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Der Israelit · 1898-11-21 · Heft 92 (21.11.1898) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 92 (21.11.1898)
Date
1898-11-21
Page
– (sequence 3)
Language
German
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WWW 1705 Noch zwei mystische Auffassungen über die Wirkungen unseres Gebetes sind zu berichten, die eine — wir nennen sie die universale — erblickt in ihm das Mittel, die Welten zur Harmonie zu vereinen und sie zu immer höherer Vergeistigung zu führen. Die Heiligung Gottes allein — so etwa würden wir uns ausdrücken — ist die Bahn zu jedem Fortschritt und die Grundlage einer friedvollen und harmonischen Lebensgestaltung der gesammten Menschheit. Dieser Theorie schloß sich auch Jakob Emden in seinem Gebetbuch an, wo er das Kaddisch als Versöhnungselement zwischen den getrennten Welten -toi cto pn mit der ihm eignen Lebhaftigkeit schildert. Dieser Anschauung steht die mehr persönliche Faffung der Macht unseres Gebetstückes gegenüber. Jeder Mensch sündigt. Sünde ist orr'n ton Entweihung Gottes, Entweihung Gottes kann nur gesühnt werden durch Heiligung Gottes, durch 2»n »inp (siehe Maamar Kaddischim). Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M. In krummer 89 des „Jsr." wird über einen von Herrn Rabbiner Dr. Breuer - : am 'd p*» gehaltenen Vortrag berichtet. So sehr wir uns auch der begeisterten Schilderung der Beredtsamkeit des Herrn Dr. Breuer — die übrigens in den Kreisen der hiesigen Religionsgesellschaft eine allgemein bekannte Thatsache ist — anschließen, so wenig können wir uns mit dem eigentlichen Inhalte jenes Berichtes zufrieden geben. Der Verfasser desselben bemüht sich redlich, einen kleinen Theil des Vortrages getreulich wiederzugeben. Allein dies geschieht in so mangelhafter Weise, und selbst die Citirung der betreffenden Midraschstellen ist so fehlerhaft, daß wir es uns nicht versagen können, mit Folgendem das mangelnde zu ergänzen und das Fehlerhafte richtig zu stellen. Ju erster Reihe lautet der zu erklärende ennc folgendermaßen: nx pyni’ i;x px to rns eres® nman p*ix Px nnon rrä [ö n’JBn ix njisrxm ex nnm nn»x*n p n\j» 'in. Offenbar wollen unsere Weisen in dem ersten und zweiten p.*c: einen gemeinsamen Zug erkennen und stellen erst dann das zweite über das erste, nachdem sie in jenem einen besonderen Vorzug erkannt haben. Eine Stelle in den Psalmen (Kap. 78) giebt genügenden Aufschluß. T,n un* jynb zbzz z'pbxz iö'K>*i zn'izb 11O2'1 12p' ito” a^z pnnx nxj' vwsci Px 'bbvti'fnzv' xto Hierzu bemerken unsere Weisen ntw nx hrixi in' nx pan b'czr .pni^Ov zbzz. Selbstverständlich Ifaim es hier nicht unseren Vätern zur Pflicht gemacht werden, ihren Kindern zu lehren: sie möchten ihre Thorheit in Gott setzen. Ferner ist es unbegreiflich, weßhalb zur Erläuterung des Ausdrucks tocs gerade die eine Stelle in tonp gewählt wird, wo doch in 'bvz oas Wort b'oz in genügender Anzahl vertreten ist. — Es ist jedoch an keiner Stelle die Thorheit ihrem innersten Wesen nach charakteristischer gezeichnet, wie gerade in diesem nPnp-Vers. Was den Thoren von dem vernünftigen Menschen unterscheidet, das ist jener eigensinnige Trotz, den er bei Verfechtung einer selbstgebildeten, vernunftlosen Ansicht in Anwendung bringt. In der hebräischen Sprache heißt ein solcher Thor P*E3. Nirgends aber dürfte der Begriff to: klarer definirt sein, wie eben in dem von unseren Weisen angeführten tonp-Vers i"r nx pan b'ozrt. Während der vernünftige Mensch sich von seiner Hände Arbeit ernährt, legt der Thor seine Hände in den Schoß und beharrt eigensinnig dabei, ntrn nx toxi, auch wenn er hungernd an seinem eigenen Fleische zehren muß. Eine solche Thoreneigenschast ist allerdings gefährlich und doch kann sie in gewissen Fällen nützlich und heilsam sein. Wie es überhaupt nach der jüdischen Auffassung keine Eigenschaft gibt, die an sich gut oder böse wäre, sondern alles nur von der richtgen Anwendung abhängt, so verhält es sich auch mit der Thoreneigenschaft. Im gewöhnlichen Menschenverkehr ist sie verachtenswerth, jedoch Gott gegenüber, in der Erfüllung unseres heiligen Berufes, wird sie zu einer herrlichen Tugendanlage, to nv-an *:Ea '2' Ps na» ''nx sao apen ';so nnx ny» xan "nx. Unser Vertrauen zu Gott und der Heiligkeit seiner Gesetze, muß ein solch starkes sein, daß wir mit aller Zuversicht und mit allem uns zu Gebote stehenden Eigensinn an ihm festhalten, selbst wenn sich kein hinlänglicher Grund dafür Nachweisen läßt, ja, die Anschauungen und Ueberzeugungen einer ganzen Welt dem völlig entgegen sein mögen. Da steifen und stemmen wir uns mit aller Beharrlichkeit dagegen und halten fest an unserem Gotte und seinen mxo und werden in unserem Vertrauen zu Gott nicht irre, wenn auch die überwiegende Mehrheit all das verachten und belächeln sollte, von dessen unantastbarer Heiligkeit wir felsenfest überzeugt sind. Ein solches rückhaltloses Vertrauen nennt die hebräische Sprache ntoa Vertrauen. (Vgl. Hirsch, Psalmen). In dieser nPc2 haben sich unsere Väter bewährt und hierfür sollen wir, meint jener Psalmvers, unsere Kinder erziehen. .dPd2 rppxn icnrn. In dieser nto: hatte sich auch Abraham zu bewähren, als ihm Gott sein to pp zurief. Das hohnvolle Gelächter, das ihn beim Verlasien seiner Heimstätte in die Welt hinausbegleitete, hielt ihn nicht zurück, unbeirrt schritt er weiter. Und als ihn später der zweite “b

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