Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 1 (2.1.1899)
- Date
- 1899-01-02
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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6 ablegten, wie unauslöschlich das Bild Elias Pleßners dem Herzen der Gesammtgemeinde eingeprägt bleibt. Auch Rabbiner Dr. Bamberger—Schildberg, der als Nachbar mit dem Verklärten ein halbes Jahrzmt in enger Verbindung stand, war herbeigeeilt, um auch seinerseits den Verewigten zu feiern. Nach den Reden recitirte der Gemeinderabbiner das Gebet, woraus die Feier mit dem v>np-Gebet, das von Gliedern der Familie gesprochen wurde, und dem vom Gemeindekantor vorgetragenen D’cm sba 'rr-Gebete schloß. Zeigte sich schon bei der Beisetzungsfeierlichkeit Rabbi Elias Pleßners, als der Schmerz noch jäh und frisch war, daß der Verlust ihres Rabbiners für die Gemeinde ein tiefgefühlter ist, so bewies dieser Trauerakt, daß, nachdem die Zeit den Schmerz bereits ein wenig verklärt hat, das Bild Pleßners in der Seele der Gemeinde lebendig geblieben ist. Mit der Errichtu.v.4 eute* \1%\1 4"|vä) die Gemeinde selbst ein Ehrenmal für alle Zeiten. So lange dasselbe eine Wahrzeichen ihrer innern Glaubensfestigkeit wie ihrer äußeren Ehrwürdigkeit prangen wird, sprieße und erblühe sie und entwickle sie in immer gedeihlicherem Wachsthume ihre Kraft rum Segen ihres Glaubens. Oe st er r.-Ungar. Monarchie. § Triest, 20. Dez. Am ersten Tag des Chanukahfestes beging die hiesige spanische Synagoge das Centenarium ihres Bestehens — sie wurde mpn, also 1789 erbaut — festlich und zwar durch einen besonders feierlichen Gottesdienst. Interessant ist, daß, wie die Chronik berichtet, die Einweihung dieses Gotteshauses um Mitternacht am Vorabend von Erew Rosch-Haschana (Neujahrsfest) stattfand, da unsere frommen Voreltern gleich nach dem -p:n die Selichoth recitiren wollten. Die Feier wurde mit dem Minchagebet begonnen, worauf der Psalm 95 gesungen wurde. Hierauf folgte eine eigens für dieses Fest von Herrn Aron R 0 m a n i n verfaßte hebräische Hymne, worauf Oberrabbiner Melli dic Gedenkrede hielt. Es folgten dann die üblichen Mischeberachs (Segenssprüche) für den Kaiser und die Gemeinde, worauf der Cantor mit dem Absingen des J 50. Psalms die Feier schloß. Die Vorsteher des Tempels haben keine Mühe gescheut, damit diese Feier der Gemeinde Triest zur Ehre gereiche. Frankreich. Paris, 28. Dez. Auch in der Presse findet die Rede Dupuy's eine günstige Beurtheilung. Der „Matin" meint, so lange solche Worte noch ein solch freudiges Echo finden, sei Frankreich doch noch nicht verloren. Der „Siöcle" hofft, daß die energische Sprache Dupuy's sich auch in die Praxis umsetze und besonders im Kabinet des Ministers gegenüber Drumont Vorhalte. Der „Figaro" gibt zu erwägen, ob es nicht das Beste sei, Algier in eine Kolonie zu verwandeln mit eigenem Parlament. Die „Libre Parole" sagt, daß Dupuy seine Rede den „archives israelites4entnommen habe. Vermischtes Fürrfkirchen. Im benachbarten Orte Bercfeneza starb das Mitglied der dortigen Eulrusgemeinde L azar Goldberger im hohen Alter von 106 Jahren. Derselbe war nie krank gewesen und bewahrte er sich seine Rüstigkeit bis ins hohe Greisenalter. .T'Züfjn. London, 27. Tez Gestatten Sie mir folgende kleine Berichtigung: Der verstorbene Herr S. Herz gründete allerdings in New-Vork eine Chewra, die noch besteht, es ist dies jedoch nicht die Gemeinde, die Herr Dr- Klein leitet. Von New-Vork erst kam der Verblichene, der zu Xions a. Rh., nicht Essen geboren, nach Frankfurt und dann nach London WM tVn Gegner des Iromsmus in seiner heutigen Form und ging der Raw der Machsikei Hadas, nicht als Delegirter dieser Eorporation, sondern nur für sich hin und vertrat in keiner Weise die Ansicht der Mitglieder, die der Idee, wie Herr Herz 7"Li, feindlich gegenüber stehen. Feuilleton. Späte Sühne.*) Von Robert Härrleirr. 6) Nachdruck verboten. Y. Herr von Dingeldein, der damalige Polizeidirektor in Frankfurt a. M., war soeben in sein Bureau eingetrelen und im Begriff, den Polizei-Rapport über die Vorgänge der jüngsten vierundzwanzig Stunden zu überblicken, als ihm der Stadt-Rabbiner gemeldet wurde. Rabbi Jesaja war auf dem Polizei-Büreau keine seltene Erscheinung. Seine zahlreichen, täglichen Gäste kamen oft mit der Polizei in Berührung und meistens in einer Weise, die eine Intervention seitens des Gastgebers nothwendig machte. Es war in den Jahren kurz vor Ausbruch des dreißigjährigen Kriegs, in welchem die öffentliche Sicherheit durch Zügellosigkeit und Gewaltthätrgkeiten jeder Art in hohem Grade gefährdet war und daher jede Ausschreitung mit furchtbarer Härte bestraft wurde. Es kam damals oft vor, daß herumziehende Personen ohne genügenden Ausweis eingekerkert, ausgepeitscht, und daß Diebe zum Tod durch den Strang verurtheilt wurden. Daß arme, umherziehende Juden unter solchen Berhältniffen sich keiner besonderen Rücksicht zu erfreuen halten, braucht wohl *)"Re 1? eingeiretene Abonnenten erhalten die ersten Vier- Kapitel dieser Erzählung, soweit der Vorrath reicht, auf Verlangen kosten- und portofrei nachgeliefert. Geschäftsstelle des Israelit-