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Der Israelit · 1898-11-28 · Heft 94 (28.11.1898) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 94 (28.11.1898)
Date
1898-11-28
Page
– (sequence 11)
Language
German
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WWWMUWWWWWM? 1753 Israeliten gegeben werden. Es sei hier nnr noch erwähnt, daß der während der Tagung der Synode verstorbene Oberrath Bensheim von Mannheim sein warmes Interesse für die oben dargelegten Bestrebungen noch auf dem Krankenbett dadurch bekundet hat, daß er für eine zu gründende israelitische Ackeruud Gartcnbauschnle den Betrag von 200 Mark bestimmte. England. London, 15. Nov. (Oberrabbiner Dr. Adler über den Zionismus.) Am 11. Nov. hielt Chief Rabbi Dr. Adler in der North London- Synagoge eine Predigt über den Zionismus, aus der wir uachstehenden Auszug veröffentlichen: In alten Zeiten, wenn irgend eine schwere nationale Krisis ausgebrochen war, war es bei unfern Vätern Gebrauch, das „heilige Buch" zu Rathe zu ziehen, um aus ihm zu erfahren, wie sie die ihnen obliegenden Pflichten zu erfüllen haben. Ich frage euch, war zur Zeit der Bibel eine ähnliche Bewegung vorhanden wie die heutiges Unzweifelhaft. Wir wissen, daß, als Juda in die babylonische Gefaugenschaft wandern mußte, unter ihnen es viele gab, die das fremde Joch schwer ertrugen und nach ihrem Heimathlande zurückkehren wollten, von einzelnen Führern, Priestern oder Propheten dazu ermuntert, gegen die babylonische Negierung zu revoltiren. Da sandte der Prophet Jirmijahu von Jerusalem aus einen „Brief an die übrigen Aeltesten der Weggeführten und an die Priester und an die Propheten und an das ganze Volk, das Nebukadnezar von Jeruschalajim nach Babel weggeführt; So spricht der Ewige der Heerschaaren, Gott Jisrael's, zu all den Weggeführten, die ich von Jeruschatajim nach Babel weggesührt. Bauet Häuser und bewohnet sie, und pflanzet Gärten und effet ihre Frucht. Nehmet Weiber und zeuget Söhne und Töchter, und nehmet für eure Söhne Weiber und eure Töchter gebet Männern, daß sie gebären Söhne und Töchter, und mehret euch dort und vermindert euch nicht. Und suchet das Wohl der Stadt, dahin ich euch weggeführt habe, und betet um sie zu dem Ewigen; denn in ihrem Wohl wird euch wohl sein. Denn so spricht der Ewige der Heerschaaren, Gott Jisraels: Daß euch nicht berücken eure Propheten, die in eurer Mitte sind, und eure Wahrsager, daß ihr nicht höret auf eure Träume, die ihr träumt! Denn mit Lügen weissagen sie euch in meinem Namen. Ich habe sie nicht gesandt, ist der Spruch des Ewigen. Denn also spricht der Ewige: Sowie abgelaufen sind für Babel siebenzig Jahre, werde ich euch bedenken, und werde erfüllen an euch meine gute Verheißung, euch zurückzubringen an diesen Ort. Denn ich weiß die Gesinnungen, die ich gegen euch hege, ist der Spruch des Ewigen, Gesinnungen des Friedens und nicht des Unglücks, euch eine Zukunft und Hoffnung zu geben. Und ihr werdet mich rufen und hingehen und beten zu mir, und ich werde euch hören. Und ihr werdet mich suchen und finden; denn ihr werdet euch mir zuwenden mit eurem ganzen Herzen. Und ich werde mich von euch finden lassen, ist der Spruch des Ewigen, und zurückführen eure Gefangenen; und ich werde euch sammeln aus all den Völkern und aus all den Orten, dahin ich euch verstoßen, ist der Spruch des Ewigen, und werde euch zurückbringen an den Ort, von woher ich euch habe wegführen lassen." (Jeremiah Kap. 29 V. 1—14.) Wenn zur Zeit der babylonischen Gefangenschaft, deren Ende voraus prophezeit worden, die Israeliten dringend ersucht wurden, Unruhen zu vermeiden und ruhig den verheißenen Zeitpunkt der Befreiung abzuwarten, um wie viel mehr ist eS Nöthwendig, daß wir jede übereilte Thätigkeit vermeiden in unseren Tagen, in der kein Zeichen unserer zu erhoffenden Wiederherstellung vorhanden ist. Die jetzige Bewegung kann ich nicht mit Zionismus identificiren, ich möchte sie als politischen oder V as eler E ong reß-Z ioniSmuS bezeichnen, aber religiösen Zionismus kann ich sie nicht nennen. Jeder gläubige Israelit muß Zionist sein, sein Herz muß in Liebe und Ehrerbietung für Zion schlagen und wir alle halten es für ein hochverdienstliches Werk für die Eolonifation des heiligen Landes einzutreten. Aber unsere Bedenken gegen den politischen Zionismus basiren auf der Thatsache, daß er die.Lösung der „jüdischen Frage" verlangen will. Es wurde von Herzl in seiner Broschüre gefordert, daß die Juden in der ganzen Welt von der Türkei Palästina erwerben sollen, an den Sultan einen Tribut zahlen, und. daß das Land unter den Schutz der europäischen Mächte gestellt werden solle. Angenommen, ein solches Ziel wäre zu erreichen, welcher irgend mögliche Vortheil könnte unseren unterdrückten Brüdern daraus erwachsen? Welche Autorität, welchen Einfluß könnte ein solcher Staat im Areopag der Nationen besitzen, der weder eine Armee, noch eine Marine besitzt? Würde ein Fürst oder sein Minister einer Gesandtschaft von Palästina, die sich über die unfreundliche Behandlung von Israeliten in seinem Reiche beklagte, irgend welches Gehör schenken? Die vorgeschlagene Colonisirung Palästinas kann nicht als Lösung der jüdischen Frage betrachtet werden. Die bereits bestehenden Colonien können zum großen Theile nur durch die großherzige Unterstützung des bekannten Wohlthäters erhalten werden, nur einige stehen auf eigenen Füßen, weil eben in diesem Lande noch alle Vorbedingungen zu einer gedeihlichen Blüthe: Straßen. Eisenbahnen, Brücken u. s. w. fehlen. Und wenn

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