Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 97 (8.12.1898)
- Date
- 1898-12-08
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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1810 nicht irdisches, sondern geistiges, göttliches Leben tödten und auch hier wurde der böse Anschlag zum Quell des Guten, der Druck erhöhte die Widerstandskraft des jüdischen Geistes, so daß dieser gerade, als er erloschen zu sein schien, mit ungeahnter Kraft aus der an Vernichtung grenzenden Erniedrigung zur glanzvollen Lichthöhe sich erhob, und in Flammenworten die Wahrheit des prophetischen Wortes verkündete: tito ex '2 N22 xSi ‘vn x^2. Und wie in Egypten ein winziger Umstand, die Deutung eines Traumes, der Wendepunkt zum Glücke Josefs war, so war auch in Palästina gleichfalls eine einzige Flamme, die im Herzen eines Greises loderte, der Anfang der glorreichen Makkabäerzeit und wie es dort der Gottesgeist war, der Josef den Weg zum Throne bahnte, so war es auch die heilige Flamme des Mattithjahu, an welcher ein Flammenmeer in den Gemüthern sich entzündete und den jüdischen Geist vor den Augen der Gesammtmenschheit in seiner ganzen Majestät sich entfalten ließ. Und wie der verkaufte Bruder zum Retter seiner ihm feindlich gesinnten Brüder geworden, so hat der unterdrückte jüdische Geist nach seiner kraftvollen Erhebung die Erleuchtung seiner Gegner befördert. An der Flamme der jüdischen Geister zündeten die Völker ihr Lichte an, und Heil ihnen, daß sie dies gethan haben. Alles Große und Herrliche der nichtjüdischen Welt hat das Judenthum zur Quelle und jenes Große und Herrliche, es wäre bei den Völkern nicht erblüht, wenn der jüdische Geist zur Zeit der Makkabäer vernichtet worden wäre. Das Hervorragende in der Geschichte Josefs und der Makkabäer ist das sichtbare Eingreifen Gottes in das Geschick eines Einzelnen, und eines ganzen Volkes. Durch diese göttliche Fürsorge kommt Joses vom Gefängnisse auf den Thron und Israel erhebt sich von seiner Ohnmacht zur imponirenden Größe. Mit vollstem Rechte sagen wir daher, enp nmi cro «rcrerif? men pxi, daß es nicht gestattet sei, des Chanukkalichte-z zu eigenem Gebrauche sich zu bedienen, nicht wir haben die Lichtflammen zur Zeit der Makkabäer angezündet, die die Chanukkalichter uns vergegenwärtigen sollen, nicht wir haben den Hellen und lichtvollen Umschwung in unserer Geschichte zur Zeit der HaSmonäer herbeigeführt, daß wir uns der Chanukkaflammen bedienen dürften mn j?-»p 'bbr, die Chanukkaflammen sind heilig, die Makkabäersiege, zu deren Verherrlichung sie dienen, stnd nicht Resultate jüdischer Tapferkeit, jüdischen Muthes, ste haben einen heiligen Ursprung, die Gotteshilfe und darum: 2.12 »euer;1? nn vb pn, und darum ist der alleinige Zweck: biiri bbrb rtrrrb mit demuthsvollem und dankerfülltem Herzen des Lenkers unserer Geschicke zu gedenken. Kiindigt uns aber Chanuläh so Schönes und Herrliches, bringt es uns die Rettung der jüdischen Geister in Erinnerung, müßte cs da nicht gleichsam zur Centralfeier werden, aus welchem wahre Begeisterung für dqs Judenthum ausströmt, aus welchem das Älter feurigen Eifer und die Jugend werkthätige Anhänglichkeit an die Thora schöpfen sollte? Müßte Chanukka nicht ein Lichtfest sein, dem unsere Kleinen freudigen Herzens entgegensehen sollten? Dies müßte der Fall sein, bätten sich nicht die Vorurtheile der Brüder gegen Josef auf deren Nachkommen vererbt. Das Verhalten eines großen Theiles der Judenheit dem Judenthume gegenüber, läßt sich mit den Worten kennzeichnen, ms bzmi or.'bs 2*1 p’ 21221 pin-e ms ixn w&ii. Würde man sicherste Mühe nehmen, die alten, jüdischen Gebräuchen zu Grunde liegenden Joeen- Wahrheiten zu erfassen, es würde die Kälte, welche man dem Judenthume entgegenbcingt, sofort schwinden. Man steht in der Ferne, und will erwärmt sein, im tiefen Schatten und die Sonnenwärme fühlen! Freilich hätten sich die Flammen nicht auf jüdischem Boden entzündet, wären sie nicht »mp, kein Haus würde sie nttssen, aber sie sind ja furchtbar jüdisch, bringen uns ein Stück jüdische Geschichte, Wunderthaten des jüdischen Gottes, den Heroismus des jüdischen Volkes und zum Neberdrusse noch die Rettung des jüdischen Geistes in Erinnerung, sie sind also durch und durch jüdisch und dieser echtjüdische Geist soll für einen modernen Juden Reiz haben? Vielleicht für einen vorurtheilslosen Nichtjuden, aber für einen Juden nimmermehr. Lassen wir die Vorurtheile gegen unsere Religion fallen, treten wir ihr näher, zünden wir an den Chanukkaflammen das Licht unserer Geister an, lassen wir von ihrem Lichte das Dunkel unseres Herzens erleuchten, lernen wir das Wesen des Juventhums kennen, welches uns auch im Kleinen Großes verkündet. Das Judenlhum verschmäht im Bewußtsein seines inneren Werthes ein jedes Scheingepränge, welche über die innere Hohlheit und Leere hinwegtäuschen soll. Klein, unbedeutend sind die Chanukkaflammen, vermögen nicht einmal das ®otteäfyau& zu erhellen, und dennoch: er »mp trotz ihrer Winzigkeit künden sie uns Großes und Heiliges. Wie der kleinste Berg zur Stätte der Offenbarung erwählt würde, so sind auch die Chanukkaslammen, tritt man ihnen näher, das schönste Symbol des jüv. Volkes, das in seiner Erniedrigung Jahrtausende hindurch den Völkern geleuchtet, des GotteSgeiftes, der in ,-122-! b'p sich äußerte und der einzigen Flamme, die in der Brust des Matiojahu loderte.