Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 99 (15.12.1898)
- Date
- 1898-12-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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- Rheydt 1× ep/1045545
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1858 gefühle ob des herben Verlustesden Stadt und Gemeinde durch den Hintritt des Verblichenen erlitten, den treffendsten Ausdruck. Nach diesem sprach noch tiefbewegt der obengenannte Dr. Levy, der in ebenso geist- und sinnvoller wie treffender Weise ein getreues Bild des Verklärten entwarf und die Hinterbliebenen beiden Söhne dazu ermahnte, nicht zu klagen und zu trauern, sondern wie einst der Patriarch der von ihm heißgeliebten Rahel, ihrem Vater ein Denkmal zu setzen, ein Denkmal im Herzen, das einzig und allein darin bestehe, daß sie diesem nacheisern in der Gottes- und Nächstenliebe, aus daß das nunmehr durch den unerbittlichen Tod zerstörte Haus wieder von ihnen auferbaut werde und das Andenken an die hingegangenen Eltern in gewünschter Weise erhalten bleibe! Wir schließen uns aus vollem Herzen diesem Wunsche an und rufen dem theueren Entschlafenen zu: svu b'th T,r, pwM-na nva prsr. Dr. H. T. Vom Niederrhein, 11. Dez. Aus der jüngsten Nr. Ihres gesch. Blattes ersehe ich, daß auch die Stadt Aachen in der Schächtangelegenheit den Beschluß der Stadt Rheydt für sich in Anwendung bringen will, um in gleicher Weise die raT«? einzuschränken, da die Vertreter der Stadt Aachen annehmen, daß die preußische Regierung das Vorgehen von Rheydt billige. Ich kann Jynen nun zur 'Rheydter Schächtsrage noch mittheilen, daß seiner Zeit die Rheydter Metzger (auch die nichtjüdischen) beim Ministerium vorstellig wurden und ersuchtenes möge dem betreffenden Beschlüsse der Rheydter Stadlväter die Genehmigung versagt werden. Allein eine Antwort ist bis heute noch nicht erfolgt. Es wird sich nun neuerdings eine Deputation nach Berlin begeben, um einen Entscheid herbeizuführen und erst wenn ein solcher erfolgt ist, wird sich der Standpunkt der Negierung klar erkennen lassen. Obwohl sich die Rheydter jüd. Metzger nicht gut aus das jüd. Verbot, Thtere auf andere Art als Schächten zu tödten, stützen können, da sie früher das Unerlaubte gethan, so können sie immer noch die große Schädigung des einzelnen Metzgers in feinem Gewerbe anführen; denn, wenn auch von den fämmtlichen Metzgern der Gesammtbedarf für die jüd. Gemeinde geliefert wird, so kann doch der Einzetmetzger, wenn fein wöchentliches Stück geworden, feinen Kunden den Bedarf nicht liefern, wodurch ihm natürlich großer Schaden verursacht ist. Uebrigens, wenn die Rheydter Metzger einig wären, so wäre noch Verschiedenes zu bessern. Allein im schönen Rheinland spielt Alles nur um's Geld, was auch folgender Vorfall beweist. Einem Herrn W. im nahen G. wurde jüngst ein ms für nsp übertragen, doch schon andern Tagss wieder dankend abgelehnt, unter Hinweis auf die telegraphische Meldung, daß der mehr als 108 Stunden entfernt wohnende Vater der Wöchnerin selbst kommen werde, um den ms vorzunehmen. Sofort erklärte Herr W., er habe für diesen rstr nun eine Beschneidung in H. abgelehnt und werde daher auch zum ms kommen. Richtig kommt er, thut sich bei der mya an den Speisen gütlich c’siaen;o -rrm Gleich nach nsa'-Ausgang kommt er nochmal zum ms bys, um-wie er sagte, nstr auszumachen, sein Zug gehe gleich weiter. Da Herr W. nur dieser „Geschäft" hat, so wurden ihm für etwaigen Veroienst-Entgang M. 6 angeboren, aber zuin Erstaunen Aller erklärte der gute Mann, der doch gar nicht mehr verlangt war, er sorvere M. 8. So)ann stürzte er davon, nb-isn hat er wahrscheinlich daheim gemacht. War schon die Handlungsweise des Herrn W. bislang sonderlich, so wurde sie es noch mehr, als auf eine Anfrage an den Vorstand von H. die Antwort anlangte, daß Herrn W. für diesen nst? überhaupt keine Mohelfunktion in H. übertragen war. a'bri V? p» ipe*. Ich enthalte mich jeder Bemerkung, aber es läßt lief blicken, wie die heiligsten roxo im Rheinlande „geschätzt" werden und in welchen Händen dieselben liegen. Möchte es doch bald besser werden. Jnftervurg, 12. Dez. Der hiesige israel. Verein für Krankenpflege feierte dieser Tage sein 25. Stiftungsfest. Um 37-, Uhr fand in der von Andächtigen überfüllten Synagoge der Festgottesdienst statt. Nach einem erhebenden Chorgesang der Knaben bestieg der uns bereits als Meister der Beredsamkeit hinlänglich bekannte Rabbiner Dr. Beermann die Kanzel: mit der ihm eignen Beredsamkeit die mit elementarer Gewalt alle Hörer zum Ausmerken und Mitempfinden zwingt, hielt der Rabbiner die ergreifende Festrede, deren gedankentiefer Inhalt in schöner Harmonie mit der wie aus Marmor gemeißelten Sprache stand. Ueber den Inhalt können wir an dieser Stelle nur bemerken, daß Redner an Ruth II, 20 anknüpfte und im Anschluß an dieses Tertwort Israels Liebe gegen die Lebenden und Israels Liebe gegen die Todten beleuchtete. Wie wir hören, wird der nach jeder Richtung hin vollendete Vortrag vom Verein dem Druck übergeben werden. Beim Festesten im Deutschen Hause brachte Dr. B. in patriotischer Begeisterung den Kaisertoast aus, woran sich andere Tischreden anschlosten. Der Verein hat anläßlich seines 25 jährigen Stiftungsfestes ein Gedenkblatt seinen Mitgliedern gestiftet, in dem auch die Chronik des Vereins enthalten ist. Wir entnehmen derselben, daß der Gründer des Vereins Herr Benjamin Mendel Weinstein ist. Der Verein konstituirte sich am 9. November 1873 und nahm den Namen einer „Chewra Kaddischa und Vikkur Cholim" eines israelitischen Vereins für Krankenpflege und Beerdigung an. Die Thätigkeit