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Der Israelit · 1898-11-03 · Heft 87 (3.11.1898) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 87 (3.11.1898)
Date
1898-11-03
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Wtthodoxe MudenlhumÄ l'C-'AA O S £ S wmm l j. /ÄOj.'T'!-> .'rr <»CXj ■*> - 3. R-v. iss».] MMMmsk. WmlrZs XN Kr. N. lRr. 9. Mudwig Aossuth und die Juden (Mit Abbildung.) Von Dr. Adolph Kohut. -- Den Antheil, welchen die Inden Ungarns an der revolutionären Bewegung der 48er und. 49er Jahre nahmen, war kein geringer. Ausgeschlossen von allen bürgerlichen Rechten und von allen Nationalitäten in gleicher Weise verfolgt und bedrückt, gab weder dieses leicht zur Vergeltung ausstachelnde Verhältn ß, noch ihre Nationalität und Anlagen den Ausschlag, zu welcher Partei sie sich bekennen sollten; als Bewohner des Landes, als Patrioten schloffen sie sich der Bewegung an, und daher fand man sie ebenso in den Reihen der „Rebellen" wie der „Schwarzgelben", und zwar nicht zaghaft in der Reserve, sondern im Vortertreffen, Leib und Leben, Gut und Blut für ihre Ideen einsetzend. Allerdings ist nicht zu leugnen, daß die Mehrheit der magyarischen Juden schon damals vaterländisch gesinnt war. Es zog sie magisch zu dem Mann hin, welcher Freiheit und Gleichheit predigte und von dem sie eine Erlösung aus dem Ghetto, aus staatsbürgerlicher und politischer Erniedrigung erhofften. Thatsächlich kämpften im Heere der Magyaren etwa 1000 Juden, darunter ein General. Nicht allein die Jugend schloß sich begeistert Koffuth und seiner Partei an, sondern auch gereifte Männer erklärten sich für den Helden der nationalen Propaganda. In Wien sah man dieser Koffuth-Liebe anfänglich theilnahmlos zu, als aber die Juden ihrer Anhänglichkeit an den kühnen Führer gar zu stürmischen Ausdruck gaben, wurden die Rabbiner und Prediger für diese Sympathieen ebenso bestraft, wie die katholischen Domherren und protestantischen Pfarrer, und die berüchtigte Kontribution Haynaus, den Judengemeinden gemeinsam auferlegt, war eine Folge der den Israeliten Ungarns durchweg zugemutheten Anhänglichkeit an die Männer der neuen Aera. Diese Begeisterung legte sich auch dann nicht, als die oktroyirte Verfassung die volle Gleichberechtigung der Juden in Oesterreich aussprach. Als Ludwig Koffuth seine glänzende politische Laufbahn begann, äußerte er sich zwar — was ja bei ihm selbstverständlich war — in liberalem Sinne über die Verhältnisse der Juden, aber er verschob dennoch die Anerkennung der Bürgerrechte unserer Glaubensgenoffen im Reiche der heiligen Stephanskrone immer auf spätere Berathungen, um nicht Antipathieen rege zu machen, die seine Reihen lichten mußten; aber als die Regierung nach Szegedin flüchtete und die Russen ihr auf den Fersen waren, konnte er nicht umhin, die vollste Judenemanzipation durch den Reichstag aussprechen zu lassen. Der ungarische Staatsmann hatte große Liebe für die Juden; einer seiner Geheimsekretäre war ein Jude, und einer seiner eifrigsten politischen Mitarbeiter hieß I. P. Horn (eigentlich Einhorn), welcher seine Laufbahn als Rabbinatskandidat begann, um später als königl. ungarischer Unterstaatssekretär zu enden. Dieser war es auch, der 1851. — bei Otto Wigand in Leipzig — eine für Koffuth sehr sympatische Schrift

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