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Der Israelit · 1898-12-22 · Heft 101 (22.12.1898) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 101 (22.12.1898)
Date
1898-12-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Handlung und Gleichstellung mehr gewähre, als irgend ein anderes Land der Well. Algier. Algier. Die französische Presse beschäftigt sich nunmehr etwas eingehender und aufmerksamer mit den Vorgängen in Algerien, die bisher in tendenziöser Älbsicht entstellt worden waren. Die empörendsten Rohheiten und Gewalthätigkeitcn, die in Algier und Umgebung begangen wurden, lassen gegenwärtig keinen Zweifel mehr darüber zu, daß die Haupturheber derselben jener aus Spaniern, Italienern und Maltesern bestehende Plebs bilden, die sich in Algerien niedergelassen und durch einen kurzen Militärdienst das französische Bürgerrecht erworben haben. Sehr bemerkenswerth sind die Auslassungen des „Figaro,“ der einen ausführlichen Bericht über die in Algerien herrschenden Zustände veröffentlicht, uitd auch der „Franeo militaire,“ die in der gleichen Weise auf die Gefahren hinweist, die durch die separatistischen Ideen der in Algerien wohnenden Fremden geschaffen werden. Man wisse heute, daß Max Regis nur deshalb so populär sei, weil er die große Mehrheit der Italiener, Spanier und Malteser für sich habe, die durch ihre Gewaltthaten die ganze Kolonie terrorisiren. So lange diese Elemente nicht unschädlich gemacht seien, könne von einer Beschwichtigung der Kolonie schlechterdings nicht die Rede sein. Die jüdische Gefahr, die von den Antisemiten mit so glänzendem Erfolge ausgebeutet wurde, besteht nach dem Militärblatte nur in politischer Hinsicht, da die Juden bei den Wahlen den Ausschlag geben. Auf alle Fälle sei diese Gefahr weit geringer als die separatistische Bewegung, deren Urheber zwar nach einjährigem Militärdienste das französische Bürgerrecht erworben haben, nichts desto weniger aber ihrer früheren Heimath treu bleiben. — Der „Antijuif“ von Algier veröffentlichte gestern folgendes offene Schreiben: „Herr Gouverneur! Herr Mar Negis reist allein nach Paris, wo er friedlich vie algerische Sache fördern und nicht unsere Feinde herausfordern wird. Falls er in der Ferne das Opfer eines Mordversuches oder eines Mordes sein sollte, so würden wir die Juden dafür verantwortlich machen. Das Blut Max Regis, das mögen Sie, Herr Gouverneur, wissen, wird anderes Blut fließen lassen. Gezeichnet: Die Antijuden von Algier. Die antisemitische Liga Frankreichs hat durch ihren Delegirten Gueriu telegraphisch in Algier ansragcn lassen, wann Max Regis in Marseille und Paris eiu ,utreffen gedenkt, um ihn würdig empfangen zu lassen. — Das Apellgericht von Algier bestätigte im Kontumazverfahren das Urtheil des Zuchtpolizeigerichtet v. 22. Oktober d. I., durch das Max Regis wegen thätlicher Mißhandlung des Herrn Gobel zu acht Tagen Gefängniß und 25 Franks Buße verurtheilt worden war. — Das Schwurgericht von Algier hatte am Samstag jenen Aaron Abu Mendil | abzuurtheilen, der am 29. Juli d. I. dem Großrabbiner von Algier Herrn Bloch einen Dolchstoß zwischen die Schultern versetzt hatte, als dieser vom Pferdebahnwagen in Bab-el Oued abstieg. Der Attentäter, der sofort von einem anderen Israeliten festgenommen wurde, ist ein Juwelier, der seit den Antisemitenunruhen im Januar keine Arbeit mehr finden konnte und mit seinen fünf kleinen Kindern in größte Roth gerathen war. Er hatte vom Konsistorium eine Unterstützung von 100 Frc. verlangt, aber nur zehn erhalten, worüber er so erbost wurde, daß er einen Dolch kaufte und den Großrabbiner angriff. Da über Abu Mendil die besten Auskünfte geliefert wurden, verurtheitte ihn der Gerichtshof angesichts der ganz besonderen Umstände nur zu zwei Jahren Gefängniß._ MNtyeilmgeu aus Heu jül>. ^noeuotieinen unö für dieselben. Fürth, den 16. Dez. Andurch erlauben wir uns, Sie vor nachbenanntem Betrüger zu warnen: Salomon Salomon aus Heppenheim erhielt seiner Zeit vom hiesigen Kgl. Landgerichte wegen Betrug und Heiratsschwindel eine Zuchthausstrafe von l'/o Jahren. Bei der damaligen Verhandlung machte er das Gcständniß, oaß er protestantischer Religion sei. Gestern wollte er bei uns Unterstützung haben, wurde aber abgewiesen. Israel. Wander-Unterstützungs-Verein. Salomon Salomon war am 10. März 1994 an hiesiger Kasse, gab an Maler zu sein, kam von Frankfurt und reiste nach Heidelberg; er erhielt 2 M. — Zum zweiten Male erschien er hier am 30. Juli 1896, kam von Worms und gab an, bei Tüncher Volk Arbeit gesunden zu haben; er erhielt wiederum 2 M. Zum dritten Male war er am 28. November d. I. hier und erhielt 1 M. Die ersten beiden Male bezeichnte er sein Alter mit 27, das letzte Mal mit 42 Jahren.Red, d. Jsr. Feuilleton. verkauft. K-d— Eine Erzählung aus Ungarn. 35) Von Samuel B. Rosner. Nachdruck verboten. „Mußt Du, Rudolf," fuhr der Professor fort, „etwa als Jude nicht einem noch gewaltigeren Jdeenftrome stand halten? Denn während gottlob die „ritterlichen" Menschen Euren Schlags doch nur einen verschwindenden Bruchtheil aller Menschen bilden, stehst Du als Jude all' den tausend Millionen Bewohnern der Erde gegenüber, mußt Dir die Geringschätzung, Verspottung und Vergewaltigung Aller gefallen lassen. Von einem Schwächling, der nicht den Mmh besitzt

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