Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 96 (5.12.1898)
- Date
- 1898-12-05
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1803 Preußens" (Breslau, Verlag von Preuß und Jünger), der im Aufträge der Provinzialvereine der Lehrer an den höheren Nnterrichtsanstalten Preußens herausgegeben wird, eine Reihe von wichtigen Mitthcilungen. Wir entnehmen den Tabellen unter anderem die interessante Angabe, daß im Schuljahr 1898/99 an allen öffentlichen höheren Lehranstalten 4448 evangelische, 1205 katholische und 53 jüdische Professoren und Oberlehrer angestellt waren. Von den 53 jüdischen Lehrern entfallen 19 aus zwei israelitische Lehranstalten in Frankfurt a. M. und 22 aus die Berliner städtischen höheren Lehranstalten, so daß für alle anderen Schulen des Staates nur 12 jüdische Lehrer übrig bleiben. Man sieht auch aus diesen Zahlen, was es mit der von ertremkonservativer Seite aufgestellten Forderung: „Für christliche Schulen nur christliche Lehrer.'" auf sich hat, und wie die Klage der „Kreuzzeitung," daß es „mitten unter einem christlichen Volke und Lande jedem Nichtchristen freistehe, seine Kinder zu nichtchristlichen Persönlichkeiten erzielen zu taffen," mit den thatsächlichen Verhältniffen zttsammenstimmt. W. Wreschen, 28. Nov. In sämmtlichen Kreisen des Regierungsbezirks Posen werden gegenwärtig aus Veranlassung der Königlichen Regierung zu Posen Erhebungen über den Religionsunterricht jüdischer Kinder angestellt. Auch die Gehaltsverhältniffe der privaten, in jüdischen Gemeinden angestellten Religionslehrer werden hierbei in Betracht gezogen. Namentlich sollen diese statistischen Nachweisungen als Grundlage zur Regelung des jüdischen Religionsunterrichts dienen. — Ein schönes Fest veranstaltete die israelitische Gemeinde in Strelno aus Anlaß des 25jährigen Amtsjubiläums ihres Vorstehers Herrn Adolf Leffer. Nach Beendigung des Festgottesdieustes in der Synagoge erschienen in der Wohnung des Jubilars der Gemeinde-Vorstand, das Repräsentanten- Kollegium, eine Deputation des Magistrats mit dem Bürgermeister an der Spitze und Deputationen der vier jüdischen Ortsvereine, um den Jubilar durch Ansprachen zu feiern und ihm werthvolle Zeichen der Verehrung zu überreichen. Dann fand ein Festesten statt. Der Herr Bürgermeister brachte den Kaisertoast aus und hob das gute Einvernehmen zwischen den Angehörigen der verschiedenen Konfessionen hervor, zu welchem der Jubilar in seiner Eigenschaft als langjähriger Stadtverordneter sehr wesentlich beigctragen habe. — In letzerer Zeit sind in unserer Ge meinde mehrere Trauerfälle vorgekommen. Erwähnt sei der Tod des Rentier- und Gemeinde Repäsentanten Simon Radziejewski, dann das plötzliche Hinscheiden des Großkaufmanns und Repräsentanten Salomon Gelhar. Vor kaum 14 Tagen wurde der begabte Schüler und hoffnungsvolle Sohn der Brummer'schen Eheleute, Leo, nach kurzem Kranksein zu Grabe getragen und am vergangenen Mittwoch wurde die zärtliche Gattin und heißgeliebte Mutter Frau L. Engelmann von ihrem langen Leiden durch einen sanften Tod erlöst. Am 24. d. Mstarb der frühere Gutsbesitzer Markus Ehrenfried und fand gestern Nachmittag die Beerdigung statt. Der Dahingeschiedene war in allen Kreisen geachtet und beliebt. Der Gemeinde-Rabbiner Dr. Lewin hielt eine von Herzen kommende und zu Herzen gehende Leichenrede. Herr Ehrensried hat als Kombattant für des Vaterlandes Freiheit und Ehre in den Feldzügen 1866 gegen Oesterreich und 1970/71 gegen Frankreich gestritten. — H. Wolf. O e st e rr.- U n g a r. Monarchie. Wien, 4. Dez. (Zum Kaiser-Jubiläum.) Die österreichisch-ungarische Monarchie feierte einen bedeutungsvollen in der Geschichte der Völker und ihrer Regenten selten sich wiederholenden Gedenktag. Am 2. Dezember waren e« 50 Jahre, daß Se. Majestät der Kaiser und König Franz Josef I. zum Heile seiner Völker den glorreichen Thron seiner erlauchten Ahnen bestieg. Ein halbes Jahrhundert hat der edle Monarch in unermüdlicher und rastloser Arbeit, mit seltener und aufopferungsvoller Hingebung fein ihm von der Vorsehung anvertrauteT Amt verwaltet und auch die furchtbarsten Schicksalsschläge vermochten nicht, ihn in seinem heiligen Berufe der Beglückung seiner Unterthanen wankend zu machen. Den lauten Jubel aller Völker und Nationen seines großen Reiches dämpft die traurige und wehmüthige Erinnerung an den auf so tragische Weise entriffenen Genius ihm zur Seite. Desto inniger und tiefer erhoben sich die Dankesgefühle seiner treuen Unter- Ihanen in den Gotteshäusern aller Bekenntniffe und die Gebete von Millionen steigen heute für den allverehrten Fciedensfürsten zum Himmel empor. An diesem Dankopfer ist Israel mit ganzem Herzen betheiligt. In allen Synagogen der Monarchie fanden Festgottesdienste statt. Mit Orden und Titeln wurden unsere Glaubensgenossen reichlich bedacht. Eine kleine biographische Skizze, die Juden unter der Negierung Franz Josess, werden wir in nächster Nummer s. G. w. bringen. Wien, 1. Dez. (Anerkennung eines jüdischen Forschers.) Seine Magnisicenz, der diesjährige Rector 'magnificus der Wiener Universität, Herr Hofrath Dr. Julius Wiesner, hat in seiner im Festsaale der Wiener Universität gehaltenen JnaugurationSrede „Die Beziehungen der Pflanzen- Physiologie zu den anderen Wissenschaften" ,'in vollkommen objektiver Weise den jüngst verstorbenen Professor der Botanik an der Universität Breslau, Professor Dr. Ferdinand Cohn, lobend hervorgehoben mit den Sätzen: „Deffen möge die Heilkunde