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Der Israelit · 1898-12-15 · Heft 99 (15.12.1898) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 99 (15.12.1898)
Date
1898-12-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1854 des Vereins verlies ruhig und stetig in dem Rahmen der durch das Statut vorgezeichneten Pflichten. Es wurde Sorge getragen, daß armen, unbemittelten Kranken Pflege und Abwartung wurde, daß bei hoffnungslos Darniederliegenden Chewra MitgliederWache hielten und die Bestattung der Dahingeschiedenen in der vom Religionsgesetz vorgeschriebenen Weise vorgenommen wurde. Durch die Mildthätigkeit seiner Mitglieder war es dem Verein möglich, alljährlich eine Summe zur Unterstützung von Nothleidenden anzusetzen. Im Jahre 1885 gestatteten es seine finanziellen Verhältnisse, einen Leichenwagen zu beschaffen. Ebenso hat der Verein in demselben Jahre eine reiche Fülle von Utensilien zur ordnungsmäßigen Krankenpflege, theilweise durch Kauf, theilweise durch Geschenke erworben. — Das Arbeitsfeld des Vereins erstreckte sich auch über die Grenzen der Gemeinde hinaus. Literarisches. Tstüo U. Thillo. Die Bedeutung des Gebetes und des vierbuchstabigcn Gottesnamens von Leopold Buxbaum (einer. Rabbiner), Religionslehrer in Wien, 5659—1898/99. Im Selbst: Verlage des Verfassers Wien II/3, Leopoldftraße 26. Der Verfasser der vor ungefähr zwei Jahren erschienenen Pessach Hagada-Tikun-Lel-Schrmurim, der auch in diesen Blättern eine günstige Recension zu Theil wurde, hat zwar mit der Herausgabe des soeben erschienenen Werkchens Tfillo und Thillo, auf welches wir die Aufmerksamkeit der geehrten Leser hiermit lenken, ein Gebiet betreten, aus dem schon so Viele vor ihm gewandelt. Ungeachtet dessen hat derselbe mit Herausgabe oben benannten Werkchens etwas Nützliches geschaffen, indem er durch die eingehende Behandlung der „Abodas Halew" des Gebetes durch die Citirung aller auf das Gebet bezüglichen Bibelstellen eine feste religiöse Grundlage für die Erweckung und Aneiferung unserer reiferen jüdischen Jugend zum Goitcsglauben gegeben, welche geeignet ist den Betenden für den Glauben an eine waltende Vorsehung, zu der er seine Gebete emporsendet, zu begeistern. Auch die inhaltsreiche und gedankenreiche Erklärung der Bedeutung des nicht auszusprechenden vierbuchftabigen Gottesnamens ist geeignet, den Glauben an den Einig-Einzigen zu befeftigen. L—r. > Versonatten, -f Michelstadt i. O., 12. Dez. In der flacht vom Sonntag, den 4. auf Montag, den 5. d M., V?d:> verschied hier nach etwa fünfwöchigem Krankenlager eine Frau, die eS nach ihrem sittlich-religiösen Leben verdient, in diesen geschätzten Blättern einen ehrenden Nachruf zu erhalten. Frau Badette Joseph, 64 Jahre alt, Wittwe des nun vor fünf Jahren Heimgegangenen sel. Herrn Abr L. Joseph IV. dahier hat das Zeitliche gesegnet. Sie war das Muster eines echt-jüdischen Weibes, die treue Gattin, die liebende, bildende, schaffende und ordnende Mutter. Dabei war die Beobachtung der göttlichen Gebote das Hauptziel ihres Strebens, die religiöse Erziehung ihrer Kinder die Hauptaufgabe ihres Wirkens. Die Heilighaltung der Sabbate und Feiertage war ihr eifrigstes Bemühen; meistens betrat sie an solchen Tagen das Gotteshaus schon vor Beginn des Gottesdienstes, um sich ans denselben in würdiger und andächtiger Weise vorbereitcn zu können. Sehr gerne unterstützte sie die Armen und speiste die bedürftigen Hungrigen. nnbv .TTi ’jyb nens hed. Was aver ihrem Lebenswandel die Krone aufsetzte, war ihre Liebe zum Frieden, den sie mit allen Menschen, sowohl mit ihren Glaubensgenossen, als auch mit Andersgläubigen, stets aufrecht zu erhalten suchte; dieS zeigte sich denn auch deutlich bei der ungemein zahlreichen Betheiligung bei ihrem am Mittwoch, dem 7. d. M., VD2 X'J, stattgehabten Leichenbegängnisse. auch eine große Menge Nichtjuden nahm theil. Auf dem Friedhofe sprach Herr Lehr.r Gottschall dahier tiefempfundene Worte. rrasun. > Vermischter.. «4 Frankfurt <t. M. Unter den sechs Prüslingen. welche am 1. und 2. Dezember in Eassel die Prüfung als Rectoren bestanden, war Herr Lehrer H. Schwa b ans Frankfurt a. M. Derselbe bestand die Prüfung für Sckulcn mit fremdsprachlichem Unterricht und höhere Mädchenschulen mit großem Erfolge. Hamburg. (Ohne antisemitische Tendenz.) Ter „Bürgerverein von 1898," Hoheluft und Umgegend, faßte in seiner letzten Vorstandssitzung den einftimmigen Beschluß, aus bestimmten Gründen zur Kenntniß zu bringen, daß der Verein antisemitischen Tendenzen nicht huldigt, sondern gemäß feines (Ltaluts iu vollster politischer Unabhängigkeit für das Wohl des Vereins, seiner Mitglieder und seines Bezirkes thätig sei. Wien. Herr Jakob Marmarosch. Gesellschafter des Bankhauses Marmarosch, Blank und Eo. in Bukarest, hat zum Andenken an feinen jungverstorbenen Sohn Max eine Stiftung von 26600 Kronen für dürftige jüdische Hörer an der Wiener Handelsakademie errichtet. — In Galßeis (Zempliner Komitat) in Ungarn ist der Tempel niedergebrannt. Die Gemeinde erleidet einen Schaden von 25 000 Gulden. Paris. Nicht weniger als drei Juden haben durch Erlaß des Ministeriums des Innern die Lebensrettungsmedaille bekommen, nämlich: Israel Lazar in Melnn, Jngues Mever iu Paris uud Paul Lambert iu Laval. Cuba. In Guaianamo starb an» gelben Fieber Kapitän Daniel L. M. Peixotto, der sich während des Krieges rühmlichst ausgezeichnet hatte Peixotto war Jude, stammt aus einer sehr alten und angesehenen spanischen Familie und ist erst 44 Jahre alt. In Capstabt fand kürzlich eine erhebende Feier zu Ehren des am 6. Mai 1867 im Kaffernkrieg gefallene»» Lieutenant Mark Harris statt. Oberst Harris aus Kimberley, der Kommandant des steiwilligen Regiments, dem der gefallene Offizier angchörte, schenkte zum Andenken einen prachtvollen Ehrenbecher und im größten Saale der Stadt wurde eine Ehrenparade abgehalten.

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