Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 87 (3.11.1898)
- Date
- 1898-11-03
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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1610 Berieselimgsoase von etwa 55 Quadrat-Kilometer Flächeninhalt kann hier geschaffen werden. Wie von Thales von Milet erzählt wird, daß er einem Spötter den Beweis geliefert habe, daß seine Philosophie auch großen praktischen Werth haben könne, indem er, eine reiche Olivenernte voraussehend, alle Oelpressen pachtete und dann, als die reiche Ernte wirklich eintrat, mit großem Gewinn wieder verpachtete, so kann heute der Geograph den Rath zur Errichtung einer Gesundheitsstation in Jericho ertheilen, wie die deutschen Andsiedler von Haifa eine solche auf Karmel bereits zu errichten im Begriffe sind. Das Ostjordanland in seiner ganzen Ausdehnung, von Moab bis zum Hermon und Hauran, ist ein natürliches Weizenland, wie es ausgezeichneter kein zweites giebt. Die fruchtbarsten Gebiete, die, wenn Ende Mai der Weizen geerntet wird, bald im Sonnenbrände einer Wüste gleichen und von den Bewohnern verlassen werden müssen, können, wenn man die winterlichen Regenmengen aufspeichert, dauernd bewohnbar gemacht werden und waren in der Blüthezeit bis zum Einbruch der Araber von hochgesitteten Menschen dicht besiedelt, wie die vielen Hunderte in Trümmer liegender Städte und Dörfer bezeugen. Vermuthlich waren damals, wo das ganze Land angebaut und große Flächen berieselt waren, auch die Mißernten seltener. Literarische Notiz. Die Schriften des 14. Jahrganges im hevräifchen Literatur Verein (Mekize Nirdamim) werden jetzt zur Versendung gelangen, und zwar: 1. Responsen des Rabbenu Tam im Sepher Hajaschar. Nach einer Handschrift von neuem herausgegeben und mit kritischen Noten versehen von Dr. F. Rosenthal. 2. Sepher Haschetaroth. Dokumentenbuch von Jehuda b. Barsilai aus Barcelona. Nach der einzigen Handschrift in Oxford zum ersten Male herausgegeben und erläutert von S. I. Halb er stamm. 3. Minchat Kenaoth von Jechiel b. Samuel aus Pisa. Streitschrift gegen Jedaja Penini'S Vertheidigung der Philosophie, mit Anmerkungen herausgegeben und biographisch eingeleitet von Dr. D. Kaufmann. 4. Sammelband, enthaltend verschiedene Materialien zur jüdischen Geschichte. 5. Diwan des Jehuda Halevi, Fortsetzung der Noten. Neue Beitrittserklärungen (l0 M. für den Jahrgang) nimmt entgegen Der Vorsitzende Dr. A. Berliner, Berlin, Augustinerstr. 51. Bei der Redaktion neu eingegangene Bücher (Besprechung Vorbehalten). Gedächtnißrede bei der Enthüllung des Denkmals für den vor Jahresfrist verstorbenen ersten Borsteher und Mitbegründer der „ns?» my" Mosaiske Troessamsund, gesprochen am ll.October 18M von Dr. M. Aschkanaze, Rabbiner, Kristiania. Vermischtes Hannover, Die hiesige Bildungsanstalt für jüdische Lehrer begeht am 7. und 8. Rovbr. d. I. das Fest ihres i>0jähren Bestehens. Große Vorbereitungen zn einer würdigen Feier sind getroffen und viele Lehrer in Deutschland, welche ehemalige Zöglinge der Anstalt sind, haben ihre Betheiligung an der Feier bereits zngesagt. — Einer Mittheilung der politischen Zeitungen zufolge soll nach einem Erlasse des Reichskanzlers nur denjenigen Lehrern die Berech tigung zum Einjährigen Militärdienste zuerkannt werden, welche staatlich anerkannte Seminare besucht haben. Es dürfte deßhalb für die israelilifchen Lehramtskandidaten von großem Interesse sein, wenn sich die Direktionen der jüdischen Seminare darüber Gewißheit verschaffen, in wie weit sie in der Lage sind, ihren Zöglingen dieses Recht zu bewähren._ Feuilleton. —e=wgg Verkauft. Kd— Eine Erzählung aus Ungarn. 21) Von Samuel B. Rofner. Zweiter Theil Es war ein Zeitraum von vier Jahren verstrichen. Schulamit war eine herrliche Jungfrau geworden. Ihre Erscheinung wirkte geradezu verwirrend durch eine Schönheit, deren vollkommene Wirkung durch keinen Mißton gestört wurde. Sie schien eine Verkörperung jüdisch-weiblicher Schönheit zu sein, eine blühende Rose der fernen, östlich heitern Gelände. Ihr ganzes Wesen strahlte so viel natürliche Anmuth, Heiterkeit und Milde aus, daß, wo sie erschien, eine Helle sich zu verbreiten schien, wie beim Aufleuchten eines Sonnenstrahls im Mai. Ihr Geist und ihr Gemüth waren voll der Schätze, welche ibr Viter liebevoll ihnen Angeführt hatte. Sie glühte für alles Hohe und Edle, für alles Reine und Schöne. Nun, es wirkten aber auch alle Umstände zusammen, um all' ihre geistigen und körperlichen Anlagen zu diesem Grade der Vollendung zu entfallen. Das Schicksal selbst schaute mit einem goldenen Sonnenblick auf sie herab und schien sich darüber zu freuen, daß die trübe Athmosphäre dieser Welt ein so herrliches Geschöpf Hervorbringen konnte, welchem mSä MHM