Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1898-12-29 · Heft 102-103 (29.12.1898) · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 102-103 (29.12.1898)
Date
1898-12-29
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2446951-2448857-2448952--47400-2497752
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

rr^WK^ya'JT-»-'' •■ 1930 angebracht. Wird Kumys in grösseren Mengen genossen, so genügt er vollständig zur Ernährung des Menschen derart, dass das Bedürfnis nach anderweitiger Nahrung schwindet; ja. es ist in solchen Fällen gar oft eine Zunahme der Fettablagerung wahrgenommen worden. Gleich dem Kumys ist der Kefir ein alkoholisches Gährungsprodukt, welches aus der Kuhmilch durch Zusatz der Gährungspilze, der erbsengrossen, hellgelblichen Kefirkörner, erzeugt wird. (Kefir kann auch auf eine Weise, die den rituellen Vorschriften entspricht, gewonnen werden. Die Herstellung desselben kann von Jedermann nach folgenden Angaben geschehen: Die Kefirkörner - in Apotheken erhältlich — werden zuerst 5 — 6 Stunden in warmes Wasser gelegt, bis sie aufquellen. Die gequollenen Körner werden dann in ein offenes Gef äs mit Kuhmilch gebracht, welche nach ganz kurzer Zeit unter lebhafter Gasbildung zu gähren beginnt. Jetzt wird die Milch langsam. ohne dass Körner mitgehen, in Flaschen abgegossen, welche nunmehr fest verkorkt werden müssen, damit bei der sich fortsetzenden Gährung und Gasbildung der Kork nicht gesprengt wird. Die Flaschen werden am besten bei einer Temperatur von 15—18° Celsius ausgesetzt. Es ist geboten, die Milch von Zeit zu Zeit, etwa alle vier Stunden, gut durclizusehütteln, damit eine Gerinnung derselben verhütet wird. Nach 1—3 Tagen ist der Kefir zum Genüsse reif. Fm neue Mengen Kefirs zu gewinnen, ist es nur nothwendig, einen Bruchtheil, einen kleinen liiickstand aus einer der Flaschen — etwa ^5 -— mit frischer Kuhmilch aufzufülleii und den erneuten Inhalt in der oben angegebenen Weise weiter zu behandeln. Nach etwa zwei Tagen ist das neue Getränk zum Genüsse geeignet, von dem wieder ein Tlieil zur Bereitung frischen Kefirs verwandt werden kann und dies so immer fort.) Der echte Kefir gleicht in W irkung und Geschmack fast vollkommen dem Kumys. Gegenüber dem Kumys besitzt er aber den Vortheil, dass er leichter beschafft und auch in jedem Haushalte bequem hergestellt werden kann. Als diätetisches Heilmittel findet er bei den nämlichen Krankheiten Anwendung wie der Kumys; besonders gerühmt wird sein günstiger Einfluss bei leichten chronischen Magen- und Darmeatarrhen, die mit Stuhlverhaltung einhergehen; ebenso wird der Kefir vielfach bei schwächlichen Kranken mit gutem Erfolge verabreicht, um den Stoffwechsel anzuregen. Im Grossen und Ganzen finden, wie wir gesehen, die soeben erwähnten Präparate der Milch in der Diät für Magenkranke eine nur beschränkte Verwendung, da ihre Verabreichung eben nur bei ganz bestimmten Erkrankungen angezeigt ist. Nicht besser ergeht es zwei anderen Produckten der Milch, die zwar in der Ernährung Gesunder ein beliebtes, weitverbreitetes Nahrungsmittel bilden, für Magenkranke aber nur in beschränktem Maasse in Betracht kommen, nämlich Butt e r und K ä s e Die Butter enthält fast den gesamten Fettbestand der Milch und daneben nur geringe Mengen von Wasser, von Eiweiss und Salzen; sie wird allerdings der besseren Conservirung wegen überdies gewöhnlich mit etwas Kochsalz vermengt; eine längere Conservirung wird auch erreicht, wenn sie als „Butterschmalz" eingeschmolzen wird. Die Butter unterscheidet sich in ihrer chemischen Zusammensetzung nur wenig von den anderen thierischeu Fettarien. welche als Nahrungsmittel zur Verwendung kommen Die Butter stellt aber, abgesehen von ihren Verbindungen mit Fleisch, welche ihre Verdaulichkeit hevabsetzen. entschieden eines der leichtverdaulichsten Fette, wenn nicht gar das leicht verdaulichste dar. Da jedoch ein kranker Magen zumal wenn es sich um acute Zustände handelt, sich gegen Fette sehr empfindlich zeigt, darum sollte ihm auch die Butter nur in geringen Quantitäten zugeführt werden. (Fortsetzung folgt.) Literarische Umschau. TepHillatH Jescharim, besprochen von N ibb. I>r. Max Beermairn—I n st e r b u r g. Besprechungen Der Neuerscheinungen auf dem Gebiete der Siddurimliteratur werden nur selten in den Spalten der jüdischen Blätter gesunden. Höchstens erfreuen sich die Neformgebetbücher einer empfehlenden oder abweisenden Rezension. Die hebräische Gebelbuchlitteratur — die in Rußland alljährlich eine Reihe von Iresflichen Leistungen answeist — bleibt den Juden in Deutschland fast ganz unbekannt. Jetzt liegt wiederum ein soeben in Warschau bei SHulvberg erschienenes Gebetbuch vor uns, das wegen seiner mannigfachen Vorzüge eine ausführlichere Besprechung und warme Worte der Empfehlung verdient. Herausgeber ist Rabbiner I o s ep h A le r a tt b e r aus Darbian, Gouv. Kowno. Das Buch hält, was es auf dem Titelblatt verspricht. Der Siddur n^fcn dies der Titel, enthält zunächst unverkürzt die Halachasammlung v"rn -pi-i des berühmten Jakob

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.