Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 92 (21.11.1898)
- Date
- 1898-11-21
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1713 nehmend, tbctlc Ihnen ergebenst mit, bafe ich soeben folgende Mittheilung aus Jerusalem erhalte: Das Verbot von zionistischen Zeitungen bezog sich nur aus die in Warschau erscheinende „Hazeiira" und zwar ging das Verbot nicht von der türkischen Negierung, sondern lediglich vom Chachan Baschi aus Conftantinopel in Form eines Bannes aus. Alle anderen Blätter zionistischen Inhaltes und selbst die in mr gelegte „Hazesira" gelangen nach wie vor in die Hände der Abonnenten und werden auch in der Bibliothek in Jerusalem, wie mir der Bibliothekar mitthcilt, von zahlreichen Besuchern gelesen. Ich bitte die deutschen, englischen und französischen Blätter, die die Notiz aus dem Israelit nachgedruckt haben, auch von dieser Berichtigung Kenmniß zu nehmen. Abr. S- Jehuda, Waldschmidtstr. 53 l l. W. Danzig, 17. Nov. Herr Stöcker, der einst in der konservativen Partei einflußreichste Mann, ist ohne Sang und Klang aus dem Abgeordnetenhause beseitigt worden. Sein Organ, das „Volk", schreibt: . . Stöcker hat nicht ernsthaft eandidirt. Wenn der „Reichsbote" das Fehlen des Herrn Stöcker im Abqcordnetenbause beklagt, so stimmen wir ihm zu. Stöcker als Vertreter der evangelischen Kirche im Landtage wäre um so nöthiger, als der einzige, jetzt unseres Wissens im Landtage sitzende evangelische Geistliche mit seinen Reden stets recht wenig glücklich war und viel Widerspruch gerade auf unserer Sette erwecken mußte. Freilich liegt nun auch die Frage nahe, warum denn eigentlich das konservative Blatt seinen Wunsch, Stöcker gewählt zu sehen, nicht lieber vor den Wahlen ausgesprochen hat. Ein eindringlicher Artikel des „Reichsboten" zu Gunsten Stöckers hätte diesem recht wohl ein Mandat und der evangelischen Kirche eine angemessene Vertretung sichern können. Es hätte dann leicht der Mandatsverlust, der den „Reichsboten" jetzt so lies ergriffen hat, vermieden werden können und die nachträgliche Thräne, welche das Blatt zerdrückt, nicht vergossen zu werden brauchen." Herr Stöcker hat doch kaum erwarten können daß die Konservativen ihm ein Mandat zur Verfügung stellen würden. Seine Nichtwiederwahl beweist, daß sein Einfluß und seine Bedeutung seit dem Ausscheiden aus der konservativen Partei rapide abgenommen hat. H Fürth, 15. Nov. Von der Israel. .Kultusgemeinde murde der Vorstandschast der Mannheimer Synagoge der erst neu erbaute Betsaal im Schulhofe zur alleinigen Benutzung zur Verfügung gestellt. Man ist im Kreise der Besucher obigen Gotteshauses erfreut, dadurch endlich Ersatz für die bisherigen unwürdigen und auch die Gesundheit gefährdenden Räume zu erhalten. Die Transferirung soll möglichst beschleunigt werden. Aus der Provinz Posen. Wie die „Posener Zeitung" aus Nogasen meldet, fand daselbst iu vorletzter Woche die statutenmäßige Generalversammlung des israelitischen Literaturvereins statt. Hauptlehrer Cohn erstattete als Schriftführer den Jahresbericht. Nach dem Berichte des Kassirers betrugen die Einnahmen seit dem 1. März c. 127,50 M., die Ausgaben 7.7,60 M., so daß ein Bestand von 52,20 M. verbleibt. Für die kommende Wintersaison haben mehrere auswärtige Redner ihre Mitwirkung zugesagt, und stehen im Ganzen sechs bis sieben Vorträge in Aussicht. Den ersten Vortrag und zwar über das Thema „Die jüdischen Ansiedlungen in Palästina" wird der Vorsitzende, Herr Rabbiner Dr. Auerbach zu Gunsten des ESra-Vereins halten. Oefterr.-Ungar. Monarchie. V. Lemverg f 11. Nov. Die Einberufung eines zweiten iSraelitisch-galizischen Cultusgemeinde tages nach Lemberg (der 1. israelitisch-galizische Cultusgemeindetag fand im Monat August 1878 statt), welche seit längerer Zeit schon, angesichts der traurigeu Zustände der gatizischen Juden, die noch am Leben sich befindenden Mitglieder der ständigen Commission desselben beschäftigt, beginnt endlich Gestalt anzunehmen', denn, wie wir vernehmen, soll die Einberufung in der zweiten Hülste des Monats Dezember d. I. erfolgen. Die Verzögerung der längst beschlossenen Einberufung ist dem Umstande zuzuschreiben, daß die Mitglieder der ständigen Commission, deren nur noch vier am Leben sind, früher mit den größeren israelitischen Cultusgemeindcn Galiziens wegen Beschickung desselben in Fühlung treten mußten. Run haben fast alle bedeutenden israelitischen Cultusgemeinden nach dem Beispiele von Lemberg und Krakau die Beschickung desselben zugesagt, ihre Delegirten bereits gewählt und die Gewählten der ständigen Commission namhaft gemacht. Außer den Vertretern der israelitischen Cultusgemeinden haben sämmtliche jüdischen Landtags- und ReichsrathSabgeordneten aus Galizien ihre Theilnahme zrrgesagt. F r a n! r c i ch.? Paris. Die französischen Antisemiten sind findige Menschen, sie bedienen sich der modernsten Reklame und missen immer neues ausfindig zu machen. Jetzt fahren sie mit Automobilwagen in den Straßen von Paris, besonders aber in den Vororten umher und streuen Blätter des neuen Organes in den Straßen umher. Besonders haben sie es auf die Schulen abgesehen, unö wenn die Lyeeen schließen, sind häufig solche Automobilwagen vor der Thür,