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Der Israelit · 1898-12-08 · Heft 97 (8.12.1898) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 97 (8.12.1898)
Date
1898-12-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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xxxn.: M 91 Der Israelit. Ein Gentrak-Hrgan für das orlhodore Audenthum Begründet von Dr. ITefFtnanu in Wtstnz Donnerstag, den 8. Dezember SÜSS (18SL). Leitenver Artikel. iLhaMkka-Betrachturrg. Von Rabbiner Dr.?Htorit; Jung, Ung.-Brod. Der Quell der jüdischen Geschichte entspringt in Kanaan auf dem Felde zu Dothan, zum mächtigen Strome angewachsen tritt er uns Lmponirend entgegen auf den Fluren Palästinas, zur Zeit der Makkabäer, da zum erstenmal in der jüdischen Geschichte das jüdische Volk vom Strome der Begeisterung hingerissen, für die höchsten Güter der Menschheit streitet, kämpfet und sieget. Den Strom der Geschichte zur Zeit der Makkabäer und dessen Quelle mit einem Blicke überschauend, gewahren wir, daß die Bestandtheile des Quellwassers trotz der vielen Krümmungen des Stromes im letzteren vorhanden sind, daß die Lebensgeschichte Josefs viele Berührungspunkte habe mit jenen weltgeschichtlichen Ereignissen, welchen das Chanukkafest seine Entstehung verdankt, daß hier wie dort aus demselben Keim die Ereignisse sich entwickelt, die Verwickelung der Ereignisse denselben Weg genommen haben, daß das Endresultat der Ereignisse hier wie dort dasselbe gewesen und daß in diesen beiden Familien- und Volks-Dramen die Helden dieselben Licht- und Schattenseiten hatten. Die Beleuchtung der Quellpunkte der jüdischen Geschichte läßt uns aber erkennen, daß die Bestandtheile seines Wassers auch in der heutigen Strömung, die Israel durchfluthet, vorhanden sind. In der Geschichte Josefs wie in der der Makkabäer ist die Untreue der Keim, aus welchem die Ereignisse sich entwickeln, hier wie dort ist es der Verrath, aus welchem die Verwickelungen herauswachsen. Josef wurde von seinen Brüdern verkauft und Palästina wurde von einer Partei, von der Partei der Hellenisten, die dem griechischen Wesen in Sitte und Religion huldigten, an den Syrerkönig ausgeliefert. Im Hause der Patriarchen hatten sich die Brüder nicht vertragen, auch im Lande der Väter wollten sich die Parteien nicht dulden. Dort betrog man einen in seinem Schmerze tiefgebeugten Greis, hier verrieth man das Alter und die Jugend, die Vergangenheit und Zukunft zugleich. In Egypten bringt Josef in den wirren Traum eines Königs Klarheit ünd Licht, in Palästina wurde Mattithjahu durch die rauhe Wirklichkeit aus seinem Traumleben geweckt. Die geistvolle Deutung der Träume durch Josef, Folge der Eingebung des Gottesgeistes, verscheucht das trübe Gewölk, welches den Himmel Josess verhüllt hatte und in Palästina ist es gleichfalls der in Israel zum vollen Bewußtsein erwachte Gottesgeist, welcher Israel rettet. In Egypten sehen wir einen Helden, der sich selbst bezwingt, in Palästina Helden, die der Feinde Uebermacht beugen. Dort wie hier geht aus dem finstern Gewölk, welches den Himmel der handelnden Gestalten verdüstert, das schönste Morgenroth hervor, die Quelle des Leids wird zur Quelle der Freude, die Feindschaft der Brüder hebt Josef auf den Thron, verpflanzt die Wiege Israels von Kanaan nach Egypten, wo es unter unsäglichem Druck umso kräftiger sich entwickelt, zur Nation heranreift uttb schließlich unter entrollter Freiheitssahne auszieht, um das Licht der Offenbarung der Welt zu bringen, wie der Midrasch bemerkt.- bv -ns «“i-Q' pc-y *r. r,*spm sjcr b» w-rat» c'pwp vn nnrc. Welch überwältigende Erscheinung! Die Brüder trachten Josef nach dem Leben, und ihr Anschlag wird zum Quell, aus dem der alles Dunkel verscheuchende Gottesgeist hervorströmte.' Und ebenso in Palästina. Hier sollte durch den Verrath nicht einem Bruder, sondern Millionen der Quellgeist des wahren Lebens entzogen werden. Der Verrath wollte

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