Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 89 (10.11.1898)
- Date
- 1898-11-10
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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y r,,-^ r~i, -f.rr-9- -i»-: 1648 Am Berliner Rabbinerseminar konnten wegen allzu geringer Betheiligung die Vorlesungen in diesem Semester noch nicht eröffnet werden. Hoffentlich wird dies im nächsten Jahre, sowohl an der genannten Anstalt, als auch am Breslauer Rabbinerseminar möglich sein. Frankfurt a. M., 7. Nov. Mein erster Bericht nach meiner Uebersiedelung von Wien nach Frankfurt gilt einem Vortrage Sr. Ehrw. des Herrn Rabbiner Dr. Breuer, den dieser am verstoßenen nin D nar im Vortragssaale der Synagoge der isr. Religionsgesellschaft abgehalten. Ich muß gestehen, daß es mir schon lange nicht gegönnt war, einen solch geistigen Genuß mir zu verschaffen. Das war ein tief durchdachter, von Geist übersprudelnder, von wahrhafter Begeisterung für unser Gottesgesetz durchwehter, die andächtig lauschenden Zuhörer für Gott und seine heilige Thora begeisternder Vortrag, wie man ihn anderwärts leider selten zu hören bekommt, und welcher gewiß von nachhaltiger Wirkung auf seine Zuhörer war. Das von Herrn Dr. Breuer behandelte Thema war dem Wochenabschnitte entsprechend die „Akeda." Dieses inhaltsreiche und bedeutsame Thema würde auch einem Minderbegabten Manne, als es ein Dr. Breuer ist, genügt haben, seine Zuhörer in Spannung zu halten, geschweige denn, wenn der redegewaltige Rabbiner der isr. Religionsgesellschaft sich dies zur Behandlung gewählt. Ich bedaure, daß es mir nicht gegönnt ist, diese wundervolle wn im Ganzen den geehrten Lesern dieses Blattes wiederzugeben und will ich mich daher nur mit der Hervorhebung der geistreichen Auslegung einer schwer verständlichen Midraschstelle begnügen; die betreffende Stelle lautet: , ptwo prnx p’s: nrx dvt' UN pK» “V *7^ t: pnnxai ~[b -]b avp fwis nur nmcn px b» auona nrrxw ax nurn ax a’an;na nx ^>aixi “x pain Vaa a’nan xnn runwnn p na'an nra. Redner erklärte, daß wenn auch unstreitig der erste p'vr Abrahams, als an ihn der Gottesruf "]b yrfras *]jnxo erging, ein großer und nicht zu unterschätzender war, dieser doch in Anbetracht dessen, daß unser Stammvater Abraham inmitten einer Welt des Götzendienstes und des Unglaubens als Besitzer der Erkenntniß und des Glaubens an einen einzigen Gott, den er verbreitete, es nicht gar zu hoch anzuschlagen sei, daß er dem Ruf Gottes, den er als den Lenker aller Geschicke anerkannte, von seinem Vaterlande, und Geburtsorte fortzugehen, Folge leistete. Doch daß er dem an ihn ergangenen zweiten Rufe "]b rfavb ar 'nbym nnarr px bx folgte, dies war ein größerer pw. Damit zeigte er sein unerschütterliches Gottvertrauen und seinen festen Glauben an Gott. Da dieser Gottesbefehl mit dem früheren Versprechen Gottes jrn xip' pnra e scheinbar im krassen Widerspruch stand, darunl war der na>an pnx p^a:, die letzte Prüfung Abrahams die zu bevorzugende. Dieser konnte aber auch diese letzte Prüfung nur durch sein festes unerschütterliches Vertrauen zu Gott, durch welches er sich von nichts abbringen ließ, bestehen. Dieses starre eigensinnige Festhalten an der einmal gefaßten Meinung zeigt sich wohl am meisten beim ^oa, der sich in seiner narrenhaften Einbildung, von seiner Meinung nicht abbringen läßt und trotz der gegentheiligen Meinung der Mehrheit an seiner Einbildung fcsthält. Doch so schlimm und thöricht dieses Festhalten an seinen thörichten Gedanken beim bvo ist, um so vortheilhafter, ja sogar wünschenswerther ist Standhaftigkeit in Sachen der Religion, wenn wir uns von der gegentheiligen Meinung und dem Gespötte der Mitwelt nicht beirren lasten und fest und unerschütterlich das Gottesgesetz festhalten. Dies hat auch der Midrasch mit der Citirung des Verses nra nx ba'xi v6n nx pain ^can in Verbindung mit dem Ausspruch na'an panx pro angedeutet, weil Abraham gleich dem ^'va, der lieber nra nx ^aix, bevor er von seiner vorgefaßten Meinung abläßt, auch trotz des in ihm auftauchenden Bedenkens dem Gottesrufe Folge geleistet. Wie oben erwähnt ist es nicht unsere Absicht den ganzen Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Breuer wiederzugeben und haben wir nur einen kleinen Theil aus dieser geistreichen wn hervorgehoben. Wir schließen mit dem Wunsche, daß es uns gegönnt sein möge, uns noch öfter an den geiftsprühenden, tiefe Moral und innige Liebe zu Gott und seiner heiligen Thora athmenden Vorträgen des Rabbiners Dr. Breuer erbauen zu können. H. L-r. -g.- iftantfuvt o. M., 4. Nov. Die dieswinterliche Saison des Vereins für jüdische beschichte und Literatur wurde am 31. October durch einen Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Löwenthal aus Tarnowitz über „jüdischen Humor im dreizehnten Jahrhundert" eröffnet. Obgleich dieses Jahrhundert eine Zeit der Finsterniß war, in welcher die Juden aus England und aus Frankreich vertrieben, und in Süddeutschland unter Anführung Rrndfleischs zu tausenden erschlagen worden, sehen wir unter dem heiteren Himmel Roms den Humor auch bei den Juden gedeihen. Trotz der päpstlichen Verbote war eS ihnen gestattet die Luft der Freiheit in vollen Zügen einzuathmen Hier wurden zwei Zwillingskinder geboren. : Liebe und Humor. „Waö sich liebt, das neckt sich." Jüdische Große hielten es für ihre Pflicht einen Humoristen an ihrem Tische zu haben, so daß er aller Sorgen frei, von Blüthe zu Blüthe flattern konnte. Der damalige Humor war eine Mischung von Heine und Saphir mit einer Dosis Börne. Einen solchen Liebling der Musen sehen wir in I m manuel Romi, geboren in der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts. Seine Eltern Salomo und Justa verlor er sehr früh. Er studirte Arzneckunde und Philosophie, Mathematik und Astronomie, schrieb eine stattliche Reihe von exegetischen Werken und scheint schon in früher Jugend großes Talent zum Versemachen besessen zu haben. Mit Dante und anderen Berühintheiten des damaligen Italiens war er befreundet- Er verheirathete sich mit der Tochter von Samtiel u.