Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 99 (15.12.1898)
- Date
- 1898-12-15
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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1858 Regis seines Amtes zeitweilig entsetzt. Der Minister des Innern hat einer Pariser Drahtmeldung zufolge die Amtsenthebung auf drei Monate ausgedehnt. Red.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Köln, 13. Dez. Verflossenen Sonntag Abend versammelten sich mehrere junge Leute, um in echt jüdischer Weise eine Chanukka-Feier zu begehen. Nachdem dieselbe durch den gemeinschaftlichen Gesang varp* i« nva eingeleitet war, gab der erste Redner des Abends seiner Freude Ausdruck über das zahlreiche Erscheinen der jungen Leute, und erstattete einen kurzen Ueberblick über die Bedeutung des Festes, das der Wiedergewinnung des jüdischen Geistes gewidmet fei und uns die belehrende Idee gewähren solle, daß JiSroels Lebenskeim, die?twi niemals der Vergessenheit anheimfällt, unr ve ravn sb '2, selbst wenn im Lager des jüdischen Volkes das Licht dem Erlöschen nahe ist und nur noch ein winziger Theil die Lehren des Judcnihums zur Verwirklichung bringt. Ein weiterer Redner erläuterte in kurzen Zügen einige Bilder aus 'mt unter näherer Berücksichtigung des nius-Bildes, das uns unsere o'v2n in sinnreicher Weise als mtxn für rajn mp an die Hand gegeben, darlegend, wie grade diese Bilder auch insbesondere typisch sind für die heutige Zeit, die da wähnt, mit dem Gotteshause Gott ein Haus erbaut zu haben, in das man das Bereich seines Wirkens bannen könne, um dann draußen im Leben ungehindert seinen sinnlichen Gelüsten Nachfolgen zu können. Ein Vorbild zur Gottesfurcht sollten sich die Juden nehmen an ihrem allergnädigsten Kaiser und seiner hohen Gattin, die erst noch in jüngster Zeit auf ihrer Orientreise bewiesen, wie die Gesundung des Staaten- und Einzellebens einzig und allein abhängig sei von der Unterstellung aller Kräfte unter das Diktat Gottes. Hierauf wurde die Nationalhymne von der Versammlung stehend gesungen. Die Lehren, die wir dem Chanukkafeste für die heutige Zeit abgewinnen können, bot ein junger Mann in poetischer Form sinnreich dar, während ein älterer Herr die Bedeutung des pap an den nsini Lichtern zu begründen versuchte. Es folgten nun gemeinschaftliche Lieder, abwechselnd mit Vorträgen ernsten und humoristischen Inhalts, alle durchweht von jüdischem Geiste und jüdischer Denkweise. Möge diese Art und Weise, n2jn zu feiern, tu Bälde Platz greifen in Jisroels Mitte, daß man es nicht mehr wage, dieses hehre Fest zu einem Lichter¬ oder Kinderfeste zu stempeln, sondern, daß es seine belehrende Wirkung ausübe an allen Mitgliedern des jüdischen Volkes, in düsterer Golußnacht nicht zu verzweifeln an dem einstigen Wiederaufblühen des jüdischen Geistes, sondern froh und heiter das echte Gottesbewußtsein und die wahre Gotteslehre durchs Leben zn tragen, als Kinder des allgütigen Vaters, als Diener des allmächtigen Gottes. J. W. X Mannheim. Am ersten Chanuka-Abend feierte der Chor der hiesigen Klaussynagoge das Fest seines zehnjährigen Bestehens, und es fand aus diesem Anlaß im Saale des Ballhauses eine Abendunterhaltung statt. Eine große Schar von Gästen hatte sich zu der Feier eingefunden; auch die Rabbiner und Vorsteher waren als geladene Ehrengäste anwesend. Die Einleitung bildete ein stimmungsvoller Prolog, den Herr stuü. meä. Gustav Löffler verfaßt hatte und in vorzüglicher Weise zum Vortrag brachte. Hierauf folgte das Anzünden der Chanukalichter und das Absingen des nx n?a. Die in Form und Inhalt gleichvollendete Festrede hielt Herr Levisohn. Er erinnerte an die vor 10 Jahren erfolgte Einweihung der neuen Klaussynagoge und an die bei dieser Gelegenheit stattgehabte Gründung des Synagogenchors, der sich seitdem stets bemüht habe, seiner Aufgabe in jeder Hinsicht gerecht zu werden. Der Redner gab dann einen Rückblick auf die Entwickelung des Synagogengesanges und schloß mit dem Wunsche, daß der Chor auch fernerhin wachsen und gedeihen möge. Reicher Beifall folgte den wohlgetungenen Ausführungen des Redners. Es reihte sich hierauf ein sechsstimmiger Chorgesang an, (Min Hamezar von Halevy) der als eine geradezu mustergiltige Leistung bezeichnet werden muß, und der sowohl dem Dirigenten, Herrn Strubel, als den Mitwirkenden ungetheiltes Lob eintrug; besonders that sich dabei Herr Thalmann als Solist hervor. Es wurde damit der Beweis geliefert, daß ein vorzüglicher Chorgesang auch ohne Orgelbegleitung wohl möglich ist, und es ist dies umsomehr hervorzuheben, als die Komposition für Musikbegleitung berechnet ist und erst umgearbeitet werden mußte. — Der zweite Theil des Programmes umfaßte gesangliche, theatralische und humoristische Vorführungen, bei denen sich besonders Fräulein Lehmann und Schuster, sowie die Herren Allmayer, Feith und Thalmann auszeichneten. Herr Löffler dankte noch in einer Ansprache dem Vorstand, besonders den Herren Julius Ettlinger und Moritz Hirsch, für sein Entgegenkommen, durch welches erst die Feier ermöglicht wurde, und Herr Bauer feierte die Verdienste des Chordirigenten, der seinerseits den Mitgliedern