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Der Israelit · 1898-11-21 · Heft 92 (21.11.1898) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 92 (21.11.1898)
Date
1898-11-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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* 1706 ^7-Ruf seines Gottes den Moriahberg besteigen ließ, und er nicht zögerte, seinen einzigen Sohn hinzuschlachten, war es wiederum dasselbe blinde n^-o- Vertrauen, das er den Anschauungen einer ganzen Welt entgegenhtclt. Allein nach der Ansicht unserer Weisen ist dieses letzte p'v.'Abraham'weit höher anzurechnen als das erste. Denn während er sich früher blos den Anschauungen der ihn umgehenden Welt entgegenstellen mußte, er aber selbst von der Reinheit und Heiligkeit seines Berufes überzeugt war, mußte er jetzt seinen eigenen Anschauungen und seinem eigenen Verständniß entgegentreten. War doch der Widerspruch hier offenbar. Kurz vorher zeigte ihm Gort den Sternenhimmel und sprach zu ihm die verheißungsvollen Worte: Tjni rrcr N2 — und jetzt sollte er seinen einzigen Sohn opfern. Bezeichnen doch schon die Worte: n",'on p» btt das ganze für den Menschen Unbegreifliche dieser göttlichen Forderung. Unter warr p» versteht man betanntlid) s'ten\ Nach einer Erklärung unserer Weisen soll dieser umschriebene Ausdruck auf erben*' alä bie Pflanzstätte der nx^ und nxnn Hinweisen, cbwb nttrn kt dpci nxv xx’ co>e. Woher sollte nun nur und nxT.n kommen, wenn pnsr, an den allein diese Erwartung geknüpft war, hingeopfert würde? nbwb eo> in^yn — rrnan p^x bx p -]b ist ja ein unlösbarer Widerspruch in sich selbst. Und daß Abraham dennoch nicht zögerte, Gottes Willen, seiner eigenen Ueberzeugung zuwider, auszuführen — diese Thatsache veranlaßt unsere Weisen, das zweite P'w an Wichtigkeit und Bedeutung weit über das erste zu erheben. .Hrurxnn jo nron n'itr 'in n"r:on px bx ztznz ,*o Diese kurze Rectiftcirung, die wir hier aus dem Gedächtniffe niederschrieben, wird uns wohl der geehrte Herr Verfasser jenes Berichtes nicht übel nehmen. K—n. Hamburg, 18. Nov. Endstehende Mittheilung aus den „Hamburger Nachrichten" erlaube mir, dem „Israelit" zum Abdruck zu übersenden, indem sämmtliche Redactionen der jüd. Zeitungen Oesterreich-Ungarns und Rußlands ersucht werden, dieselbe zur Warnung zu veröffentlichen. „Ein „Missionshaus Jerusalem" ist von der Presbyterianischen (evangelischen) Gemeinde in Irland in unserer Stadt auf dem großen Grundstück Eimsbüttelerstraße Nr. 31 errichtet und nunmehr seinem christlichen Zweck übergeben worden. In kleinem Umfang hatte ein Missionshaus bereits seit Jahren in Altona in der Adolfstraße 70 bestanden: dieses ist aber jetzt eingegangen. In dem Vorderhause, an dessen Front wir die Inschrift „Missionshaus Jerusalem" lesen, befinden sich im Erdgeschoß die Amtszimmer für die Pastoren Aston und Frank, sowie die des Hausvaters Herrn Stolte, während im ersten Stockwerk der geräumige Speisesaal, der gleichzeitig auch als Betsaal für die im Hause wohnenden israelitischen jungen Leute dient, gelegen ist. Dort befinden sich auch die gemeinschaftlichen Schlaf- und Wohnräume, Lehrsäle und Lesezimmer für ca. 3t) Schüler. Die jungen israelitischen Leute, die sich dort aus ganz Deutschland und Oesterreich-Ungarn einfinden — zur Zeit sind 10 dort eingezogen — werden im Missionshause in der christlichen Religion von den obengenannten Pastoren unterrichtet und auf ihren Wunsch bekehrt und treten dann zum Christenthum über. Die jungen Israeliten haben alles frei und werden, wenn sie zum Christenthum übergetreten sind, vom Missionshause in sehr gute Stellen untergebracht. Zwanzig Zöglinge sind bereits im Krankenhause Bethesda als Wärter, ebenso in unserem großen Waisenhause, sowie in England und Amerika als Paftore und Stadtmissionare u. s. w. angestellt. Hinter dem Haupthause ist ein Gebäude errichtet, in welchem die Zöglinge in ihrer freien Zeit Unterricht in der Anfertigung von Handkoffern erhalten, außerdem wird dort demnächst ein Versandtgeschäft in Kaffee, Thee u. s. w. ins Leben gerufen. ES verlohnt sich der Mühe, diese Anstalt, die sehr praktisch eingerichtet ist, und einen höchst sauberen Eindruck macht, in Augenschein zu nehmen." Soweit der Bericht. Unsere wohlhabenden Glaubensgenossen am hiesigen Platze sollten für nöthige Aufklärung der zugereisten jungen Leute sorgen. Leipzig. Kürzlich ging die Meldung durch einige Blätter, ein sächsischer Reservist sei in den Leipziger Militärverein nicht ausgenommen worden, weil er Jude sei. Zu dieser Nachricht bemerkt die „Deutsche Tagesztg." : „Wir halten die Zurückweisung für vollkommen begründet, da die Voraussetzung echter Kameradschaftlichkeit das gleiche Religionsbekenntniß ist. Sollten die jetzigen Satzungen der Militärvereine die Ausschließung von Juden nicht begründen, so müßten sie unseres Erachtens entsprechend abgeändert werden. Das Vorkommniß regt wieder die Frage an, ob es nicht zweckmäßiger sei, die israelitischen Mitbürger vom Dienste mit der Waffe ganz zu befreien." Das ist, so bemerkt zutreffend die „Voss. Ztg.", eine Unduldsamkeit, die noch über die russische Intoleranz hinausgeht. Doch vielleicht lesen wir noch in dem Bündlerblatte, daß es zweckmäßig sei, die Juden auch von allen anderen Rechten zu „befreien," die sie mit ihren christlichen Mitbürgern gleichstellen, sic ins Ghetto zu sperren und ihnen zur Kennzeichnung einen gelben Flicken anzuheften, damit es wieder so werde, wie es im herrlichen Mittelalter war. Zunächst allerdings müßte die „Deutsche Tagesztg." fordern, weil „die Voraussetzung echter Kameradschaftlichkeit des gleiche Religionsbekenntniß ist," daß die

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