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Der Israelit · 1898-11-03 · Heft 87 (3.11.1898) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 87 (3.11.1898)
Date
1898-11-03
Page
– (sequence 18)
Language
German
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1628 sie wird zum Segen gereichen na*»»«, denjenigen, welche die Persönlichkeit Abrahams in ihrer ganzen sittlichen Vollendung erfaffen, wird Segen daraus erwachsen, irm und diejenigen, welche die von ihm geübten Tugenden sich nicht zu eigen machen, werden den Fluch der Unterlasiung zu tragen haben. Dke KwiyWwl der Men ln FmKrekch? Aus den Quellen bearbeitet von Prof. Ernanuel Leser. I. Einleitung. Die Jude» unter dem alten Staatsweser,. Die Umwälzung, die sich gegen das Ende des vorigen Jahrhunderts in Frankreichs politischen Einrichtungen vollzog, bildet den Abschluß eines Kampfes, der seit vielen Menschenaltern in diesem Lande zur Vernichtung der feudalen Gewalten geführt wurde und jetzt mit der Neubildung des Staates endigte; sie bezeichnet aber auch gleichzeitig den Beginn des Ausstrebens jener Klassen der Gesellschaft, die bis dahin in ihren eigenen Angelegenheiten beschränkt und auf die öffentlichen Fragen ohne Einfluß gewesen waren. Nach diesen beiden Richtungen hin liegt in der französischen Revolution das erste Anzeichen einer neuen Epoche in der Geschichte der europäischen Menschheit. Diese selben beiden Elemente, die so eine neue Periode der allgemeinen Entwickelung herbeiführten, griffen ihrer Natur nach auch entscheidend in das Schicksal der Juden ein, die in den Ländern Europas eine Zuflucht gefunden hatten; ihre Stellung beruhte hier auf einer losen Einfügung in den mittelalterlichen Staat, und mit seinem Zusammensturz mußte auch in ihrer Lage eine Wendung eintreten. Ob der Anspruch auf Rechte im Staat, den die bisher niedergehaltenen Glieder des Volkes mit Kraft geltend machten, auch den unterdrückten Juden zukommen sollte, darüber ist in Frankreich am frühesten entschieden worden. Und wie deßhalb die französische Revolution mit ihren hohen Tendenzen und gewal- *) In Anbetracht der gegenkbärtigen Vorgänge in Frankreich dürfte es für unsere Leser von hohem Interesse fein, die nachfolgende vor dreißig Jahren verfaßte und im Jahrgang 1868 des „Israelit" veröffentlichte Arbeit, deren Wiederabdruck uns die Liebenswürdigkeit des Herrn Verfassers gestattete, kennen zu lernen. Die Aufsätze erschienen auch in einer rumänischen Uebersetzung. Bei dem vorliegenden Abdruck ist die ursprüngliche Fassung nicht geändert worden. Die Darstellung folgt den urkundlichen Zeugnissen, die für die erzählten Ereignisse immer die maßgebende Quelle bleiben werden. Ligen Kämpfen ein Abbild liefert von den Bewegungen, die in größerem Maßstab den Inhalt eines beginnenden neuen Zeitraums ausmachen sollten, so daß ihre Darstellung als eine der höchsten Aufgaben der Geschichtsschreibung, welche die Gegenwart und die Zukunft zu begreifen bestrebt ist, gefaßt zu werden pflegt: so dürfte auch eine Geschichte der Emanzipation der Juden, wie sie durch die französische Revolution und durch die Beschlüsse der Constituante ins Leben trat, zum Verständniß der späteren Stellung der jüdischen Nation zu den Völkern Europa's, in deren Mitte ihre einzelnen Glieder leben, einen vielleicht nicht unwichtigen Beitrag bilden. Frankreich ist das Land, das die mittelalterlichen Institutionen in seinem Staatswesen zur vollkommensten Ausbildung brachte, und so hatte es auch, eine Antipathie, welche das Mittelalter überall zeigt, bis zur äußersten Grenze führend, zu wiederholten Malen seine jüdischen Einwohner ausgestoßen; um die Zeit, mit der wir die neuere Geschichte zu beginnen pflegen, lebte kein Jude in Frankreich. Aber bald geschah es, daß die Könige die Rücksichten aufgaben, von denen sie sich hatten leiten lasten und ihre Politik einzig auf die Erhöhung und feste Begründung ihrer Macht richteten; das Jahrhundert der Reformation verschaffte auch innerhalb des Katholicismus den weltlichen Tendenzen und der Toleranz steigende Geltung, und derselbe Heinrich II., der es sich zur Aufgabe machte, die kirchlichen Neuerungen zu bekämpfen, die bei seinen Unterthanen auftauchten *), nahm keinen Anstand, fremden Juden, die sich im Lande niederlaffen wollten, die Aufnahme unter den günstigsten Bedingungen zu gestatten, da er die Vortheile erkannte, welche dieselben dem französischen Handel brachten. Als sich kurze Zeit darauf deutsche Lande der französischen Herrschaft unterwarfen, gewann der König auch hier eine Oberhoheit über eine Anzahl Juden, denen er seinen Schutz nicht entzog. In den beiden folgenden Jahrhunderten kamen bei den weiteren Ausdehnungen gegen Deutschland immer mehr Juden unter Frankreichs Botmäßigkeit; in den Verhältnisten derselben wurde durch diesen Wechsel des Oberherrn kaum etwas Wesentliches geändert, gleichviel ob die territorialen Machthaber auch weiterhin die Herrschaft über sie behaupteten, oder es den Königen gelang, das früher provincielle Recht unmittelbar für sich selbst zu gewinnen. Ludwig XVI. fand bei seiner Thronbesteigung die Länder unter seinem Scepter vereinigt, durch deren Besitznahme seine Vorgänger allmählich ihre Herrschaft über eine größere Zahl Juden ausgedehnt hatten. An den Enden seines Reiches, im Osten und 1) Le meine Henri II ijui donna le signal des guerres de religion, bemerkt Mirabeau, Sur Moses Mendelssohn p. 79. 80. Nr. 87, S. 1623/1624 folgen erst nach S. 1628.

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