Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 97 (8.12.1898)
- Date
- 1898-12-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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^!.UUMj!MWWMWMWWPWWWWMMWMWW *? 1812 drei Prinzipien bei dieser Versammlung eingeführt zu sehen, gereiche ihm zur hohen Ehre; hohe Pflicht solle es ihm sein, auch in s e i n e m Wirkungskreise stets im Sinne dieser Prinzipien zu handeln und sie nach Kräften überall zu hegen und zu pflegen. Er freue sich ganz besonders in unsere Stadt als Ort seines Wirkens einzutreten, deren süddeutscher Charakter mit seiner gemütvollen und versöhnlichen Stimmung ihn ebenso glückliche Verhältnisse am Strande des Maines erhoffen lasse, wie er sie in seiner Heimath am Rheinesstande in seiner Jugend vor sich gesehen und sich in ihnen glücklich gefühlt habe. — Hieraus stellte Herr Bürgermeister, Hosrath v. Medicur, den Districtsrabbiner sämmtlichen Erschienenen vor und geleitete ihn mit diesen in die Synagoge. In der Vorhalle empsing Herr Vorsteher A. Hamburger dieselben und hieß den einzuführenden Rabbiner in einer Ansprache willkommen. Er möge, so hob er hervor, der Eintritt Dr. Wachenheimers in das der Verehrung des Allmächtigen und der Wahrung des Friedens gewidmete Haus der Gemeinde, wie dem Distrikte zum Segen werden. Ein langer und glücklicher Zeitraum möge beginnen, in dem, wie man zu Herrn Dr. Wachenheimer vertraue, der Israel. Gemeinde die geachtete Stellung unter den Konfessionen auch ferner erhalten bleibe und gefördert werde. Unter den Klängen des vom Synagogenchor vorgetragenen Chorals *cn im wurden Distriktsrabbiner Dr. Wachenheimer und die Ehrengäste an ihre Plätze geleitet. Rach Vortrag des Königsgebetes hielt Herr Distrikts-Rabbiner Dr. W. in der überaus festlich geschmückten Synagoge, (dieselbe ist ein vor erst fünf Jahren vollendeter Prachtbau) seine Aniritispredigt, die nach Gedankengang, Form und Vortrag allgemeine Begeisterung erweckte und das Urtheil rechtfertigte, daß die Gemeinde und der Distrikt sich zu ihrem neuen Seelsorger zu beglückwünschen, allen Grund haben. Der Beifall, den der Redner fand, war ein ungetheilter und wirkte die Rede auf die zahlreich erschienenen Richtisraeliten fesselnd vom ersten bis zum letzten Wort. Dem würdevollen Verlause der Einführungsfeier entsprach auch in gleicher Weise-die hübsche Abendfeier, welche die Mitglieder der hiesigen isr. Kultusgemeinde zu Ehren ihres Rabbiners im Hotel „Adler" vereinigte. Das Bedürfniß und die besondere Vorliebe unserer Gemeindemitglieder für eine echte Geselligkeit kam hier in erfreulichster Weise zum Ausdruck. Gesangs- und Musik-Vorträge verschönten den Abend. Unter den Toasten, die nicht minder zu seiner Belebung beitrugen, seien besonders hervorgehoben, der des Herrn Vorsteher Hamburger auf den Distrikts-Rabbiner, der des Rabbiners auf die Kultus-. gemeinde und ihren wackeren Vorsteher; der Toast des LandgerichtSratheS Dr. S i l b e r s ch m i d t auf die Pflege des Friedens, der auch dem Rabbiner beschieden sein möge. Ferner toastirte Herr Beisitzer S. Goldschmidt auf den Synagogenchor, seine vorzüglichen Leistungen, auf seine wackeren Leiter und Solisten Herrn Cantor Wetzler und Herrn Max Bing. Die Herrn Rechtsanwälte Dr. Grünebaum und Dr. Schottenfets toastirten auf die Damen bezw. auf die Stadt Aschaffenburg. Ein Dankeswort des Herrn Lehrer Wetzler für die dem Chore gezollte Anerkennung klang in den Wunsch aus, daß die harmonischen Accorde des Chores ein gutes Omen sein mögen für die Harmonie in der Gemeinde und dem ganzen Distrikte. Die hiesige Tagespresse schreibt am Schlüsse ihres Berichtes: „Die Israel. Gemeinde darf mit Befriedigung auf den gestrigen Tag zurücksehen und des Wunsches der ganzen Stadt sicher sein, daß sie unter der Herrschaft der so lebhaft zum Ausdruck gekommenen Friedensgesinnungen wie bisher gedeihen möge." (Auch wir wünschen dem jungen Herrn Rabbiner Frieden, aber nicht auf Kosten des nott. Red. d. Isr.) Köln, 5. Dez. (Zur Orgelfrage.) In Nr. 94 des „Israelit" ist in einer diesbezüglichen Notiz zum Schluß auch aus das „neuerwählte geistliche Oberhaupt" Bezug genommen. Dazu sei bemerkt: Für die bisherige Gemeindesynagoge, welche neben der neuen unverändert bestehen bleibt, und vermuthlich auch weiterhin den Schwerpunkt des Gemeindelebens bilden wird, ist eine Aenderung im Kultus weder von irgend einer Seite verlangt, noch nach den Bestimmungen ihres Begründers (Baron v. Oppenheim) überhaupt möglich. So sehr also die schwebende Frage für das „neuerwählte geistliche Oberhaupt" sachliche Bedeutung haben mag, so wenig ist sie für dasselbe eine persönliche Angelegenheit. F—er. Wesel. Wie im vergangenen Jahre, veranstaltete man auch diesmal Hierselbst einen Bazar, dessen Ertrag für die hiesigen Wohlthätigkeitsvereine zwecks Vertheilung von Chanukagaben der Armen bestimmt war. Damen und Herren aus den besten Kreisen der hiesigen militärischen wie bürgerlichen Bevölkerung hatten sich an den Arrangements betheiligt und wandten im Interesse des schönen Zweckes alles auf, das Ganze recht glänzend zu gestalten. Die eigentliche Leitung lag in den Händen der Vorsitzenden des Vaterländischen Frauenvereins, Frau Stabsarzt Dr. Peters, sowie des kunstsinnigeu Herrn Hauptmanns Bethel, welche beiden Herrschaften schon so manches schöne und zugleich edlen Zwecken dienende Werk ins Leben gerufen und mit der seltensten Nneigennützigkeit und Hingebung gefördert haben.