Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 99 (15.12.1898)
- Date
- 1898-12-15
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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- Mohel 2× ep/1006163
OCR text
Brthodoxe «Muderrthum^ WtzLlskmKk. KsrlLgs LN W. SS. 15. Dez. 1898J lNr. 11. ro7ry»«*g i ~ HK« 'zr*v*r'y mm eiterftückchen. Erinnerung aus dein Kriege vor 25 Jahren. Aus deru litterarischen Nachlaß von H. Bevger. (Geschrieben 1896.) y\ I 1 * * -5^" m rV?? (Schluß.) Mit dem Passirscheine in der Hand war es dem Mohel, denn das war der Arrestant, leicht, seine Reise fortzusetzen und zur rechten Zeit in dem Hause Kalmeanzugelangen. Oft, gar zu oft wurde er angehalten und er wäre sicher noch öfters arretirt worden, wenn er den Schein des Hauptmannes nicht gehabt hätte. So war auch dieses Böse für ihn zum Guten geworden und er athmete glücklich auf, als er endlich sein Ziel erreicht hatte. Aber anstatt in ein Haus der Freude zu kommen, traf er ein Trauerhaus an. Weinend trat ihm die alte Mutter entgegen, mit Thränen in den Augen empfing ihn der alte Großvater, so daß er erstaunt fragte: „Run, was gibts? Ist sich hier nix passirt?" „Nein, aber meine Söhne." „Ist sich das Kind wohl und der Mutter?" „Gottlob ja, aber meine Söhne." „Was sein mit Ihren Söhnen? Sind sie doch wohl?" „Wenn ich dieses nur wüßte!" „Habe ich doch Vater von der Knaben gesprochen!" „WaL! Das sagen Sie jetzt erst! Wo? Wie geht es ihm?" Mit diesen Fragen bestürmten ihn die Eltern und ähnliche richtete die junge Frau an ihn und das > Nachdruck verboten-^ Glück und die Freude, als sie die guten Nachrichten empfingen, leuchteten aus ihren Augen. Sonst, in Friedenszeiten, hätte sich das Haus Kalmes bei einer solchen festlichen Gelegenheit mit heiteren Gästen angefüllt, nun aber, da der Krieg in der Nähe wüthete, blieb ein Jeder fern. Sogar die Eltern der jungen Frau wagten nicht, zu dem Beschneidungsakte zu erscheinen. Diesem Mangel an Fefttheilnehmern suchte Aron dadurch abzuhelfen, daß er die ganze Gemeinde und alle Armen der Nachbarschaft zu Gaste lud.. Obschon man sich nicht in der Stimmung befand, Feste zu feiern, war die Synagoge am folgenden Tage so voller Andächtigen, wie an den hohen Feiertagen und mit heiliger Andacht verrichtete Jeder sein Gebet. Und als der Mohel den Wechselgesang des wechoraus imau habris mit dem Gevatter anstimmte, da lauschten alle athemlos, und als sie den Lobgesang Israels bei seiner Errettung vor Pharao und seinen gesammten KriegSheer, beendigt halten, da dachten sie der Lieben, die jetzt ebenfalls draußen'vor dem Feinde standen und auf Gottes Beistand hofften und manche Throne rieselte über die wettergebräunten Gesichter der Andächtigen, die Trost fanden in dem Worte der Schrift -ijn "p5ir *) *> Der Herr wird ewig regieren-