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Der Israelit · 1898-11-17 · Heft 91 (17.11.1898) · page 27

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 91 (17.11.1898)
Date
1898-11-17
Page
– (sequence 27)
Language
German
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Der Boden erscheint im Winter feucht, im Sommer sehr trocken, da sich in dieser Zeit tiefe Spalten darin bilden, ln Jahren mit normaler Witterung verspricht dieser Boden reichen Ertrag von Wintersaat (Weizen, Gerste u. dgl.); in trockenen Jahren empfiehlt sich dieser Boden wegen seiner Feuchtigkeit noch mehr zum Anbau von Wintergetreide. In sehr regenreichen Jahren würde die Wintersaat zu viel durch Kälte und Fäulnis« wegen der übermässigen Nässe des Bodens zu leiden haben. In solchen Jahren würde es sich empfehlen, Mohn, Dura und dgl. einzusäen; hierdurch würde der Verlust für das etwa in diesem Boden missrathene Wintergetreide gedeckt werden. Diese Klasse Boden bedeckt sich stets mit prächtigem, ein gutes Viehfutter lieferndem Grase, obwohl die hier wachsende Grasart nicht besonders nahrhaft ist. Der Anbau von guten Futterkräutern würde jedoch sehr lohnend sein. Diese Art Boden ist zumeist auf der Ostseite der Kolonie, wegen seines hohen Gehaltes an Feuchtigkeit zur Anpflanznzung von Fruchtbäumen nicht geeignet; es gedeihen dort Eukalyptus- und Maulbeerbäume. Die zweite Abtheilung ist von bester Qualität, steiniger Lehmboden mit salzhaltigem Kalk In Jahren mit normaler Witterung gedeihen auf diesem Boden alle Feldfrüchte; besonders ergiebig ist der Anbau von Melonen. In regenreichen Jahren verspricht der Anbau von Wintergetreide überaus lohnenden Ertrag. Nur in Jahren der Dürre versagt auch hier dieser Boden. Würden die Felder dieser Bodenart, um sie vor Stürmen za schützen, Zäune von Eukalyptus, oder besser noch von Oypressen erhalten, so würde auch die Anlage von Gärten sehr ergiebig sein. (Fortsetzung folgt.) Alliance Israelite Universelle. SSlementarschvileii. Bagdad. Auszug eines Briefes des Herrn Direktors Josef D a n o n: Unsere Schulanstalt fährt fort sich zu entwickeln. Es wird ihr das wärmste Lob gespendet von der gesammten Bevölkerung, sowohl den Eingeborenen wie den Europäern, den Juden, Mohamedanern und Christen. Viele jungen Leute verlassen noch immer die Kongreganisten-Schulen, um die unseligen aufzusuchen. Die Priester setzen Alles in Bewegung, um der Sache Einhalt zu gebieten. In unseren Klassen befinden sich zur Zeit etwa zehn christliche Zöglinge, die in vorzüglichem Einverständnisse mit ihren Kameraden leben; wir haben sie unter den nämlichen Bedingungen wie die Juden aufgenommen. Unsere Schule empfing den Besuch des Generalconsuls von Persien in Bagdad, A. Mirja, Ali-Naki-Khan, geheimer Rath des Schah. Er war in Begleitung seines Enkelsohnes, des Generalconsuls in Bombay. Beide sprachen geläufig Französisch, da sie lange in Frankreich gelebt. Sie unterzogen unsere Zöglinge einer Prüfung, inspicirten ihre Hefte und fragten sie in verschiedenen Lehrgegenständen aus. Die beiden Herren waren begeistert über die von unseren Kindern gemachten Fortschritte, und der Generalconsul von Bagdad hat uns ein Anerkennungs- und Vertrauenszeichen gegeben, indem er uns einen seiner Enkelsöhne zugesendet, der unsere Schule besuchen soll. Der Generalconsul Persiens in Bombay hatte vor zehn Jahren in Paris zahlreiche Unterredungen mit dem Oberrabbiner Zadoc Kahn und Herrn Leonce Lehmanns wegen der Gründung von Schulen in Persien. Wir konnten ihm mittheilen, dass der damals gestreute Samen zu spriessen anfängt, und dass die Alliance demnächst eine Schule in Teheran eröffnen wird. Salonicki. Ein Lehrer der Knabenschule berichtet dem Central-Comite über die vorzügliche .Initiative eines energischen und hingehenden Rabbiners, um das moralische Wissen der ungebildeten Bevölkerung zu heben. Es wäre sehr zu wünschen, dass dieses Beispiel in allen grossen Centren befolgt würde; aus diesem Grunde wird hier des so interessanten Versuchs des Herrn David Pipano Erwähnung gethan: Alle Samstag-Nachmittag wird im Tempel „Major“ zu Salonicki, demjenigen, welcher sich im Mittelpunkte der Stadt befindet, der ärmste und unwissendste Theil unserer Bevölkerung zusammenberufen. Der Rabbiner David Pipano hält in jüdisch-spanischer Sprache eine Rede, die dem Auditorium leicht verständlich ist, denn dieselbe besteht nur aus Erklärungen und Kommentaren der Stellendes Pentateuchs, die während des Morgengottesdienstes aus den heiligen Büchern vorgetragen wurden. Keiner versteht es besser als Herr Pipano, zu dieser Bevölkerung zu sprechen, die jeder geistigen Kultur fremd ist, um sie dem Laster der Faulheit und der Trunksucht zu entreissen. Es gehört sehr viel Taktgefühl und Geduld dazu, um eine solche Zuhörerschaft zu fesseln; man muss sie ununterbrochen in Athen» halten, sich an ihre Fantasie wenden, auch an ihr Herz eher als an ihren Verstand oder ihre Einsicht.

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