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Der Israelit · 1898-12-29 · Heft 102-103 (29.12.1898) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 102-103 (29.12.1898)
Date
1898-12-29
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1922 einem Kreise, von dem man es nicht erwarten durfte, geistige Verwüstung und Zerstörung hervorgehen sieht, so ruft man gewöhnlich aus: sr -jao "pr'inoi ys-irra, von dir selbst gehen diejenigen hervor, die dich einreißen und vernichten. Aber dort im Zusammenhänge, im Jesaja 49, 17, heißt es: Deine Zerstörer und Verwüster ziehen fort von dir. TaS Wort i«x’ erhält somit in jener Redewendung einen ganz anderen Sinn, den des Hervorgehens, während es eigentlich d a S a o e tg eh en bezeichnet. Um mit einer ernsten Wahrheit heute zu schließen, sei auf eine Redensart hingewiesen, die so wohlseil ist, daß sie auf allen Plätzen, ja sogar aus vielen Kanzeln ausgerusen wird. Ueberall wird zum Frieden gemahnt, alles um des Friedens willen zu ertragen und zu erdulden. Besonders soll sich der fromme Jehudi, um den Frieden in der Gemeinde nicht zu stören, alle Reformen in der Synagoge gefallen und über sich ergehen lassen. Sehcn wir uns aber bie biblische Stelle näher an, die hiefür gewöhnlich citirt wird, so finden wir in Sccharjah 8, 19 :-nx c^trmrcsn:. „Liebet die Wahrheit und den Frieden," somit zuerst die Wahrheit und dann den Frieden, aber nicht den Frieden aus Kosten der Wahrheit! Wer immer und überall der nwiy sein will, geht wirklich zurück; er macht Rückschritte. Liebet und übet die Wahrheit, wie sie Gott in seiner Lehre und in seinen Ueberlieferungen mitgetheilt hat. Kämpfet für diese Wahrheit und im Frieden am Schluffe wird sich euch der Sieg an künden -x 7c’ ~ ry *ay. Zeitungsnachrichten und (Korrespondenzen. Deutschland. EU. Berlin, 25. Dez. Aus der heutigen Repräsentantensitzung habe ich nur zu berichten: Die Anstalt Malbisch Arumim erhielt eine Subvention von 500 M., der Religionsverein Westen 5500 M. für die ersten 2 Jahre, für die späteren 5300 M., das israel. Armenasyl in Meran 150 M. Der Rechnungsabschluß der Gemeinde-Hauptkasse pro liS97(9tf wird für richtig befunden. Am Schlüsse der geheimen Sitzung dankte Herr Justizrath Apolant dem ausscheidenden Vorsitzenden, Herrn Hermann Landsberger für die unparteiische Leitung. Herr Landsberger gehörte dem Collegium während eines Zeitraums von 28 Jahren an. Frankfurt a. M., 28. Dez. (P a lä st i tt a- A u S stellung.) Die Ausstellung der Erzeugnisse jüdischer Ackerbauer und Handwerker im „Hessischen Palais" erfreut sich in zunehmendem Maße der Gunst des Publikums. Die Zahl der Besucher betrug in den ersten zwei Wochen nach der Eröffnung durchschnittlich 950 täglich, während sie am ersten Sonntag die Höhe von 4000 mxD am letzten Sonntag eine solche von 5200 erreicht hat. In Erwartung einer ähnlichen Besucherzahl hat der Arbeitsausschuß gleich am Anfänge die zweckmäßige Anordnung getroffen, daß die Besucher die Ausstellung durch den an der Post belegenen Laden betreten und sie durch eine am entgegengesetzten Ende befindliche Thür verlassen. Zahlreiche Plakate zeigen den einzuschlagenden Weg, der innegehalten werden muß, um Stockungen zu vermeiden. II. Aus Karlsruhe wird unterm 16. Dezember geschrieben: Der auch Ihnen wohlbekannte, hiesige Concertsänger Max Rothschild, der erst vor Kurzem mit großem Beifall in Frankfurt a. coneertirte, hatte gestern dahier ein Concert voran Italic t, das sich eines sehr regen Besuches zu erfreuen hatte. Herr Rothschild, der über einen Baß von seltenem Umfang verfügt, fand für seine Lievervorträge reichen Beifall. Bei dieser Gelegenheit führte sich ein vielversprechender junger Künstler, der Pianist, Herr Ernst Lieb mann auf die glücklichste Weise hier ein. Herr Liebmann zeigte seine Meisterschaft nicht nur in der poesievollen Begleitung sämmtlicher Solovorträge, auch seine Klaviervorträge, worunter sich eine reizende „Causerie" eigener Komposition befand, ließen den technisch, wie musikalisch auf bedeutender Höhe stehenden Künstler erkennen. Beide Herren fanden vollen, wohlverdienten Beifall für ihre trefflichen und aus gereisten Kunstleistungen. Hamburg, 27. Dez. Die Gesellschaft für jüdische Volkskunde hat in ihrer unter Vorsitz des Herrn Dr. Grunwald abgehaltenen Generalversammlung einen Rechenschaftsbericht gegeben, wonach sie jetzt etwa 500 Mitglieder zählt. Der bisherige Vorstand wurde wiedergewählt und noch durch einen Secretär ergärzt. Der Vorsitzende recapitulirt die bisherigen Leistungen der Gesellschaft, und gab hierauf eine Erklärung über einige ausgestellie Gegenstände, die nebst der Bibliothek der Gesellschaft bei Herrn W. Wolfs, Benekestraße Nr. 2, ausgestellt sind und vom 1. Januar 1899 ab nach vorheriger Anmeldung von jedermann in Augenschein genommen werden können. Die Miltheilungen der Gesellschaft, mindestens zwei Hefte jährlich, werden jedem Mltgliede zugestellt, außerdem werden im Laufe des Winters wissenschaftliche Vorträge gehalten. O e st e r r.- Ungar. Monarch: e. Wien, 27. Dez. Die letzte Vorftandssitzung brachte wieder recht unangenehme Ueberraschungen. Das Defizir betrug im vorigen Jahre 39 574 Gulden. Dasselbe ist noch ungedeckt, und nun kommt

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