzungen des Verbandes wird eine aus den Herren Liepmannsohn, Blumenfelo—Adelebsen und Bernhard bestehende Commission gewählt. Alsdann folgt Punkt 10: Beschlußfassung über den Modus der Subventionirung der Vereinsversammlungen. In kurzer Begründung schlägt der Referent, Herr Hauptlehrer Herb st—Liffa vor, analog dem Staatshaushalt einen dreijährigen Durchschnitt für den Modus der Subventionirung zu wählen. Hierzu gibt die Versammlung ihre Zustimmung. Punkt 14 betreffend Ausgabe von Mitgliedskarten wird der Commission für die Abänderungen der Satzungen zur Erledigung überwiesen. 8unt Schluß des ersten Verhandlungsrages wird dann noch über Punkt 14 debattirt: Antrag des Vereins jüdischer Lehrer der Ostprovinzen auf Begründung eines Stellennachweises für die Mitglieder des Verbandes. Referent, Herr Becker—Wollstein, führt aus, daß die Lehrer bis jetzt auf Selbsthilfe angewiesen seien und die Gründung eines Stellennachweises im Sinne der Verbandsaktion liege. Die zu besetzenden Stellen werden meist in Ämtsblättern inserirt, selten in den jüdischen Zeitungen, welche sie meist erst dann veröffentlichen können, wenn die Vakanzen bereits besetzt seien. Die Ausführungen des Referenten verdichten sich zu dem Anträge, dem $ 9 der Satzungen folgenden Absatz einzufügen: der Verband richtet einen Stellennachweis für seine Mitglieder ein; die Organisation desselben bleibt dem Vorstande des Verbandes überlasten, welcher den Einzelverbänden die Satzungen dieser Organisation mitzutheilen hat. In der lebhaften Debatte wünscht Herr Bernhard die Angelegenheit den Verbandsvereinen innerhalb ihrer eigenen Sphäre zu unterbreiten, Herr Amram beantragt, die Frage dem Verbandsvorstand zur näheren Prüfung zu übergeben. Bei der Abstimmung fallen beide Anträge, angenommen wird ein dritter von Herrn Steinhardt gestellter Antrag, daß der Delegirtentag sich im Princip mit den Forderungen des Verein» jüdischer Lehrer der Ostpprovinzen auf Begründung eines Stellennachweises für die Mitglieder des Verbandes einverstanden erklärt und die Ausführung dieses Antrags dem Verbandsvorstande überläßt, der an die Einzelvereine berichten soll. Der zweite Verhandlungslag wird mit der Berathung dcs Punktes 6 eröffnet: Berathung über die gegenwärtigen Verhältnisse der jüdischen Schulen und Beschlußfaffung über Abfaffung einer Denkschrift über die Bedeutung der jüdischen Schulen. Das von Herrn Amram—Borken erstattete Referat ist ein sebr ausführliches. Er legt dar, daß die jüdischen Volksschulen stark im Riederaang begriffen seien. Im Jahre 1880 seien noch 53279 jüdische Kinder in Volksschulen unterrichtet worden, im Jahre 1896 nur noch 468 69 Kinder. Das Minus finde sich leider nicht als Plus an den höheren Schulen. 1896 hätten 318 Volksschulen bestanden, 1898 bestehen nur noch 246. Von den verbleibenden würde noch eine weitere Zahl wahrscheinlich mit dem Tode des jetzigen Leiters derselben eingehen. Nach dem neuen Besoldungsgesetz werde der Staat die weitere

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