Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 97 (8.12.1898)
- Date
- 1898-12-08
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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*:- ä‘?*?r»»s«P5F* »^*s^5??w^jp?ip?s-•'i;b*:*,:?t,! "3 L.>*'*r^v’^^^'-?'V7*4C? 1816 »nangelt mir au nichts. Ich kann sagen, mein Name hat heute schon einen guten Klang unter den Advokaten der Stadt, heute morgen legte ich meine Staatsprüfung ab und eröffne meine eigene Kanzlei. Dank meines Renommees, welches ich, nun einmal verdient oder nicht verdient, besitze, kann es mir an einer reichlichen Clientel nicht fehlen und dennoch — — dennoch bin ich tief unglücklich, Schulamit! Und es giebt für mich nur eine Art der Erlösung aus meinem Unglücke, und diese Erlösung liegt in Ihrer Hand. Wissen Sie, was das zu bedeuten hat?" fragte er gedämpft, ihr tief in die Augen schauend. „Ja", gab sie kurz und resolut zur Antwort. „Und wollen Sie meine Erlöserin, mein guter Genius werden? „Nein — weder das Eine noch das Andere." Jäh, als ob ihn der Schlag getroffen, fuhr er zusammen und schlug den Blick zu ihrem Angesichte auf. Es malte sich in seinen Mienen eine tiefe, aufrichtige Verstörtheit ab. Ihre Worte verblüfften ihn derart, daß er kein Wort der Entgegnung fand und schweigend an ihrer Seite hinschritt. „Ich will Sie nicht täuschen," nahm sie nach einer kurzen Pause wieder das Wort. „Es widerstrebt mir, auch die Naive zu spielen und Ihnen etwa vorzuschwatzen, daß ich mich in backfischmäßiger Unerfahrenheit über die Absicht tauschte, die Ihrem Schreiben zu Grunde lag. Nein — ich war im ersten Augenblick so klar über das, was Sie wollen, als jetzt, wo Sie es mir in unzweideutigen Worten gesagt haben. Weßhalb ich wohl dennoch gekommen bin?" Sie zuckte mit den Schultern. „Ich — ich, weiß es selbst nicht ganz genau. Nennen Sie es meinetwegen leichtfertig, impertinent, niederträchtig — -ich verdiene es. Ich erkenne meine Schuld an und trage willig die Verantwortung für sie. Jedoch, meine Schuld reicht bloß bis zu dem Momente, wo ich Ihnen gegenüber stand. Einmal in Ihrer Nähe, zögerte ich keinen Augenblick, Sie über meine wahre Gesinnung zu unterrichten." „Das muß man sagen," sprach Glaser mit herber Selbstironie, „und zwar in einer Weise, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließ. Sie haben mir nach der gewinnenden Freundlichkeit, mit welcher Sie mir begegnet waren, eine furchtbar schmerzhafte Enttäuschung bereitet! Süße Regungen, tvonnige Träume, waren von Ihrer sonnigen Erscheinung hervorgelockt, Knospen gleich in meinem Herzen entstanden und hofften von Ihrer Hand zu herrlichen Blumen entfaltet zu werden.das Alles ist nun unbarmherzig geknickt.' — Ich hätte Ihren kleinen Händchen gar nicht eine solche Henkersarbeit zugemuthet. Wohlan, wenn es Ihnen auch gleichgültig sein sollte, daß die erweckten Gluthen ungestillt mein physisches Ich verzehren müßten, kann es Ihnen doch als begeistert frommes, jüdisches Mädchen nicht gleichgültig sein, ob eine jüdische Seele völlig im Unglauben untergehe, oder aber an Ihrer Hand sich wieder zum lichten Pfade der Tugend und der Gläubigkeit emporschwinge. Das kann und darf Ihnen nicht gleichgültig sein.'" Sie zog die Schultern in die Höhe und sirirte ihn mit einem verwunderten Blick. „Nun, und wenn Sie Recht hätten?" (Fortsetzung folgt.) Der „JSraelit" erscheint wSehemtlieh sweimal, Montag* und Donnerstags, jedesmal in mindesten» zwei Besen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Man af>t>nnirt ganzjahrlich, halbjährlich oder «ierteljahrttch. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Per BuryhanLel verkehrt bvrch G. /. Ktetnacker, Letpzdz, Avßplvtz Ist. — Inserate 25 Pfennig die 4 spaltige Petilzetle oder deren Raum. Preis der Zeile tm Reclamethetl 76 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichg-Mark oder 8 st. Ssterr.. für*« Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition frone» etnzusenden. Eine Mi «nMi MMtko» etrr-ef»«dteu «apnferiptep findet picht statt, map »tttet deshMt», fich »o» «8m Gipfepdnpge« eine Aopie zirrttdzirdehalterr. Anhalt <Ha«ptblatt) Leitender Artikel: Chanukka-Betrachtung. Von Rabbiner Dr-Moritz Jung, Ung -Brod-— Zeitungsnachrichten und Eorrefpondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. Aschaffe,iburg. Köln. Wesel. Breslau. Aachen. Dresden. Aus Baden. Holland: Amsterdam. — Verwichtes. — Feuilleton: Verkauft. Eine Erzählung aus Ungarn. Von Samuel B. Rosner. (Forschung). Inhalt der ersten Beilage r Feuilleton: Kaiser Franz Joseph und die Juden. Historische Skizze zum Kaiser« Jubiläum. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Frankfurt a. M. — Oesterr.-Ungar- Monarchie: Wien. Prag. Bellet* Beilage r Chanukka. Gedicht von S. Frankfurter, 'Wesel. — Ein Reiterstückchen- Von H. Berg?r- Extra-Beilage: Unmöglich. Von Dr. Lehmann. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'scheu Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu drei Beilagen.