Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 86 (31.10.1898)
- Date
- 1898-10-31
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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1593 ligiöse Lebensweise zu führen haben, denn es beißt vnpx ’inps durch die, welche sich mir nahen, wrll ich geheiligt werden, und dieser Verslheil läßt auch eine sinnrichtige Anwendung auf den 112s n^r einer Gemeinde zu. Sein Vortrag im Gotteshause soll mit Gefühl und Wärme erfolgen und in seinen zum Ausdrucke gebrachten gottesdienstlichen Gesängen soll sich seine Begeisterung für das Judenthum, sein streng religiöser Sinn manifestiren, auch wird er die Ausgabe haben der zarten Herzen der Jugend die Grundsätze unserer R'ligion einzuprägen, er soll das kindliche Gemüth für die Geschichte unseres Volkes, für Die uralte Gebräuche unserer Religion empfänglich machen und soll in den Kindern Lust und Liebe für all das, was in den fünf Büchern unseres erhabenen und großen Meisters ntre niedergcschriebeu ist, erwecken, denn es heißt ja -prc nr cjcn die Kommenden werden Wurzel fassen in Jakob. In die Hände unserer Kinder legen wir unsere ganze Zukunft und von der religiösen Erziehung dieser, hängt es ab, ob diese Zukunft eine kraftvolle sein werde. Die hiesige Cultusvcrtretung, die bis nun immer die richtige Einsicht gehabt hat für erledigte Posten die entsprechenden Männer zu finden, sowie der hiesige Rabbiner Dr. David Fcuchtwanger, sind sichere Gewähr dafür, daß auch diese Frage einer gedeihlichen Lösung zugeftthrt werden wird. J. Budapest. Der Schulstuhl des sechsten hauptstädtischen Bezirkes wählte in seiner jüngst abgehaltenen Sitzung an Stelle des vor Kurzem verstorbenen Ladislaus Szüszy aus Antrag des Abtes- Pfarrers Vinzenz Stieber einstimmig den Stadtrepräsentanten und hervorragenden Publicistcn Paul Tenccr zum Präsidenten. Paul Teurer ist der erste Jude, welcher von seinen Mitbürgern zu einer so hohen Ehreuftelle berufen rvurde und was dieser Wahl einen ganz besonderen Werth verleiht, ist, daß einer unserer höchsten Geistlichen für einen Juden cintrat und denselben aufs Schild erhob. Wie weit ist wohl die Schwesterrcsidenz, die Kaiserstadt Wien von Budapest entfernt?! . . . England. London. Der „Board os Guardian" hatte am l. Oct. wieder seine erste Monatsversammlung nach den Sommerserien, die aber sich zu einer ungewöhnlichen Kundgebung gestaltete. Die Situation des Board ist die denkbar ungünstigste,' anstatt daß sein Bureau jetzt noch Fonds für das vierte Quartal d. I. zur Verfügung hätte, schuldet er bereits 6<>oo Mt. Von allen Seiten wurde die demüthigende Sitilation besprochen und die ernstesten Anstrengungen beschlossen, um die Londoner Judenschaft zu besserer Betheilignng an den Leistungen für den Board anzuspornen. Gegenwärtig schweben Verhandlungen zwischen der United Synagogue und dem Board of Guardians, unt gemeinsam eine Handarbeitsschule für verwahr loste Kinder zu begründen, die bei den gegenwärtigen Verhältnissen in London sich zu einer Nothwendigkeit herausgebildet Hai. Rußland. X. Petersburg, 30. September. Dem hiesigen israelitischen Blatte „Woschod" wird aus Palästina gemeldet, daß die dortigen Staatsbehörden von der Centralregierung in Konstantinopel die strengste Weisung erhalten haben, darüber zu wachen, daß der Grund und Boden in Palästina nicht in die Hände von Juden, selbst türkischer llnterthanenschaft, übergehe. Transaktionen auf den Namen von Vertretern des Barons Rothschild, Barons Hirsch oder der „Alliance Jsraelite" sind verboten worden. Griechenland. '<! Athen. Die Griechen in Larcissa haben erreicht, was sie wollten, sie haben die Juden dieser Stadt nach und nach zur Auswanderung gedrängt und damit sich lästige Eoncurrenten vom Halse geschasst. Es waren zum großen Theil gebildete Leute, fast alle mehrerer Sprachen kundig und der Handel Thessaliens wird die Lücke spüren, die durch die Auswanderung entsteht. Türkei. -Z äronstanttnopel. Seit einigen Jahren hat die türkische Negierung jüdischen Auswanderern von Oesterreich, Rußland und Rumänien die Ansicdlung in Palästina verboten. Trotzdem haben sich viele ansässig gemacht. Die zionistische Bewegung in Europa har die Aufmerksamkeit der Behörden in dieser Angelegenheit erregt. Der Großvezier hat deshalb, wie dem „Standard" aus Jerusalem vom I<». d. M. telegraphirt wird, strengen Befehl erlassen, allen auswärtigen Juden aller Nationalitäten ohne Unterschied das Betreten Palästinas zu untersagen, wenn nicht hinlängliche Bürgschaft gegeben wird, daß sie innerhalb dreißig Tagen das Land wieder verlassen. Mehreren britischen jüdischen Familien, die kürzlich in Jaffa eintrasen, wurde die Landung nicht gestattet und sie waren gezwungen, mit demselben Schiffe, das sie gebracht hatte, zurückzukehren.? Adriattopel. Die türkische Regierung hat, wie durch Plakat an unseren Synagogen mitgetheilt wurde, die zionistischen Zeitungen, speziell auch die Hazefirah, für das türkische Reich verboten. Das ist nun die offene Erklärung gegen den Zionismus und schafft wenigstens eine klare Situation. Die Führer des Zionismus wisien also, daß die Türkei ihren Bestrebungen abhold ist.