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Der Israelit · 1898-11-07 · Heft 88 (7.11.1898) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 88 (7.11.1898)
Date
1898-11-07
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1638 dar, daß er nach Beendigung seiner Studien in den Archiven Italiens den Ouellen der jüdischen Geschichte nachgesorscht habe: diese Arbeit wurde unterbrochen durch seine Berusung nach Kiel, wo er die rabbinischen Funktionen eine Reihe von Jahren verwaltete. Gegen Ende seiner dortigen Thätigkeit wandte er sich dem Studium der schleswig-holsteinischen Landesgeschichte zu, bis er für den Direktorposten der hiesigen iSr. Bürgerschule gewählt wurde. — Es sei für ihn schwierig, ganz und gar die Stelle seines Vorgängers auszufüllen, aber mit Muth und mit Zuversicht aus die Mitwirkung des Curatoriums, des Lehrerkollegiums gehe er an die Al beit, um ein Geschlecht heranzubilden, das der Gemeinde, dem Baterlande dereinst zur Zierde gereichen werde, weil es gelernt haben werde imn und p» yn mit einander zu verbinden. — Mit einem dreifachen Hoch auf den Prinzregenten und der Absingung der Königshymne schloß die einfache, aber würdige Feier. — Vielleicht ist es am Platz, auch an dieser Stelle der Verdienste zu gedenken, die neben den bisherigen Leitern und Lehrern der Anstalt vor allem das Curatorium um die Schule hat. Mit der größten Selbstlosigkeit mühte sich eine Reihe hochallgesehener Männer seit länger als einem Drittel Jahrhundert ab, die israelitische Bürgerschule zu erhalten. Es müssen alljährlich große materielle Opfer gebracht werden, um die Schule lebensfähig zu erhalten, und es ist dankbarst anzuerkennen, daß das Curatorium keine Mühe scheut, um den Anforderungen nach dieser Richtung hin gerecht zu werden. Allein — es muß das auch hier betont werden — die Opfer reichen nicht aus. Häusige Lehrerwechsel sind die Folge des Umstandes, daß die Besoldung der Lehrer leider keine ausreichende ist, und der seit einigen Jahren in Bayern herrschende Mangel an akademisch gebildeter Lehrer für die Realschulsdiscipline, z. B. Mathematik, Chemie, Physik rc. ist schuld daran, daß viele Lehrer, die früher an der Bürgerschule wirkten, in den Staatsdienst berufen worden sind, und daß die israelitische Bürgerschule sich zum Theil mit Hilfskräften in sehr wesentlichen Unterrichtsfächern begnügen muß. Daß dieser Zustand kein erfreulicher ist, leuchtet ein. Es muß nach dieser Richtung hin Remedur eintreten, und sie kann erfolgen, wenn das Curatorium mit erneuten Anstrengungen sich abmüht, neue Hilfsquellen zu erschließen, die es ermöglichen, die Lehrergehälter derartig aufzubessen, daß es den Lehrern möglich gemacht wird, dauernd an der Anstalt zu verbleiben. Die Schwesteranstalten in Frankfurt a. M. — die Realschule der israelitischen Religionsgesellschaft und das Philanthrvpin — mögen auf dem Gebiete des Besoldungswesen- sowie in Bezug auf die Fürsorge für k die dienstunfähig gewordenen Lehrer und deren Hinter- 1 bliebenen der hiesigen Anstalt zum Muster dienen. Solange diese Seite des Schullebens an der israelitischen Bürgerschule nicht entgiltig geregelt ist, wird es nicht möglich sein, sie — wie Herr Dr. Stern gestern in seiner Rede sich ausdrttckte — zu einer Musteranstalt zu machen. Die Lehrer müsien gerade an der israelitischen Bürgerschule ö’öb* ob* arbeiten: aber diese reine Arbeit d'db> de* ist nur dann Möglich, wenn dieselben materiell so gestellt sind, daß sie ihre ganze Kraft in den Dienst der Anstalt stellen können. Erst dann wird auch der Zweck, den die Schule bei der Gründung auf ihre Fahne geschrieben hat, die Schule mit px yn nv min mo^n zu erfüllen, erreicht werden. —h. Oe ft e r r.= Ungar. Monarchie. Pretzburg, 20. Oct. Die allehrwürdige „Chewra-Kadrscha" der Preßburger israelitischen Kullusgemeinde hat auf Anregung ihres Spnäldirektors, des Primararztes Dr. Jacob Fischer den Beschluß gefaßt zur Erinnerung an die unvergeßliche edle Königin Elisabeth eine Anstalt in's Leben zu rufen, in welcher jüdisches Krankenwärter personal sowohl männlichen als weiblichen Geschlechtes fachgemäß herangebiloet werden sollen. Außer dem in Frankfurt a. M. bestehenden und dem jetzt in Wien zu gründenden Pflegerinnenheim ist eine gleiche iSr. Institution unbekannt. Dabei hat die zu gründende Preßburger den Vorzug, daß sie nicht nur für weibliches, sondern auch für männliches Pflegepersonal Vorsorge trifft, wonach bekanntlich oft dringender Bedarf ist. Da e« sich zunächst um die Heranbildung von sechs Personen handelt, welche sich ausschließlich diesem Berufe widmen und daher jedem Erwerbszweige entsagen muffen, welche Personen daher von der Anstalt unter allen Umständen erhalten werden, ist ein Stiftungs-Kapital von 30,000 Gulden erforderlich, und ist die Preßburger „Chervra-Kadischa" mit einem Stistungskapital von lOoO Gulden sofort beigetreten. ES wird zweierlei Beitragsarten geben: man wird als ordentliches Mitglied einen Jahresbeitrag von 2 Gulden zahlen, eventuell diesen Beitrag durch eine auf einmal zu erlegende Summe von 50 ft. auftösen, man wird aber auch als Stifter mit einem größeren Beitrag auf einmal die Sache fördern können. Gegen einen Beitrag von 5000 Gulden wird eine ganz neue Pfleger- oder Pflegerinnenstelle kreirt und erwirbt der betreffende Stifter dafür das Recht der Aominirung bei Besetzung der betreffenden Pfleger¬ und Pflegerinnenstelle. Dem zu diesem Zwecke erlassenen Aufrufe entnehmen wir die folgende Stelle: „Wir haben uns entschlossen, einem längst gehegten Bedürfnisse entsprechend eine Anstalt zu gründen

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