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Der Israelit · 1899-01-02 · Heft 1 (2.1.1899) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 1 (2.1.1899)
Date
1899-01-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
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5 Eorrespondenz ’C. ertheilt wird. Etwa 25 Mitglieder besuchen diesen Kurs und es sollen nach Aussage des Lehrers schon recht erfreuliche Fortschritte zu verzeichnen sein. Die Vereinsbibliothek ist nunmehr so weit im Stande, daß zu Beginn des neuen Jahres die Bücher ausgeliehen werden können. Dem Bericht des Vorsitzenden folgten kurze Erläuterungen seitens des Vieepräsidenten, Schriftführer, Cassier und Bibliothekars. Die Revisoren, H. Spangenthal und Katzenstein, meldeten, daß die Revision keinerlei Beanstandungen ergeben hätte, und nachdem noch einige kleine Mängel seitens mehrerer Mitglieder zur Sprache gebracht wurden, schritt man jur Neuwahl des Vorstandes, welche keine wesentliche Aenderung brachte. Einstimmig wiedergewählt wurden die Herren S. Singer als I. und Dr. Isaak Heinemann als II. Präsident, Louis Lamm als I., Felix Horovitz als II. Schriftführer, Simon Seckbach als 1., Ledermann als II. Cassier. Dr. Kahn, Kantor, A. Mela, Droller als Beisitzer und neilgewählt wurde Herr Wolf als Bibliothekar. Es braucht wohl nicht hervorgehoben zu werden, daß der Verein für Frankfurt a. M. schon einige Bedeutung hat und wenn er auch noch nicht alle Ziele, die er sich gesteckt, erreicht hat, so ist doch anzunehmen, daß er, wenn er fernerhin das richtige Entgegenkommen und die Unterstützung durch die dazu befähigten Mitglieder findet, noch recht Ersprießliches leistet. In diesem Sinne wünscheil wir ihm ein kräftiges Wachsen und Gedeihen. N. * Kempen (Posen). Anl 14. Dez. feierte der hiesige israel. Waisenverein sein 50jähriges Bestehen. Diesem Jubeltag zu Ehren fand ein denkwürdiges und erhebendes Fest statt, welches sich zu einer wahren itse br." nnce* gestaltete. Das Festcomitö hatte mit größter Sorgfalt die würdige Feier des Tages vorbereitet und der glänzende Erfolg krönte dessen Bemühungen Am 13. Dez. abends begann die Vorfeier durch ein schönes Werk edler Menschenliebe. Im Waisenhause wurden 20 arme Kinder vollständig mit Kleidern ausgestattet und der Vorstand faßte den Beschluß, alljährlich für v'snr roxo eine größere Summe zu reservieren. Am 14. Dez. wurde der Festgottesdienst im alten, ehrwürdigen Gotteshause, welches bis auf den letzten Platz gefüllt war, abgehalten. Der prachtvolle in einem Flammenmeer sich wiederspiegelnde und mit Blattpflanzen und Guirlanden reichlich geschmückte Tempel erhöhte die weihevolle Stimmung. Unter Leitung des Herrn Obercantors Berliner wurde no von einem gutgeschulten Spnagogenchor gesungen, wie auch '.iw nx rwc. Alsdann bestieg Sr. Ehrwürden Herr Dr. Münz—Gleiwitz, in Vertretung seines ehrwürdigen Vaters, welcher schon längere Zeit durch ein Leiden seinem Berufe nicht Nachkommen kann, die Kanzel. Durch Gedankenfülle und schöne Form der Darstellung, durch seine schwungvolle und hinreißende Sprache hat der berühmte Meister es verstanden, das Herz der Zuhörer zu entzünden. Der gemüthliche Theil der Festlichkeit wurde in dem geräumigen, schön dekorierten Hiller'scben Saale abgehatten. Um 7 Uhr fanden sich der Einladung des Comitö's zufolge die vornehmsten Gemeindeglieder ein, um au dem Festessen theilzunehmen. Um 2 Uhr trennten sich die Gäste mit dem höheren Bewußtsein, an einer wahren mxe bv rrnje theilgenommen zu haben. Mit dem Gefühl innigster Befriedigung wird von dem herrlichen Feste gesprochen und die Erinnerung an dieses gemüthliche Beisammensein wird das Band der Eintracht und des Humanitätsgefühles befestigen. Ostrowo, 28. Dez. Wenn eine Gemeinde wie Ostrowo sich einer von einer ganzen Rühe von Gaonen verklärten, ob auch noch so jungen Vergangenheit rühmen darf, so hat sie wohl das Recht, hie und da mit einigen Mittheilungen über sich an die Öffentlichkeit zu treten. Eine erhebende, weihevolle Feier vereinigte in diesen Tagen die ganze Gemeinde, Männer wie Frauen, Greise und Kinder, fast ohne Ausnahme. Es galt, die Erinnerung ihre« verewigten Rabbiners Dr. Elias Pleßner durch Enthüllung eines ihm von der Gemeinde errichteten Grabdenkmals zu ehren. Zunächst um das Grab standen nebst den Familienangehörigen die Glieder der c'pcx! irsn, um deren Förderung und ideelle Fortbildung der Verkwigte sich so unvergängliche Verdienste erworben bat, daß dieselbe ihre Dankbarkeit und Verehrung in mannigfacher Weise zu rührendem Ausdruck brachte. Zuerst äußerte der jetzige Rabbiner Dr. Freund die Gefühle der von ihm vertretenen Gemeinde in einer ebenso gehaltvollen wie formgewandten Rede. Er griff aus die Bedeutung des Vaters des Verewigten, Salomon Pleßner .“"nte, zurück und schilderte das Wirken des Sohnes als das Ecgebniß der Glaubenserziehuna seines Vaters. Ec erinnerte die Gemeinde an ihre Pflicht, das Bild Elias Pleßners ewig sich vor Augen zu halten und den bei seinem Leben von ihm mit aller Glaubenskcaft vertretenen Idealen stets nachzustreben. Sodann sprach der Reffe und Schwager des Verstorbenen, Rabbiner Dr. Leo Hirschfeld— Gießen. In markigen Zügen schilderte er der Gemeinde die Wesenheit ihres verewigten Seelsorgers Rabbi Elias Pleßner, zeichnete sein Bild derartig packend und lebensvoll, daß h ftrge Ausbrüche allgemeinster Ergriffenheit und Erregung seine Darstellungen begleiteten und ein vollgültiges Zeugniß

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