Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 91 (17.11.1898)
- Date
- 1898-11-17
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2448857-2448941--47125-2497466- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
mmmmm 1685 207, die ohne irgend weitere Voraussetzungen, ein Blick auf die vorhergehenden und folgenden Verse hätte unmöglich machen müssen. Wenn Herr Lazarus in der viel und mit Recht bewunderten systematischen Darstellung unseres heiligen Gesetzes im Jad Hachasaka des Maimonides, kein rechtes System finden kann, so gehen wir, glaube ich, nicht mit der Annahme irre, daß er unter den 14 Büchern dieses herrlichen Religionskoder nach einer gesonderten Darstellung ethischer Gesetze suchte, und weil er diese selbstverständlich nicht finden konnte, aus seiner Un-- kenntniß unserer heiligen Religion heraus dem Rambam Syftemlosigkeit vorzuwerfen wagte. Für heilte wollen wir nur noch daraus Hinweisen, daß Lazarus in kaum anders als naiv zu nennender Weise stillschweigend voraussetzt, daß sich das hebräische vrnp mit dem deutschen „heilig" deckt und glaubt aus der Deutung des deutschen Begriffes „heilig" uns über das hebräische tmp aufklären zu können. Zieht er doch sogar die deutsche Redensart, Alles was mir „heilig" ist, welche doch schtvcrlich mit wiedergegeben werden kann, hier heran. Wir glauben durch das Wenige, was wir aus einer Fülle von Belegen herausgegriffen haben, gezeigt zu haben, daß Lazarus dem jüdischen Glauben §u sehr fern steht, um der richtige Mann zu sein, die Welt auch nur mit einen: Theil unseres heiligen Gesetzes bekannt machen könne, lieber die Vorzüge, die dessenungeachtet das Werk besitzt uitb über weitere Mängel, ein anderes Mal. (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Mainz, 15. Rov. Dem diesjährigen Bericht des Vereins zur Wahrung der religiösen Interessen des Judenthums in der Provinz Westfalen entnehmen wir, daß die leitenden Herren mit der Absicht umgehen, in Dortmund ein Restaurant unter Aufsicht Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiner Dr. Lange eröffnen zu lassen. Wir verweisen auch auf die Annonce in heutigen Jnseraten-^heile, die uns beweist, daß die Möglichkeit jetzt gegeben ist, uno daß die nen» Verhältnisse in Dorstfeld, einem Vorort von Dortmund in befriedigender Weise geregelt sind. Es ist wohl nicht nöthig zu bemerken, welch' dringendem Bedürfnisse dieses Restaurant abhelfen würde. Wie uns Kenner der Dortmunder Verhältnisse mittheilen, wird das Unternehmen, wenn das Restaurant in richtiger Weise und durchaus gut geführt wird, auch ohne Zweifel ein recht lncratives werden. Wir wünschen, daß es dem Verein gelingen möge, recht bald den geeigneten Mann zu finden. Es würde sich der Verein ohne Zweifel dadurch die Anhänglichkeit seiner alten Freunde wahren und neue Kreise gewinnen, welche ihm auch in finanzieller Hinsicht ihre weitere Unterstützung gewähren werden, damit der Verein den neuen Anforderungen (Stellung eines tob» u. s. w.) gerecht zu werden imstande ist. Hamburg, i5. Rov. Schon wieder ist ein angesehener Mann aus der Gemeinde geschieden, ein Mann, der als geborener Hamburger aus guter Falllilie starnrnend, mit den Gemeinde- und Personal- Verhältnissen eng vertraut gewesen. Herr Elias Philip, früher Mitinhaber eines angesehenen Bank- und GelowechselgeschäftS in Firma P h i l i p u. Rub e n, hatte sich schon früh mit regem Interesse der Gemeindeverwaltung zugewendet; so gehörte er wiederholt dem Repräfentanten-Collegium all, war lange Zeit Vorsitzender des Delegirten Collegiums desSynagogen Verbandes, sowie Synagogen Commissar Mitglied des Armen-Collegiums und Hausverwalter des Oppenheimer'fchen Fceiwohnungen - Stiftes, und überall hat er mit Umsicht und Erfahrung zum Besten des Gemeinwesens segensreich gewirkt. Kein Wunder, wenn ein solcher Mann überall bekannt und zahlreiche Freunde ihm zugethan waren. Selbst in dem nahegelegenen Wandsbeck, woselbst Herr Philip längere Jahre, als cr sich hier vom öffentlichen Leben zurückgezogen hatte, wohnte, hatte man ihn in den Gellleindevorstand gewählt und auch hier hat er sich anerkannte Verdienste erworben, hörte man doch gerne auf seine an Klugheit und Erfahrung erzeugten Rathschläge. — Am Mittag mp «n p-tm hat man ihn auf dem Grindelsriedhof -cp nnras zur Ruhe bestattet. Groß war das Gefolge, welches ihm dem treuen Berather und Freund die letzte Ehre erwies. Die Eollegien, denen er angehört hatte, sowie der Wandsbecker Gemeindevorstand und Rabbinen waren in pleno erschienen. Reden wurden, unzweifelhaft wohl wegen p'L",' nicht geh.lllen, möglich auch, daß sich der Verstorbene in seiner Bescheidenheit solche verbeten hatte. — Eure treue Gattin, die ihrem Manne durch aufopfernde Pflege das Leben verlängert hatte, sowie Kinder zweier Ehen und Enkel beweinen ihren schweren Verlust cr*x cn;* open. H. 11. W. Hannover. Am 7. November feierte das jüdische Lehrerseminar Hierselbst sein 50jähriges Bestehen. Es waren für die Feier größere Vorbereitungen getroffen. Die Festlichkeiten begannen schon am Samstag den 5. Nov. im Gotteshause. Herr Oberkantor Linha rd und Herr Chordirigeut R o s e veranstalteten mit Genehmigung des Sygagogenvorstandes einer! Festgottcsoienst. H^rr LaMchbbiner Dr. G r o n e in a n n hielt eine wohl durchdachte Festpredigt, und eine sinnige Aufmerksamkeit des Vorstandes