Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 101 (22.12.1898)
- Date
- 1898-12-22
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2446951-2448857-2448951--47361-2497712- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
1892 auf Unterstützung des In- und Auslandes angewiesen. Mit einem Berichte über die verschiedenen Anstalten für Wohlthätigkeit, Jugendbildung, Armen- und Krankenpflege, dann aber auch über die klimatischen Verhählimsse, ferner die jüdischen Sitten und Gebräuche in Jerusalem schloß der verehrte Redner seinen Vortrag, dem sich eine kleine Diskussion anschloß. Der Vorsitzende dankte dem Herrn Redner für seine herrliche, formvollendete und reichhaltige Ausführung und bat ihn, auch fernerhin dem Verein sein Wohlwollen bewahren und bethätigen zu wollen. 8. Nürnberg, 18. Dez. In Folge Einladung des Central-Vereins zur Unterstützung armer durchreisender Israeliten in Nürnberg-Fürth, versammelten sich heute im Sitzungssaale der Israel. Gemeinde dahier circa vierzig Herren, die sämmtlich im Aufträge von Wohlthätigkeitsvereinen erschienen waren. Es waren Delegirte aus Frankfurt a. M., Mainz, Wiesbaden, München, Augsburg, Bamberg, Stuttgart, Würzburg, Fürth, Nürnberg u. A. anwesend. Herr Theodor G r eis—Nürnberg eröffnete die Versammlung und ertheilte dem Vorsitzenden der Israel. Gemeinde in Nürnberg, Herrn Justizrath Josephsthal, das Wort. Derselbe begrüßte Namens der Gemeinde Nürnberg in warmen Worten die erschienenen Gäste und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß eine so stattliche Anzahl von Vereinen durch Entsendung von Delegirten ihr Interesse bekundet haben, um die auf der Tagesordnung stehende Frage eingehend zu erörtern. Bei der nun folgenden Debatte sprachen die einzelnen Redner ihre persönlichen Ansichten über den Hauptpunkt der Tagesordnung aus, ob es sich nämlich empfehlen würde, daß ein Verband süddeutscher Hilfsvereine gegründet werden soll. Es würde zu weit führen, alle Ansichten darüber zu verzeichnen, wie und auf welche Weise dem Wanderbettel ein Damm gesetzt toerden soll. Thalsache ist, daß sehr interessantes Material durch die verschiedenen Reden zur Kenntniß der Anwesenden gelangte. Die Grundzüge der demnächst zu entwerfenden Statuten waren vom Einberufungskomitee bereits ausgearbeitet und erfuhren durch Herrn Rabbiner Dr. Ziemlich—Nürnberg in verschiedenen Punkten sachgemäße Erläuterung und Erweiterung. Nach ungefähr fünfstündiger Sitzung brachte Herr Rabb. Dr. Werne r—München eine Resolution ungefähr folgenden Inhalts ein: 1. Es soll ein süddeutscher Verband gegründet werden, behufs rationeller Organisation der Armenunterstützung und Bekämpfung des Wanderbeitels nach außen. 2. Eine Commission von sieben Mitgliedern soll auf Grund des Stenogramms und der in heutiger Sitzung ausgesprochenen Wünsche, ein Statut für die zu gründende Vereinigung ausarbeiten. 3. Diese Siebenercommission soll sich, nachdent die grundlegenden Punkte der Statuten ausgearbeitet sind, mit dem Nürnberger Komitee in Ve>bindung setzen, zur Maßnahme derjenigen Schritte, welche die geplante Vereinigung der süddeutschen Vereine ins Werk setzen soll. Vorstehende Vorschläge wurden im Prinzip angenommen und die Herren: Justizrath Josephsthal, Dr. Ziemlich, Greif—Nürnberg, Hirschler—Frankfurt a. M., Werner—München, Strauß—Wiesbaden, Dr. Stößel—Stuttgart zu Mitgliedern der Commission ernannt. Der Vorsitzende bemerkte noch, daß sofern die Vereinigung für Süddeutschland ins Leben treten wird — und hierzu ist nach dem Verlauf der heutigen Versammlung begründete Hoffnung vorhanden — den einzelnen bestehenden Armenvereinen nur ganz minime Kosten entstehen dürften. Hamburg, 20. Dez. Am Mittwoch ns» wurde Herr B. M. Jacob so h n mit großem Gefolge zu Grabe getragen. Herr Jacobsohn nv, der 7 t Jahre alt geworden, gehörte noch der Ehachamistischen Epoche an und fand er, wie manche seiner Zeitgenossen, an den späteren Verhältnissen wenig Gefallen; ob mit Recht oder Unrecht mag hier unerörtert bleiben. Genug. Herr I. war ein Jehudi durch und durch, ein ,tvd pew am», der seine zahlreichen Kinder mit Hilfe und Einverständniß seiner frommen Gattin jvb>, einer Tochter des Ktausrabbiners mB’n-r joSt ■n» zu frommen Männern und Frauen erzog, woraus er nicht wenig und mit Recht stolz war. Seinen ältesten Sohn, Herrn Rabbiner M. Jacobsohn, Gnesen, ließ er s. Zt. die Rabbinerschule des sel. Oberrabbiners Stern b'xr besuchen, wenngleich er mit diesem nicht immer eonform gegangen war. Mit dem Heimgegangenen ist ein Stück Gemeindeleben begraben worden, rrsaün. H, B, Aus Thüringen. Auch in diesem Winter entfalten die Literaturvereine in Gotha, Eisenach, Lengsfeld eine rührige Thätigkeit. Im Laufe des Monats November sprach in den beiden erstgenannten Städten Herr Provinzialrabbiner Dr. Munk— Marburg über: „Das Judenthum und die soziale Frage" und Herr Professor Dr. K o h u t über: „Joseph II. und Friedrich II. und ihre Beziehungen zum Judenthum." Herr Landrabbiner Dr. Salze r— Stadtlengsfeld hielt im Eisenacher Verein einen Vortrag über den Talmud. Wohl erblicken auch wir in dem Anwachsen der Literaturvereine kaum „ein wichtiges Ereigniß", doch müssen wir es für ebenso verfehlt bezeichnen, wollte man ihre Thätigkeit einfach übersehen. Geht doch ihr Streben dahin, Liebe zur